Tour de France: Deutsche Bilanz ernüchtert - Lipowitz im Pech, Sprinter ohne Glück: Nur Politt darf bei der Tour feiern

Die deutschen Radprofis bleiben auch im fünften Jahr in Serie bei der Tour de France ohne Etappensieg. Mit Florian Lipowitz musste die größte deutsche Hoffnung das Rennen nach Sturz beenden, Max Kanter war als Sprinter mehrfach nah dran am Etappensieg. Aber jubeln durfte nur Tadej Pogacars Superhelfer Nils Politt. Und ein Ende der Durststrecke für deutsche Radsport-Fans ist noch nicht in Sicht.

Experten über Red Bull, Lipowitz und Evenepoel: "War souveräner"

Quelle: Eurosport

Vor zwölf Monaten stand Florian Lipowitz am letzten Tour-Tag strahlend auf dem Podest in Paris, diesmal saß er wehmütig mit frisch operiertem Schlüsselbein daheim auf der Couch: Das bittere Aus des Rundfahrstars stand sinnbildlich für eine Frankreich-Rundfahrt, die aus deutscher Sicht nur selten Lichtblicke bot.
Niemand unter den Top 50 des Gesamtklassement, zum fünften Mal in Folge kein Etappensieg - die elf Deutschen abseits von Lipowitz blieben Statisten, wenngleich mitunter wertvolle.
Immerhin durfte Nils Politt feiern: Der Kölner, der am 8. Juli 2021 als bislang letzter Profi aus Deutschland eine Tour-Etappe gewann, war nun zum dritten Mal in Serie unverzichtbarer Helfer von Gesamtsieger Tadej Pogacar. Den großen Ruhm, den einst Ullrich, Zabel, Greipel, Kittel oder zuletzt Lipowitz einfuhren, gab es dafür aber nicht.
"Ich würde gerne noch einmal eine Etappe gewinnen. Aber dieses Jahr hat's nicht zugelassen", sagte Politt. Doch die deutsche Tour-Dürre scheint mehr als dem Moment geschuldet. "Es gibt einfach nicht mehr so viele deutsche Weltklasse-Fahrer. Die Spitze ist uns ein bisschen davongefahren", sagte Sprinter Phil Bauhaus, der auch bei seiner vierten Teilnahme leer ausging.
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Highlights: Irres Finale auf der Schlussetappe

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Lipowitz wurde nach Aus schmerzlich vermisst

Politt und andere Fahrer wie Nico Denz (Red Bull-Bora-hansgrohe) sind als Helfer in ihren Weltklasse-Teams eingespannt. Die deutschen Fans aber, die unter anderem im Elsass wieder zu Abertausenden die Straßen säumten, lechzen nach einem Erfolgserlebnis. Denn spätestens nach Lipowitz' Schlüsselbeinbruch war praktisch klar, dass es in diesem Jahr weder etwas wird mit einem Tagessieg, noch mit einer Topplatzierung im Gesamtklassement.
Lipowitz' Ausscheiden war dabei aus deutscher Sicht besonders bitter. Denn trotz der gestiegenen Erwartungshaltung, einer unklaren Kapitänsrolle und kleinerer sportlicher Schwächen: Insgesamt fuhr der Laichinger abermals eine mindestens ordentliche Tour. Was auf den langen, harten Alpenbergen noch drin gewesen wäre, darüber lässt sich nur spekulieren.
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"Nein, nein, nein!" Lipowitz stürzt schwer im Zeitfahren

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Die Sprinter haben ihre Chancen derweil nicht genutzt, wieder einmal. Marcel Kittel sorgte 2017 für den letzten Tour-Erfolg durch einen deutschen Sprinter - sein Erfolg in Pau markierte das Ende einer deutschen Ära, in der nach dem Vorbild von Sprint-Übervater Erik Zabel die Generation Kittel und André Greipel fast nach Belieben auf Flachetappen triumphierte.

Kanter nah dran, aber nicht schnell genug

Ja, der schnelle Max Kanter war bei seiner Debüt-Tour mit einem zweiten und zwei vierten Plätzen - darunter am Sonntag auf den Champs-Élysées in Paris - ein paar Mal nah dran.
Doch im Duell mit Top-Sprintern wie Tim Merlier fehlte ihm die Endgeschwindigkeit. "Am Ende werden wir Sprinter an Siegen gemessen, da hatte ich jetzt keinen. Wir müssen die positiven Punkte mitnehmen und in die Zukunft schauen", sagte Kanter bei Eurosport.
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Kanter zögert zu lange: Der Sprint in der Analyse

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Sein Sprinter-Kollege Bauhaus zweifelte nach mehreren verpassten Top-10-Platzierungen derweil sogar an einer weiteren Tour-Teilnahme. "Das sind keine Ergebnisse, bei denen man sagen kann: An mir kommt man nächstes Jahr nicht vorbei."

Engelhardt mutig, Zimmermann und Co. in Helferrolle

Und der Rest? Für Georg Zimmermann, der immer wieder als Helfer aufgerieben wurde und den am Ende stark fahrenden deutschen Meister Felix Engelhardt war mehr als das mutige Mitfahren in einer Spitzengruppe nicht drin.
Es ist nun mal so: In Zeiten, in denen anders als früher die Topstars wie Pogacar praktisch jede Etappe am Limit fahren, gewinnen abseits der Sprints eben fast nur noch Topstars auch die Etappen.
Für das fahrende Fußvolk bleiben da nur wenige Chancen.
(SID)
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Pogacar in Paris geehrt: Fünfter Tour-Gesamtsieg perfekt

Quelle: Eurosport


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