Tour de France 2026: Punktsieg für Visma und Jonas Vingegaard - Topfavorit Tadej Pogacar bekommt "was zum Nachdenken"

Der Auftakt der Tour de France 2026 hatte es in sich. Das Mannschaftszeitfahren in Barcelona sorgte direkt am ersten Tag für Zeitabstände unter den Favoriten und reichlich Gesprächsstoff. Im "Velo Club" bei Eurosport ordneten die ehemaligen Profis Jan Ullrich und Rolf Aldag die Geschehnisse der 1. Etappe ein - und sahen vor allem einen mental wichtigen Erfolg für Jonas Vingegaard und sein Team.

Ullrich über Visma-Coup: "Haben uns eines Besseren belehrt"

Quelle: Eurosport

"Es war der perfekte Tag für Jonas Vingegaard und sein Team. Es ist bei der Tour ganz wichtig, gleich zum Anfang einen Erfolg zu haben. Die Stimmung und die Motivation sind dann einfach besser. Du weißt, du bist gut vorbereitet und hast die Form", erklärte Ullrich im "Velo Club" bei Eurosport.
"Tadej Pogacar hat heute eigentlich verloren. Heute hat er nicht gewonnen, das wird ihn ein bisschen wurmen. Auch, wenn es nur ein paar Sekunden sind. Dieser Sieg von Vingegaard ist aus mentaler Sicht ganz wichtig gewesen."
Rolf Aldag glaubt allerdings nicht, dass Pogacar lange an dem Ergebnis zu knabbern haben wird. Im Gegenteil: Der Slowene könnte schon auf der zweiten Etappe reagieren.
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Ullrich: "Pogacar hat heute eigentlich verloren"

Quelle: Eurosport

Pogacar werde an Platz drei zum Auftakt "nicht zerbrechen" - im Gegenteil. "So wie Tadej Pogacar fährt, wäre ich nicht überrascht, wenn er gleich mal sagt: 'Das rücken wir jetzt mal gerade.'
Dennoch sei der erste kleine Punktsieg des Teams Visma - lease a bike für Pogacar und UAE "erstmal was zum Nachdenken".
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Aldag und Ullrich blicken auf 2. Etappe: "Ein ekliger Anstieg"

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Ullrich sicher: "Viele hatten Angst"

Für Ullrich war bereits die Wahl des Auftakts ein besonderer Reiz. Das Mannschaftszeitfahren habe die Fahrer vor eine außergewöhnliche Herausforderung gestellt.
"Ich bin mir sicher, dass die meisten Fahrer heute großen Respekt vor der Disziplin hatten, viele hatten auch Angst."
Dass sich die Teams intensiv auf die ungewöhnliche erste Etappe vorbereitet hatten, war für Ullrich offensichtlich.
"Es gibt ja den Spruch: 'Heute kann man die Tour nicht gewinnen, aber verlieren.' Einige, wie Kévin Vauquelin zum Beispiel, haben auch schon einen Schaden bekommen. Da haben sich sicherlich alle Teams speziell drauf vorbereitet und alle waren topfit. Es wurde spannend und war extravagant."
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Ullrich über Mannschaftszeitfahren: "Viele haben Angst"

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Ganna sorgt für staunende Experten im Velo Club

Für Aufsehen sorgte insbesondere die Leistung von Filippo Ganna, der trotz des Einbruchs seines Teamkollegen und Teamkapitäns Vauquelin das Tempo bis ins Ziel hochhielt.
"Es war mit Sicherheit auch nicht der Plan, dass Ganna der letzte Mann ist. Ich denke, er ist auch im Flachstück schon richtig gefahren und hat sich nicht geschont. Dann noch so eine Performance am letzten Berg hinzulegen: Super stark gefahren heute", schwärmte Ullrich.
Auch Aldag hob die außergewöhnliche Vorstellung des Italieners hervor und verwies auf die schwierige Entscheidung des Teams, Vauquelin zu opfern.
"Die Entscheidung, Vauquelin zurückzulassen und weiter Vollgas zu fahren, ist brutal schwer. Es ist die Tour de France und er ist Franzose, der hat ganz große Ambitionen. Ganna zieht es natürlich unglaublich durch. Der fährt 250 Watt mehr als Vingegaard den Berg hoch. Es ist unglaublich, was der da gemacht hat."
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"Unglaublich!" Ullrich und Aldag verblüfft von Ganna

Quelle: Eurosport

Aldag gelassen bei Vauquelin

Den Rückstand Vauquelins bewertete Aldag dennoch gelassen:
"Meine Theorie ist - und da bin ich bei Jan: Heute kannst du die Tour verlieren, aber heute verlierst du die Tour nicht. Die 30 Sekunden werden in Paris keinen einzigen Platz für ihn ausmachen. Bei der Chance heute, das Gelbe Trikot zu holen, mit Filippo Ganna, einem Weltstar des Radsports, da kannst du nicht auf ihn warten."
Nach dem ersten Tour-Tag ist damit zwar noch keine Vorentscheidung gefallen. Doch während Vingegaard und sein Team einen wichtigen mentalen Erfolg feiern dürfen, hat Pogacar bereits einen zusätzlichen Anreiz erhalten, früh zurückzuschlagen.

Evenepoel hängt Lipowitz ab

Diskutiert wurde im "Velo Club" auch die Leistung von Red Bull-Bora-hansgrohe. Während Remco Evenepoel am Schlussanstieg noch einmal beschleunigen konnte, musste Florian Lipowitz reißen lassen. Für Ullrich ist das jedoch kein Hinweis darauf, wer im Hochgebirge die stärkere Karte des Teams sein wird.
"Ich habe sie weiter vorne gesehen und habe gedacht, dass Evenepoel und Lipowitz zusammen im Ziel ankommen. Damit habe ich gerechnet." Lipowitz verlor auf Evenepoel letztlich 16 Sekunden, liegt als Achter 35 Sekunden hinter Vingegaard im Gelben Trikot. Für Ullrich habe das allerdings "nichts damit zu tun, wer nachher im Gebirge der Stärkere ist."
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Evenepoel hängt Lipowitz ab - Olympiasieger verpasst Bestzeit

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Auch Aldag wollte den Zeitverlust des Deutschen nicht überbewerten. Lipowitz habe genau das getan, was in einer solchen Situation nötig sei.
"Er muss aber nicht an Evenepoel dranbleiben, denn wenn es dann einen richtigen Knall gibt, dann steht er halt still. Er muss dann, so bitter es ist, sein Tempo hochfahren und möglichst schnell an der Ziellinie sein, nicht aber an Remco dranbleiben."
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Evenepoel hängt Lipowitz ab - Ullrich: "Das ist schon einiges"

Quelle: Eurosport


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