Tadej Pogacar schenkt Isaac Del Toro Etappensieg bei Tour de France - Ex-Profis kritisieren Dominanz als "Demütigung"
Tadej Pogacar und UAE Team Emirates-XRG dominierten die 2. Etappe der Tour de France in Barcelona nach Belieben. Statt selbst zuzuschlagen, schenkte der Slowene den Tagessieg jedoch seinem Teamkollegen Isaac Del Toro. Die Geste sorgte anschließend für Diskussionen: Während ehemalige französische Profis von einer "Demütigung" sprachen, lobte Jan Ullrich die Aktion als Zeichen großer Führungsstärke.
Sprint der Favoriten: Pogacar überlässt Del Toro den Sieg
Quelle: Eurosport
UAE Team Emirates-XRG setzte auf der 2. Etappe der Tour de France ein eindrucksvolles Zeichen. Am Schlussanstieg zum Montjuic, dem Olympiaberg in Barcelona, ließ die Mannschaft der Konkurrenz keine Chance und besetzte die ersten beiden Plätze.
Für den Etappensieg sorgte Isaac Del Toro. Der 22-jährige Mexikaner durfte als Erster über den Strich fahren, nachdem ihn sein Teamkapitän Tadej Pogacar auf den letzten Metern nicht mehr angegriffen hatte. Stattdessen feuerte der Slowene seinen jungen Teamkollegen sogar noch an und gratulierte ihm unmittelbar nach der Zieldurchfahrt.
Genau diese Szene stieß in Frankreich jedoch nicht überall auf Gegenliebe.
Ex-Profi kritisiert Pogacar: "Eine Demütigung"
"Das ist eine Demütigung", urteilte der frühere Profi Jérôme Coppel bei "RMC Sport".
Besonders irritierte ihn, dass Pogacar trotz der Belastung noch die Ruhe hatte, mit Del Toro zu sprechen und ihn Richtung Etappensieg zu begleiten. "Ehrlich gesagt gefällt mir dieses Bild nicht", ergänzte der Franzose.
Auch sein Landsmann Jérôme Pineau sah die Situation kritisch. Zwar würdigte er die Überlegenheit von UAE Team Emirates-XRG, empfand die Art und Weise des Doppelsiegs aber als "nicht besonders fair".
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Highlights: Spektakel am Montjuic in Barcelona
Quelle: Eurosport
Es beruhige ihn nicht, Pogacar derart überlegen zu sehen, erklärte Pineau bei "RMC Sport". Während andere Fahrer am Limit kämpften, habe der Tour-Favorit noch genügend Reserven gehabt, um seinen Teamkollegen anzufeuern und ihm den Sieg zu überlassen. Die Dominanz des Teams sei beeindruckend, hinterlasse bei ihm aber ein zwiespältiges Gefühl.
Ullrich lobt Pogacar-Geste: "Fantastisch!"
Ganz anders bewertete dagegen Jan Ullrich die Szene. Der Tour-Sieger von 1997 sah in Pogacars Verhalten keine Respektlosigkeit gegenüber der Konkurrenz, sondern eine Demonstration von Führungsstärke.
"Pogacar war der Einzige, der nicht am Anschlag war im Finalsprint. Das war große Klasse! Das ist eine Leaderqualität, seinem Teamkollegen den Sieg zu überlassen", sagte Ullrich im Velo Club bei Eurosport.
Für den Deutschen sprach vieles dafür, dass die Entscheidung erst auf den letzten Metern gefallen sei.
"Das war spontan, das sieht man in seinem Blick, er guckt rum und schaut, was Vingegaard macht. Vingegaard konnte das Tempo nicht mitgehen und del Toro zieht durch."
Vor allem mit Blick auf die kommenden Bergetappen hielt Ullrich die Geste für klug. Del Toro zählt zu den wichtigsten Helfern des Slowenen im Hochgebirge.
"Pogacar sagt sich: Das zahlt er mir zehnmal bei der Tour zurück. Den brauche ich noch, das ist mein bester Mann am Berg. Fantastisch!"
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"Fantastisch": Ullrich begeistert von UAE-Teamwork
Quelle: Eurosport
Del Toro überglücklich: "Bedeutet alles für mich"
Bei Del Toro brach sich im Ziel pure Freude ihren Bann. Der Mexikaner feierte den ersten Tour-Etappensieg seiner Karriere und sprach anschließend von einem besonderen Moment.
"Das bedeutet alles für mich. Es ist ein echtes Privileg", sagte der 22-Jährige. Der Erfolg sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit und zugleich ein Verdienst des gesamten Teams, seiner Familie und seiner langjährigen Wegbegleiter. "Ich kann kaum glauben, was ich gerade geschafft habe", erklärte Del Toro.
Pogacar in Schlagdistanz zu Gelb
Während der Nachwuchsstar seinen größten Triumph bejubelte, hielt sich Pogacar im Kampf um das Gelbe Trikot weiterhin in Schlagdistanz. Nach zwei Etappen liegt der Weltmeister sechs Sekunden hinter Spitzenreiter Jonas Vingegaard.
Die Tour verlässt nun Spanien und kehrt nach Frankreich zurück. Die 3. Etappe wird wegen der Waldbrände im Südwesten des Landes auf einer angepassten Strecke ausgetragen. Zuschauer werden auf dem betroffenen Abschnitt nicht zugelassen.
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Quelle: Eurosport
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