Tour de France ohne Wout van Aert: Paris-Roubaix-Sieger stattdessen im Trainingslager in Livigno mit Ziel Vuelta
VonJan Zesewitz
Publiziert 28/07/2026 um 17:12 GMT+2 Uhr
Wout van Aert musste seine Teilnahme an der Tour de France wegen einer Ellenbogenentzündung absagen - stattdessen bereitete er sich im Trainingslager in Livigno auf die Saisonziele im Spätsommer und Herbst vor. Im Interview mit "Het Nieuwsblad" berichtete er von seiner Tour-Erfahrung aus der Ferne - auch vom bitteren Ausscheiden von Kapitän Jonas Vingegaard auf der 15. Etappe.
Visma und Vingegaard jubeln über Auftaktsieg: "Men of steel!"
Quelle: Eurosport
"Das Mannschaftszeitfahren am ersten Tag fand ich am schwierigsten", erzählte Van Aert. "Ich wollte unbedingt dabei sein, und dann haben wir ja auch noch gewonnen. Danach habe ich die Realität akzeptiert und nicht mehr so viel darüber nachgedacht."
Seinen Tagesrhythmus in Livigno richtete sich also nicht nach der Tour, trotzdem bekam er viel mit: "Ich habe mein Training absolviert, ohne das zu berücksichtigen. Aber die Tour ist natürlich die Tour. Es ist nicht so schwer, ihr zu folgen."
Vor allem, wenn das eigene Team Visma-Lease a Bike so dramatisch betroffen ist. Vingegaard schied auf dem Weg zum Plateau de Solaison mit einem Schlüsselbeinbruch aus. "Ich saß gerade nach einer Trainingseinheit mit dem Betreuer im Auto, als das passierte", erklärte der Belgier. "Seine Frau rief an und fragte: 'Hast du das gesehen?' Wir schalteten sofort einen Livestream ein. Die restliche Autofahrt verlief sehr ruhig."
Van Aert hatte große Hoffnungen in den Dänen gesteckt, dem er 2022 und 2023 zum Tour-Sieg gegen Tadej Pogacar verhalf. "Ich weiß nicht genau, was im Team vor sich ging, aber trotz Pogacars Dominanz hatte ich das Gefühl, dass wir immer noch die Moral und das Selbstvertrauen besaßen, um um den Sieg zu kämpfen. Und genau das haben wir in dieser Phase getan. Es war wirklich schade für Jonas, aber auch für die Tour. Pogacars Hauptkonkurrent ist ausgestiegen. In den letzten Jahren war unser Team so ziemlich das einzige, das auf Sieg fuhr und nicht nur auf Podiumsplätze aus war."
Vuelta und WM neue Ziele für Van Aert
Van Aert nahm seit 2019 jedes Jahr an der Tour teil und feierte insgesamt neun Etappensiege. Auch für das Team 2026 war er geplant, bevor Komplikationen mit einer Ellenbogenverletzung aus einem Trainingssturz seine Teilnahme zunichtemachten. Der Belgier musste sich wenige Wochen vor der Tour sogar operieren lassen.
Die Saisonplanung änderte sich. Bei der Dänemark-Rundfahrt (ab 29. Juli live auf Eurosport und HBO Max) steigt er wieder ins Renngeschehen ein. Zwei große Ziele hat er in diesem Jahr noch: Die Spanien-Rundfahrt und die WM in Kanada.
Die Vuelta startet mit einem kurzen Zeitfahren in Monaco und bietet in einer welligen ersten Woche viele Chancen für eine fitten Van Aert.
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Highlights: Van Aert sticht die Konkurrenz im Massensprint aus
Quelle: Eurosport
"Ob ein Etappensieg realistisch ist, hängt davon ab, welche Spezialisten teilnehmen", sagte er über das Einzelzeitfahren zum Auftakt. "Auf jeden Fall wäre es schön, weit vorne in der Gesamtwertung zu landen, denn die zweite Etappe sollte mir auch liegen. Irgendwie habe ich den Wunsch, das Führungstrikot noch einmal zu tragen."
Die Voraussetzung wäre, dass der verletzte Arm mitspielt: "Der Haken ist nur, die Wunde an meinem Ellbogen ist noch nicht richtig verheilt", sagte Van Aert weiter. "Ich konnte nicht viel Zeit auf dem Zeitfahrrad verbringen. Das Fahren im Unterlenker tat wirklich weh. Aber wir haben noch einen Monat Zeit, und wir werden in dieser Zeit definitiv daran arbeiten.”
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