Kritik an Visma: "Viele starke Fahrer verlassen das Team" - Bjarne Riis sieht Rennstall hinter Konkurrenz zurückfallen

Harte Worte trotz großer Siege: Das Spitzenteam Visma-Lease a Bike um Jonas Vingegaard und Wout van Aert ist nach Ansicht von Bjarne Riis auf dem Weg, den Anschluss an die anderen Top-Rennställe zu verlieren. "Ich glaube nicht mehr, dass sie noch irgendwo im Bereich der zwei oder drei finanzstärksten Mannschaften sind", vermutet der Däne. Das habe massive Konsequenzen, so der einstige Tour-Sieger.

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Während Tadej Pogacars Arbeitgeber UAE im Radsport mit schier unbegrenzten Finanzmitteln agieren kann und Rennställe wie Red Bull-Bora-hansgrohe, Lidl-Trek und Décathlon-CMA CGM durch neue Geldgeber stark an Finanzkraft zugelegt haben, sehe das bei Visma anders aus.
Die Folge: Probleme bei der Zusammenstellung des Kaders, behauptet Riis im Gespräch mit dem dänischen Radsportportal "Feltet".
"Meiner Meinung nach sind sie ein Team, dem Geld fehlt - denn viele ihrer starken Fahrer verabschieden sich, obwohl man sie gerne behalten würde", analysiert der 61-Jährige die Lage. "Sie haben sich entschieden, massiv in Wout van Aert und Jonas Vingegaard zu investieren, die Fahrer direkt dahinter aber gehen, weil das Team sie sich einfach nicht mehr leisten kann."
Blickt man auf die Abgänge zum Saisonende, trifft diese Einschätzung zumindest teilweise zu: Mit u. a. Topsprinter Olav Koij (zu Décathlon), dem einstigen Roubaix-Sieger Dylan van Barle (zu Soudal) und Rundfahrt-Talent Cian Uijtdebroeks (zu Movistar) verlassen namhafte Fahrer den Rennstall.

Keine großen Transfers bei Visma-Lease a Bike

Bei den Neuzugängen hingegen fehlen die ganz großen Transfers, Zeitfahrer Bruno Armirail (von Décathlon) und Kletterer Davide Piganzoli (von Polti) sind die hervorstechendsten Namen.
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Allerdings bleibt festzuhalten, dass Visma neben Vingegaard und van Aert auch weiterhin durchaus etliche absolute Topfahrer in seinen Reihen hat, etwa Giro-Gewinner Simon Yates, den zweifachen Paris-Nizza-Sieger Matteo Jorgenson, Kletterer Sepp Kuss, Zeitfahrer Edoardo Affini und den lange ausgefallenen Allrounder Christophe Laporte.

Visma glänzt mit Top-Talenten

Zudem sei Geld nicht alles, betont auch Riis. Vingegaards Landsmann lobt zwar explizit das UAE-Team für gutes Scouting und Talententwicklung - aber auch Visma muss sich in diesem Bereich nicht verstecken.
Aus dem hauseigenen Nachwuchsteam kommen Jahr für Jahr Talente in die WorldTour-Mannschaft, die sich sehen lassen können. Bestes Beispiel 2025 war Sprinter Matthew Brennan: Der Brite (Jahrgang 2005) gewann nicht weniger als zwölf Rennen, darunter vier Siege in der WorldTour.
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Jonas Vingegard und Wout van Aert mit ihren Visma-Teamkollegen

Fotocredit: Imago

Brennan ist dabei längst nicht der einzige jüngere Hoffnungsträger im Visma-Kader, so gilt etwa Jörgen Nordhagen als großes Rundfahrttalent - der 20-jährige Norweger wurde bei der Tour de l'Avenir nur von den beiden Überfliegern Paul Seixas und Jarno Widar knapp geschlagen, ließ aber Lorenzo Finn hinter sich.
Auch wenn andere Teams finanziell an Visma vorbeigezogen sein mögen: Sportlich kann der Rennstall mit Blick auf 2025 hinter dem unerreichten UAE-Starensemble eine eindrucksvolle Bilanz vorweisen. Mit Giro d'Italia und Vuelta a España wurden zwei der drei GrandTours gewonnen, die Tour de France auf Rang zwei und mit dem Sieg in der Mannschaftswertung beendet und insgesamt 40 Erfolge gefeiert.
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Quelle: Eurosport


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