Froome erklärte in einer Mitteilung seines Sky-Rennstalls: "Mein Asthma wurde während der Vuelta schlimmer und ich habe meine Salbutamol-Dosierung erhöht. Wie stets habe ich die größte Sorgfalt darauf verwendet sicherzustellen, dass ich nicht mehr als die erlaubte Dosis verwende."
Sein Team führte an, dass auch bei der Verwendung erlaubter Dosen des Mittels eine erhöhte Konzentration der Abbauprodukte im Urin eines Fahrers möglich sei, etwa durch Dehydrierung oder Wechselwirkung der Substanz mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln.
Die UCI verzichtete auf die eigentlich obligatorische vorläufige Sperre Froomes: "Eine Substanz wie Salbutamol erfordert eine solche Suspendierung des Fahrers nicht."
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Mit Blick auf das laufende Verfahren wollte der Weltverband keine weiteren Informationen veröffentlichen, sondern erklärte nur, das Testergebnis bei Froome habe oberhalb der erlaubten Schwelle von 1000 Nanogramm pro Milliliter gelegen.

Attacke am Schlussanstieg! Nach dieser Etappe wurde Froome positiv getestet

Froome droht der Verlust seines Vuelta-Sieges, die Sanktion für das Vergehen kann aber zwischen einer Ermahnung bis hin zu einer zweijährigen Sperre liegen.
Eine Salbutamol-Konzentration oberhalb des Grenzwertes wird nicht mehr als erlaubte Therapie von Asthma-Symptomen angesehen, sondern als unerlaubte Leistungssteigerung. Es liegt dann am Athleten, durch eine Studie den Nachweis zu erbringen, dass der Messwert doch die Folge einer therapeutischen Inhalation ist.

Froome-Wert doppelt so hoch wie Grenzwert

Team Sky präzisierte in seiner Pressemitteilung, der Wert nach der 18. Vuelta-Etappe sei bei 2000gn/ml gelegen. Keiner der 20 weiteren Tests bei Froome im Laufe der dreiwöchigen Rundfahrt habe Auffälligkeiten gezeigt, die Erklärungen erfordert hätten und Froome habe bei allen Tests angegeben, dass er das Medikament verwende.
Froome teilte dazu mit: "Es ist bekannt, dass ich Asthma habe und ich kenne die Regeln genau. Ich weiß bestens, dass ich jeden Tag kontrolliert werde, wenn ich das Spitzenreiter-Trikot einer Rundfahrt trage." Der 32-Jährige führte das Rennen ab der 3. Etappe an. Froome ergänzte:
Ich nehme meine Führungsrolle im Sport sehr ernst. Die UCI hat völlig Recht, die Testergebnisse zu untersuchen und zusammen mit dem Team werde ich jedwede Information bereitstellen, die benötigt wird.
Auf der 17. Vuelta-Etappe, am Tag vor dem positiven Test, hatte Froome überraschend Zeit auf seine Konkurrenten verloren:
Der Test in Spanien war von der CAFD ( Cycling Anti-Doping Foundation) durchgeführt worden, dem von der UCI eingesetzten unabhängigen Kontrollorgan des Radsports.
Froome hatte in der Vergangenheit mehrfach Ausnahmegenehmigungen zum Gebrauch von Medikamenten zur Behandlung asthmatischer Beschwerden erhalten, wie die Hacker-Plattform Fancy Bears für zwei Rennen 2013 und 2014 enthüllte.
Froome war 2017 erstmals das Double aus Tour de France und Vuelta a España gelungen. Vor wenigen Tagen hatte er angekündigt, 2018 nicht nur seinen fünften Tour-Sieg, sondern auch den Gewinn des Giro d'Italia anzustreben.
Nun zeichnet sich ein längerer Expertenstreit über die Testergebnisse und ihre Bewertung sowie die sich daraus ergebenden möglichen Sanktionen ab.
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