Vuelta a España 2024: Favoriten-Check zur Spanien-Rundfahrt - Primoz Roglic will seinen vierten Titel einfahren

Neun Bergankünfte, zwei Einzelzeitfahren, insgesamt 3304 Kilometer. Die 79. Vuelta a España ist vor allem eine Rundfahrt für die Bergspezialisten. Ohne die Topfahrer Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard kämpfen zahlreiche Fahrer um den Gesamtsieg. Primoz Roglic vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe könnte mit seinem vierten Titel einen Rekord einstellen. Die Favoriten der Vuelta im Check.

Vuelta-Strecke: So sieht der Kurs 2024 von Lissabon nach Madrid aus

Quelle: Eurosport

Ganz alleine stand Primoz Roglic bei der Teamvorstellung in Lissabon auf der Bühne - gerne würde er das in drei Wochen in Madrid wiederholen, dann aber in das Rote Trikot gekleidet anstatt sein Red Bull-Bora-hansgrohe-Outfit.
Es gab wohl ein Missverständnis um den Startzeitpunkt der Veranstaltung, daher verspätete sich der dreifache Gesamtsieger der Rundfahrt. Um sich ein viertes Mal krönen zu lassen, was den Rekord von Roberto Heras einstellen würde, wird er alleine nicht weit kommen. Auch Roglic ist auf sein Team angewiesen.
Das könnte in diesem Jahr noch stärker sein, als die Equipe, die in Frankreich am Start stand. Mit Daniel Felipe Martínez und Aleksander Vlasov können sogar zwei Fahrer die Kapitänsrolle übernehmen, falls der Slowene nach seinen Stürzen noch nicht wieder in Topform ist.
Obwohl die ganz großen Namen wie Pogacar, Vingegaard oder der Tour-Dritte und Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel in Lissabon fehlen, wird Roglic der Sieg nicht leichtgemacht werden. Ex-Teamkollege Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike) geht als Titelverteidiger an den Start und auch das UAE Team Emirates schickt eine sehr schlagkräftige Mannschaft. Dazu kommen zahlreiche Kandidaten aus der "zweiten Reihe" und natürlich spanische Lokalmatadoren.

Die Vuelta-Favoriten im Ranking

1. Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe)
Als dreifacher Sieger geht der Slowene als Topfavorit ins Rennen. Nach seinem Geschmack dürfte es zwar mehr als 36,6 Zeitfahr-Kilometer geben, doch er sollte der stärkste der Favoriten im Kampf gegen die Uhr sein.
In seiner Karriere hat er zudem oft gezeigt, dass die kurzen, steilen Anstiege, die eine Vuelta generell ausmachen, genau nach seinem Geschmack sind. Zieht man Landsmann Pogacar ab, ist sein Antritt bei diesen Zielankünften immer noch einer der besten weltweit. Das könnte ihm bei den neun Bergankünften einen Vorteil verschaffen.
Mit Vlasov und dem Zweiten des Giro d'Italia, Martínez, aber auch mit dem deutschen Florian Lipowitz, stehen starke Helfer in den Bergen an seiner Seite. Das Raublinger Team zählt zu den top-besetzten. Ergo: Wenn Roglic seine Sturzverletzungen vom Juli überwunden hat, ist er der Mann, den es zu schlagen gilt.
2. Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike)
Eigentlich sollte Kuss im Juli seinem Teamkollegen Vingegaard zum dritten Tour-Gesamtsieg verhelfen. Eine Covid-Infektion verhinderte jedoch seinen Start bei der Grand Boucle.
Die Infektion hat er überwunden und nähert sich seiner Topform an, wie sein Sieg bei der Burgos-Rundfahrt als "Generalprobe" für die Vuelta zeigte. Im vergangenen Jahr gewann er als eigentlicher Edelhelfer die Rundfahrt vor Vingegaard und Roglic, nun ist der Fokus mehr denn je auf den US-Amerikaner gerichtet.
"Dieses Rennen wird immer in den Bergen entschieden", sagte er bei der Teamvorstellung, "vor allem in diesem Jahr mit so vielen Bergankünften." Für den 27-Jährigen ist das eine gute Nachricht. Im Hochgebirge kann er mit den besten mithalten, im Zeitfahren weniger. Mit Wout van Aert gibt ein prominenter Teamkollege sein Debüt bei der Vuelta. Mit Cian Uijtdebroeks und Attila Valter sind außerdem starke Berghelfer dabei.
3. João Almeida (UAE Team Emirates)
Der Portugiese dürfte mit Extra-Motivation am Start stehen, immerhin führen die ersten Etappen durch sein Heimatland. Er kommt außerdem mit guten Erinnerungen von der Tour zurück: Dort wurde er Gesamt-Vierter und half Pogacar zum Gesamtsieg.
Für ihn ist die Teamstärke ein entscheidender Vorteil. UAE Team Emirates hat auf dem Papier erneut eine bärenstarke Mannschaft: Adam Yates könnte ebenfalls Ansprüche auf die Gesamtwertung stellen, Marc Soler und Pavel Sivakov waren in Frankreich auch dabei und sind starke Bergfahrer. Mit Brandon McNulty und Jay Vine kommen weitere starke Allrounder dazu. Und Isaac del Toro gilt mit seinen 20 Jahren als das nächste große Supertalent im Radsport.
Almeida sollte sich in diesem starken Team mit seinen Zeitfahrqualitäten und seiner Konstanz durchsetzen. Der Portugiese war in bisher jeder Grand Tour, die er beendete, in den Top Ten und meist mindestens in Reichweite des Podiums.
4. Mikel Landa (T Rex-Quick-Step)
"Bei der Vuelta werde ich ein T-Rex sein", sagte Mikel Landa vor dem Start der Rundfahrt in Anspielung auf die Umbenennung seines Teams. "T Rex" ist ein Produkt im Sortiment des Hauptsponsors Soudal. Entsprechend angriffslustig will sich der Spanier geben.
"Ich habe noch eine Rechnung mit der Vuelta offen", sagte der 34-Jährige. Denn: "Ich habe schon gute Ergebnisse beim Giro und der Tour eingefahren, aber ein Top-Resultat in Spanien fehlt mir noch".
Landa wurde zuletzt Fünfter bei der Tour de France und zeigt seit mehr als einem Jahrzehnt, dass er zu den weltbesten Bergfahrern gehört. Damit dürfte ihm diese Vuelta sehr gut liegen, vergangenes Jahr wurde er Fünfter - ansonsten hat er tatsächlich kein Top-Ten-Ergebnis beim "Heimrennen" vorzuweisen.
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Presentazione da Hollywood: la Soudal di Landa si presenta con un T-Rex

Quelle: Eurosport

5. Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers)
Der 23-jährige Spanier geht in seine vierte Grand Tour. Bisher war er immer unter den ersten sieben platziert. Rodríguez überzeugt mit seinen Allround-Fähigkeiten und seiner Leidensfähigkeit im Hochgebirge.
Was ihn von einer Podiumsplatzierung abhalten könnte, ist seine Performance in der dritten Woche der großen Landesrundfahrten. Diese Vuelta ist auch gerade am Ende noch sehr anspruchsvoll, zuletzt - auch bei der Tour - ließ er gegen Ende etwas nach und büßte ein besseres Endergebnis ein.
Mit Thymen Arensman könnte ein weiterer Ineos-Grenadiers-Profi unter die ersten Zehn fahren. Mit Laurens de Plus, Jhonatan Narváez und Oscar Rodriguez ist die britische Equipe gut besetzt, schickt aber im Vergleich zu anderen Teams nicht die bestmögliche Zusammenstellung nach Lissabon. Bringt Rodríguez aber konstant gute Leistungen über drei Wochen, ist ihm ein Platz auf dem Podium zuzutrauen.

Der erweiterte Kreis

Neben den "Top Five" gibt es weitere Kandidaten, die auf ein Top-Ergebnis abzielen. Viele sind Co-Kapitäne bei den besten Teams, wie Yates, Martínez oder Vlasov. Andere wittern ohne die absoluten Superstars Pogacar und Vingegaard ihre Chance mit einem kleineren Team.
"Ich würde lieber Fünfter als wieder Vierter werden", sagte etwa Ben O'Connor, der nach vielen guten Platzierungen bei Grand Tours endlich aufs Podium möchte.
Mit Max Poole von dsm-firmenich-Post NL ist ein weiterer Jung-Profi zu nennen. Mit 21 Jahren wurde er zuletzt Zweiter hinter Kuss bei der Burgos-Rundfahrt. Dazu kommt mit Lokalmatador Enric Mas (Movistar) ein Fahrer, der schon dreimal Zweiter bei seiner Heimrundfahrt wurde.
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Teamvorstellung verpasst: Roglic alleine auf der Bühne

Quelle: Eurosport


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