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Rad-WM 2018: Tony Martin im Zeitfahren klar geschlagen
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Publiziert 26/09/2018 um 16:44 GMT+2 Uhr
Tony Martin hat die angestrebte Medaille bei der Zeitfahr-WM 2018 klar verpasst. Der vierfache Weltmeister kam in Innsbruck als Siebter nach 52,1 Kilometern mit deutlichen Rückstand auf das Podium ins Ziel. Gold holte der Australier Rohan Dennis, der Vorjahressieger Tom Dumoulin (Niederlande) deklassierte und sich erstmals den Zeitfahr-Titel sicherte. Bronze ging an den Belgier Victor Campenaerts.
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Titelverteidiger Dumoulin rettete Silber um weniger als eine Sekunde vor Campenaerts. Für ihn war es ein weiterer zweiter Platz nach Giro d'Italia und Tour de France.
Martin hingegen fehlten 2:25 Minuten zum neuen Weltmeister und etwas mehr als eine Minute zu einer Medaille:
Mehr als ihm lieb war spielte wohl doch der bei der Tour de France erlittene Wirbelbruch eine Rolle.
"Ich dachte, dass ich noch frischer bin, aber man steckt eben nicht drin. Vielleicht war es doch eine Hauruck-Aktion, der Körper braucht halt auch Energie, um zu heilen", sagte Martin. Er habe es sich "positiv" reden wollen, fügte er hinzu.
Schachmann: "Habe keinen Fehler gemacht"
Dennis lag an beiden Zwischenzeiten vor der Konkurrenz - doch während im Flachstück Dumoulin und auch Martin noch in Schlagdistanz blieben, zog der Australier im bis zu 14% steilen Anstieg davon und hatte dort bereits über eine Minute Vorsprung.
Teamweltmeister Maximilian Schachmann zeigte einen mutigen Auftritt und belegte einen guten elften Rang (1:06:42). Martin verlor die entscheidende Zeit im Kampf um einen Podestplatz im knapp fünf Kilometer langen Anstieg hinauf nach Gnadenwald. "Ich bin nicht unzufrieden. Es war ein gutes Rennen, ich habe keine Fehler gemacht", sagte Schachmann, "schade, dass es nicht für die Top 10 gereicht hat."
"Es ist unglaublich", sagte Dennis, "ich habe früh an den Sieg geglaubt, aber sicher kann man sich nie sein."
Gnadenloser Anstieg nach Gnadenwald
Zur Streckenhälfte sah es für Martin noch recht gut aus, die Chancen auf Bronze waren intakt. Doch im fünf Kilometer langen Anstieg zur Gemeinde Gnadenwald passierte das Erwartete, der Weltmeister der Jahre 2011 bis 2013 und 2016 verlor auf die schnellerer Kletterer unter den Zeitfahrern kontinuierlich.
Auch wenn er sich danach wieder fing, diese Hypothek war zu groß.
Dass es für Martin bestenfalls um Bronze gehen würde, hatte sich rasch abgezeichnet. Die beiden Favoriten Dennis und Dumoulin hatten sich bereits am ersten Zeitmesspunkt etwas abgesetzt, Martin rangierte direkt dahinter. Sein letzter WM-Titel vor zwei Jahren in Katar bleibt damit vorerst auch der letzte Sieg in einem wichtigen internationalen Zeitfahren.
Martin war sich im Klaren darüber, dass er einen perfekten ersten Streckenabschnitt benötigen würde, um in den Kampf um das Podest überhaupt eingreifen zu können. Gut 30 Kilometer hatte der gebürtige Lausitzer, um auf dem Hochgeschwindigkeitsteil der Strecke einen Vorsprung herauszufahren, von dem er später zu zehren hatte.
Keine Zeitfahr-Medaillen für BDR
Nach seinem deprimierenden Rennen vor einem Jahr in Norwegen (Rang neun) hatte Martin sich akribisch vorbereitet, war bereits eine Woche zuvor angereist und hatte den schwierigen Kurs insgesamt viermal intensiv erkundet. Nichts wollte Martin dem Zufall überlassen, und auch sein bei der Tour de France erlittenen Wirbelbruch sollte kein Alibi darstellen.
Schachmann stand dagegen gelöst und mit großem Selbstbewusstsein am Start. Der Gnadenwald-Anstieg, der Martin so gar nicht lag, war für ihn auf dem Papier ein Vorteil. Schachmann legte dann auch vor allem im zweiten Streckenabschnitt zu und absolvierte unterm Strich eine gute WM-Zeitfahrpremiere bei den Profis. Am Sonntag will er auch im abschließenden Straßenrennen nochmals eine Kostprobe seines Vermögens abgeben.
Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) holte damit in die Zeitfahrwettbewerben wie schon im Vorjahr in Norwegen keine Medaille. Davor waren diese Rennen immer die große Stärke des BDR gewesen. Die WM-Titel für Schachmann und Trixi Worrack sowie Lisa Klein im Zeitfahren der Profiteams gehen nicht in die Nationenwertung ein.
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