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Rad-WM: Remco Evenepoel trotz "Panik" und "Desaster" zu Gold im Zeitfahren - Superstar rettet Titel in Duell
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Publiziert 23/09/2024 um 12:28 GMT+2 Uhr
Remco Evenepoel hat das Gold-Double im Zeitfahren perfekt gemacht, doch dabei mächtig Nerven gelassen. Gleich zwei Schreckmomente musste der Belgier verkraften - und er wusste, dass er sich im Duell mit Filippo Ganna keine Schwäche würde leisten können. Nur sechs Sekunden betrug der Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger aus Italien am Ende der 46,1 Kilometer langen Strecke rund um Zürich.
Das kostet Nerven: Schreck für Evenepoel direkt vor Start
Quelle: Eurosport
Evenepoel erlebte gleich am Start seine erste Schrecksekunde, als ihm gut eine Minute vor seinem Beginn die Kette vom Blatt fiel. Hektik breitete sich aus beim Titelverteidiger und seinen Mechanikern und Helfern. Doch sie waren schnell mit dem Ersatzrad zur Stelle und konnten zugleich die Kette wieder auflegen, sodass der Belgier auf seinem extra golden lackierten Rahmen sitzenbleiben konnte.
"Ich spürte die Panik in mir hochkommen, denn ich wusste nicht, wie viel ich noch Zeit bis zum Start hatte. Ich sah dann das Ersatzrad kommen, aber dann haben sie die Kette doch noch raufbekommen", erklärte der 24-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem Rennen.
So gut es ging, versuchte er ruhig zu bleiben, besann sich dabei auf einen Rat seiner Frau: "Sie sagt mir immer, über das, worüber du keine Kontrolle hast, sollst du die Ruhe bewahren."
Evenepoel: "Das war ein Schock"
Einen Satz, an den er sich wenige Momente später gleich wieder erinnern musste, verlor er doch die Verbindung zu seinem Powermeter. "Das war eigentlich das nächste Desaster. Ich fahre immer nach den Daten und es war ein Schock, plötzlich keine Zahlen mehr zu sehen", schilderte Evenepoel, der sich nun voll auf sein eigenes Gefühl als auch die Anweisungen aus dem Betreuerauto verlassen musste und seinen genauen Rennplan, der auf seine Leistungsdaten abgestimmt war, nun aus dem Kopf abrufen musste.
"Ich versuchte die Kurbelumdrehungen zu fühlen. Ich glaube, den Anstieg hätte ich mit den Daten schneller fahren können. Das war auch der Plan, das Rennen dort zu entscheiden, was dann nicht der Fall war", so der Belgier, dem aber auch diese Panne nichts anhaben konnte.
Zwar blieb er dann bis zur Ziellinie von weiteren Pechmomenten verschont, musste aber nochmals um seinen Erfolg zittern, nachdem sein schärfster Verfolger Ganna noch Windschattenglück auf den letzten Kilometern hatte, nachdem er den eineinhalb Minuten vor ihm gestarteten Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) eingeholt hatte.
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Packendes Duell um Gold: Highlights des Zeitfahrens in Zürich
Quelle: Eurosport
Evenepoel: "WIll nicht arrogant klingen, aber ...
"Ich will nicht arrogant klingen, aber wenn ich meine Pacing-Strategie hätte umsetzen können, dann wäre der Vorsprung größer gewesen", meinte Evenepoel, der zuletzt gar nicht so vor Selbstvertrauen strahlte. "Vor der Tour of Britain hatte ich echt Angst, dass ich noch rechtzeitig in Form komme. Deswegen habe ich auch die Europameisterschaften ausgelassen, wie auch Ganna", erklärte er. Und das Duo lag am Ende des WM-Zeitfahrens dann auch vor Edoardo Affini (Visma – Lease a Bike), der sich in Limburg den EM-Titel gesichert hatte.
Auch wenn es noch einmal richtig knapp wurde, nahm sich Evenepoel bei der Zielüberquerung Zeit für den Jubel. Mit dem Finger in die Höhe gestreckt zeigte er an, dass er die Nummer eins im Kampf gegen die Uhr ist. "Ich habe gesehen, dass die Zeit noch grün ist, also wollte ich mit meinem goldenen Helm und dem Rad schon was Besonderes zeigen", erklärte der Belgier abschließend und fügte an: "Zumindest war es heute wieder eine weitere gute Geschichte für die Kinder."
Das Trio auf dem Podium sorgte dann auch noch für ein besonderes Bild, als die beiden großgewachsenen Italiener neben dem Belgier Platz nahmen. "Da fühlte ich mich wie Pogacar", grinste Evenepoel und gab seine Beschreibung für den Moment ab: "Neben mir die zwei Scheiben Brot und ich war der Mozzarella in der Mitte. Auf Podium ist es für mich wichtig, dass ich am höchsten Punkt stehe, sonst passe ich ja gar nicht ins Bild."
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