Rad-WM: Remco Evenepoel einzigartig - aber trotz Gold-Serie noch lange nicht der beste Zeitfahrer der Geschichte

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Gold ja, GOAT nein: Remco Evenepoel hat mit seinem vierten Zeitfahr-Titel in Serie bei der Rad-WM schon zum Auftakt Geschichte geschrieben. Der Triumph in Montreal unterstrich eindrucksvoll die Extraklasse des Belgiers und seine Ausnahmestellung in dieser Disziplin. Ein Ende seines Gold-Abonnements ist nicht abzusehen, der nächste Rekord nur eine Frage der Zeit. Zum GOAT aber reicht es noch nicht.

Evenepoels Gold-Serie im Zeitfahren seit 2023: Vier WM-Titel in Serie

Quelle: Eurosport

Ob Schottland oder Schweiz, Afrika oder Nordamerika - Remco Evenepoel ist seit 2023 in den WM-Rennen im Kampf gegen die Uhr nicht zu schlagen. Sein vierter Sieg in Serie ist in der Geschichte der Titelkämpfe einmalig, er hat nun die Hattricks von Tony Martin und Fabian Cancellara überboten und nach Titeln insgesamt zum Deutschen und Schweizer aufgeschlossen.
Titel Nummer vier soll dabei auch nur eine Zwischenstation sein, kündigte der Olympiasieger an: "Ich will das Regenbogentrikot so lange wie möglich behalten - das fünfte WM-Gold ist eines meiner Ziele für 2027."
Dann findet die WM in Frankreichs Alpen statt und in Sallanches winkt Evenepoel dort die Chance auf die Bestmarke, bevor er bei den Titelkämpfen in Abu Dhabi 2028 nachlegen könnte. Sollte der 26-Jährige gesund und motiviert bleiben, ist ein Ende seiner Serie kaum absehbar, weil er im Unterschied zu anderen Top-Zeitfahrern sowohl auf flachen Kursen als auch bei bergigen Strecken wie in Kigali 2025 herausragend ist.
Nur in reinen Bergzeitfahren wären ihm manche Konkurrenten wie Tadej Pogacar wohl überlegen, aber ein solches Profil gab es bei Titelkämpfen noch nie.
Bei der Rekordjagd des Red Bull-Profis ist das Alter sein großer Trumpf - Cancellara (29) und Martin (31) waren einst bei ihren vierten Titeln deutlich älter und sahen sich dann sowohl jüngerer Konkurrenz als auch teilweise für sie nicht idealen Kursen als Herausforderungen gegenüber.
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Evenepoel nach viertem Streich: "Ein wunderschönes Erlebnis"

Quelle: Eurosport

Evenepoel noch nicht der Zeitfahr-GOAT

Bei allem Respekt für Evenepoels herausragende Qualitäten und seine Erfolge im Kampf gegen die Uhr - zum GOAT dieser Disziplin, wie insbesondere Teile der belgischen Medien ihn nun titulierten, macht ihn das nicht.
Denn dazu allein die WM als Maßstab heranzuziehen, greift zu kurz: Erst seit 1994 wird auf dieser Weltbühne um die Medaillen gekämpft, viele überragende Zeitfahrer früherer Jahrzehnte hatten nie die Gelegenheit, sich diesen Titel zu holen.
Wie dominant die Zeitfahr-Superstars früherer Generationen wie Jacques Anquetil (Frankreich), Eddy Merckx (Belgien) und Bernard Hinault (Frankreich) waren, zeigt ein Blick auf ihre Siegeslisten. Merckx gewann in seiner Karriere 69 Zeitfahren, darunter 26 Etappen bei Tour, Giro und Vuelta und hielt 28 Jahre den Stundenweltrekord. Hinault war in 20 Tour-Zeitfahren nicht zu schlagen und siegte 51 Mal im Kampf gegen die Uhr.
"Monsieur Chrono", wie Anquetil aus offensichtlichen Gründen genannt wurde, sammelte 63 Zeitfahrsiege und gewann dabei neunmal die inoffizielle Zeitfahr-WM, den GP des Nations.
Jacques Anquetil im Zeitfahren bei der Tour de France 1959

Jacques Anquetil im Zeitfahren bei der Tour de France 1959

Fotocredit: Getty Images

Evenepoels aktueller Palmares umfasst bislang 27 EZF-Siege, davon sechs bei Grand Tours. Das ist herausragend, aber noch immer weitaus weniger als auch bei Martin (50) oder Cancellara (58). Beide kann er selbstverständlich noch überflügeln - nur aktuell kommt der Titel des GOAT noch zu früh für ihn.
Dem Belgier selbst scheint dies durchaus bewusst, er wählt seine Ziele sorgfältig aus und hat nun im Straßenrennen das Double bei der WM im Visier - was niemand bislang vor ihm erreichte. Dahinter stehen andere Projekte zurück, betonte er nun erneut: "Der Stundenweltrekord? Ich habe vorher andere Ziele zu erreichen", so Evenepoel. Die Marke von Filippo Ganna mit 56,792 Kilometern aus dem Jahr 2022 hat also noch Gnadenfrist.
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Highlights: Seixas lässt aufhorchen - Evenepoel unantastbar

Quelle: Eurosport


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