Rad-WM 2026: Skye Davidson absolviert Zeitfahren auf dem Rad des Teammanagers - Platz 40 auf elf Jahre altem Gerät
Von Niklas Bien
Publiziert 21/09/2026 um 11:39 GMT+2 Uhr
Die Radsport-WM 2026 in Montreal hat beim Zeitfahren der Frauen am Sonntag gleich ihre erste besondere Geschichte geschrieben: Skye Davidson aus Simbabwe trat nämlich nicht mit ihrem eigenen Rad an, sondern mit dem ihres Teammanagers. Das Ersatzgerät hatte nicht nur die falsche Größe, sondern war schon elf Jahre alt. Trotz der Umstände ließ die 28-Jährige sieben Starterinnen hinter sich.
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Quelle: Eurosport
"Es ist das erste Mal, dass ich mit diesem Rad gefahren bin, weil mein Rad gestern kaputtgegangen ist", meinte Davidson laut "Cycling Weekly" nach dem Zeitfahren. Die 28-Jährige hatte das Rennen als erste Fahrerin eröffnet.
Nach dem Defekt an ihrem Rad musste die Sportlerin aus Simbabwe umsatteln – und auf das elf Jahre alte Cervélo P3 ihres Teammanagers Nathan van Vuuren zurückgreifen.
Die andere Option wäre gewesen, für den Zeitfahr-Wettkampf ihr normales Straßenrad zu verwenden. Verglichen damit "war es großartig", betonte die studierte Astrophysikerin.
Die Technik der Zeitfahrräder hat sich in den vergangenen elf Jahren naturgemäß weiterentwickelt. Anders als ihre Konkurrenz schaltete Davidson nicht elektrisch, sondern mechanisch. Gebremst wurde mit klassischen Felgenbremsen, der Lenker war mit einem schraubbaren Aufsatz versehen.
Trotz der Umstände "ziemlich glücklich"
Üblich sind hydraulische Scheibenbremsen und ein spezieller Aerolenker. Dazu hatte das Rad ihres deutlich größeren Teammanagers nur annähernd die richtigen Maße: Davidson absolvierte die 39,2 Kilometer auf Rahmengröße 56. Ihr eigenes Sportgerät hat Größe 54.
Trotz der Hindernisse und der Tatsache, dass sie seit einigen Jahren kein Zeitfahren mehr bestritten hatte, war Platz 40 von 47 für sie ein gutes Ergebnis.
"Wenn man die Umstände berücksichtigt, bin ich ziemlich glücklich", konstatierte die 28-Jährige, die mit 11:37,98 Minuten Rückstand auf Siegerin Marlen Reusser (Schweiz) ins Ziel kam.
"Ich war eigentlich sehr froh, dass ich als Erste starten durfte, denn ich glaube, das nimmt einem irgendwie den ganzen Druck. Und es war ganz schön, dem Motorrad vor mir folgen zu können", sagte die mehrfache simbabwische Meisterin im Straßenrennen und Zeitfahren.
Davidson startet auch im WM-Straßenrennen
Gerade das Wissen darum, dass die großen Namen sie nicht direkt jagen würden, sei "ziemlich schön" gewesen.
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Skye Davidson ging bei der WM mit einem elf Jahre alten Fahrrad an den Start
Fotocredit: Getty Images
So hatte Davidson zu Beginn Ressourcen, sich auf die kurvige Strecke in Montreal zu konzentrieren. "Ich glaube, ich bin ein bisschen zu schnell losgefahren, was aber völlig in Ordnung ist. Daraus kann ich lernen", so die 28-Jährige.
Am kommenden Samstag steht für die 40. des Zeitfahrens die nächste Herausforderung auf internationalem Topniveau an: Davidson geht im Straßenrennen über 180 Kilometer an den Start.
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