radsport-news.com
Wout van Aert sorgt sich um "fragilen Radsport" und fordert Eintrittsgelder und Unterstützung weltweiter Sponsoren
Von
Update 30/11/2025 um 16:16 GMT+1 Uhr
Wout van Aert (Visma-Lease a Bike) sieht die Zukunft des Radsports durch eine zu schmale finanzielle Basis und Ungerechtigkeiten in der Verteilung der monetären Mittel gefährdet. Van Aert sprach dabei von einer "Fragilität", die deutlich geringer wäre, "wenn es neben Sponsorengeldern auch Einnahmen aus dem Sport selbst gäbe" und machte mehrere Vorschläge zur Geldeinnahme.
Wout van Aert bei der Tour de France 2025
Fotocredit: Getty Images
Dabei erwähnte er neben möglichen Eintrittsgeldern für Radrennen auch die Erlöse aus Fernsehrechten und nannte dabei die Nordamerikanische Basketballliga NBA als Vorbild.
"Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber Rennen wie die Flandern-Rundfahrt oder die Tour de France hängen von uns ab, den Fahrern und Teams, die teilnehmen. Doch als Team erhalten wir nicht einmal eine ausreichende Entschädigung, um die Teilnahmekosten zu decken. Das erscheint mir das Minimum. Der Kuchen könnte gerechter verteilt werden", sagte der Belgier in einem Interview mit der Zeitung "De Tijd".
"Wenn ich sehe, wie die NBA ihre Spielstätte kontrolliert und die Teams trotzdem an den Fernseheinnahmen beteiligt: Davon kann der Radsport viel lernen", betonte van Aert, der Anfang November bei einer Red-Bull-Sponsorenreise in die USA Bekanntschaft mit der NBA-Legende Reggie Miller machte.
Den Verkauf von Tickets wie etwa zu Crossrennen hält der 31-Jährige ebenfalls für eine sinnvolle Option. "Im Radsport sind wir vielleicht ein wenig zu sehr auf den Charme und das Volksnahe fokussiert. Wenn man fünf Euro Eintritt verlangt, heißt das nicht, dass es nicht mehr volksnah ist. Im Cyclocross wird auch Eintritt verlangt – und Volksnäheres gibt es nicht", sagte er.
"Globale Konzerne" als Sponsoren
Aber auch den Einstieg von internationalen Konzernen oder gar von Regierungen wie im Fall des UAE-Teams von Weltmeister Tadej Pogacar begrüßte van Aert. "Es gibt Sponsoren aus dem Nahen Osten und globale Konzerne wie Lidl oder Red Bull. Je mehr, desto besser", sagte er. Dabei forderte er allerdings einen Mechanismus, von dem auch finanzschwächere Rennställe profitieren könnten.
"Natürlich gibt es Sponsoren, die sagen könnten: Hier sind 100 Millionen, macht damit, was ihr wollt. Aber dann würden wir weiterhin alles auf dieselbe Weise angehen. Und die schwächeren Teams würden weiterhin nicht profitieren. Die Kluft würde sich nur noch vergrößern. Es geht um das gesamte Umsatzmodell", so der Allrounder abschließend.
Das könnte Dich auch interessieren: Pogacar: Giro und Vuelta sollen Termine tauschen
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/10/23/image-e9d5c9a0-1f60-4c34-8e3c-0fdbf6092a98-85-2560-1440.jpeg)
Zweimal Alpe d'Huez: Die Tour-Strecke 2026 von Barcelona nach Paris
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung