Sébastien Ogier und die Sehnsucht nach Saisonsieg Nummer drei

Das größte Glück hatte Rallye-Star Sébastien Ogier bereits Mitte Juni erlebt. Der 32 Jahre alte Franzose und seine Frau, die deutsche TV-Moderatorin Andrea Kaiser, wurden Eltern des kleinen Tim. Ab Freitag will der dreimalige Weltmeister auch in seinem Beruf wieder erfolgreich sein und bei der Rallye Deutschland seinen dritten Saisonsieg feiern.

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Der vierte WM-Titel wäre dem Franzosen dann wohl nicht mehr zu nehmen. "Endlich habe ich mal wieder eine realistische Siegchance", sagte Ogier im Vorfeld. Er ist der Star der Rallye-Szene und das Aushängeschild der Motorsportsparte von Volkswagen, doch sein letzter Sieg liegt mittlerweile schon sechs Monate zurück. In den vielen Schotterprüfungen zuletzt hatte Ogier zwar fleißig WM-Punkte gesammelt, den Sieg holten jedoch immer andere Fahrer. Auf der anspruchsvollen Asphalt-Rallye rund um Trier soll sich das nun ändern.
"Die Voraussetzungen sind vor der Rallye Deutschland die bisher besten der Saison", sagte VW-Motorsport-Direktor Jost Capito selbstbewusst vor dem Start an der historischen Porta Nigra.

Vorsprung auf Mikkelsen

Neben dem WM-Führenden Ogier fahren auch der Norweger Andreas Mikkelsen sowie der Finne Jari-Matti Latvala für die Wolfsburger, derzeit auf Rang zwei und drei im Gesamtklassement. Latvala wurde im letzten WM-Lauf Ende Juli in seinem Heimatland Zweiter und machte so einen Schritt nach vorne in der Weltmeisterschaft.
Ogier hingegen ging leer aus, zum ersten Mal in dieser Saison. Sein Vorsprung auf Mikkelsen beträgt zwar immer noch 45 Punkte, Hoffnung macht ihm aber vor allem der Untergrund: Als WM-Führender muss Ogier seit einem halben Jahr als erster Fahrer auf die Strecke gehen - auf Schotter ein großer Nachteil. Auf Asphalt wie um Trier sind die Bedingungen nun wieder für alle gleich.
Der Franzose schätzt die Mischung aus Weinbergen, langsamen Kehren und rauen Betonpisten, rechnet sich auch dank seiner starken Fahrkünste einiges aus. "Meine Motivation und Vorfreude ist dementsprechend hoch", sagte er weiter.

Verschiedene Sieger in den letzten Rennen

Im vergangenen Jahr hatte Ogier die lange VW-Durststrecke in Deutschland endlich beendet, zuvor hatte vor allem Citroen den WM-Lauf um die Mosel dominiert. Ogiers Triumph vor Latvala und Mikkelsen bedeutete einen Dreifachsieg und stillte im VW-Lager viele Sehnsüchte.
Das nun zu wiederholen wird sehr schwer, die Rallye-WM ist mit sieben Siegern in acht Läufen eng wie selten. In Finnland gewann der Brite Chris Meeke, zuvor in Polen Mikkelsen, auf Sardinien der Belgier Thierry Neuville.
Dennoch: Der Sieg in Deutschland führt nur über das VW-Trio und damit über Ogier. Der junge Vater will einen großen Schritt zu seinem vierten Weltmeistertitel machen und erstmals mit Sohn Tim einen Rallye-Sieg feiern.
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