Olympia 2021: Ringer Artur Naifonov überlebte als Kind Schul-Geiselnahme in Beslan

Der russische Ringer Artur Naifonov hat bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze im freien Ringen in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm gewonnen. Doch die Vergangenheit des 24-Jährigen hat einen dunklen Fleck. Naifonov erlebte als Kind in Nordossetien die dreitägige Schul-Geiselnahme in Breslan mit. Mehrere Dutzend pro-tschetschenische Rebellen hatten tagelang rund 1200 Menschen festgehalten.

Artur Naifonov

Fotocredit: Getty Images

Naifonov überlebte als Siebenjähriger ebenso mit leichten Verletzungen wie seine drei Jahre ältere Schwester. Ihre Mutter verloren die beiden Kinder damals jedoch.
Bei der Geiselnahme am 1. September 2004 hatten Rebellen die Schule gestürmt. Drei Tage später griffen russische Sicherheitskräfte ein. Dabei starben 331 Menschen, darunter 186 Kinder. Zudem wurden über 700 Menschen verletzt.
Auch Naifonovs russischer Ringer-Kollege Zaurbek Sidakov ging auf die betroffene Mittelschule in Beslan, konnte aber der Geiselnahme kurz nach deren Beginn mit einigen anderen Schülern entkommen. In Tokio gewann der 25-Jährige die Goldmedaille im freien Ringen bis 74 Kilogramm.
Schon vor einigen Jahren meinte Sidakov, der nach dem Vorfall seine Ringerkarriere kurzzeitig unterbrochen hatte: "Dort bin ich aufgewachsen und habe angefangen zu trainieren. Beslan ist meine Heimatstadt. Ich erinnere mich an alles und werde es nie vergessen."
Im Interview mit "Meduza" meinte er zudem im Vorfeld der Spiele von Tokio: "Damals habe ich mir gesagt: Wenn ich jemals einen großen Sieg erringe, werde ich ihn jenen widmen, die in Beslan gelitten haben." Dieses Versprechen löste er in Tokio ein. Und auch für Naifonov gab es trotz seiner tragischen Vergangenheit bei Olympia ein sportliches Happy End.
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