Olympia 2026 - Dajana Eitberger lässt Reise nach Silbercoup Revue passieren: "Im Zehn-Minuten-Takt nur geheult"
Update 12/02/2026 um 09:55 GMT+1 Uhr
Für die Rodlerinnen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina gab es Silber im Doppelsitzer bei Olympia 2026 - der Weg war hart und emotional. "Es war gefühlt der schlimmste Tag. Ich habe seit heute Morgen um 7:00 Uhr im Zehn-Minuten-Takt nur geheult", sagte Eitberger nach dem Silbercoup im Eiskanal in Cortina d'Ampezzo. "Ich habe meinen Sohn heute unfassbar vermisst", fügte die 35-Jährige an.
Tränen-Interview: Eitberger und Matschina rühren Geisenberger
Quelle: Eurosport
"Es ist unbeschreiblich. Wenn wir an letzten Winter denken, wie wir gekämpft haben, um uns gegen die starken Teams, die da allein aus unserer Mannschaft sind, durchzuboxen", beschrieb Eitberger den Prozess zur Silbermedaille bei Eurosport.
Im Einsitzer gehörte sie lange zur Weltspitze, 2024/25 wechselte die zweimalige Weltmeisterin in den Doppelsitzer. "Bebettelt" habe sie der Bundestrainer Patric Leitner - "die richtige Entscheidung" wie sich spätestens am Mittwochabend herausstellte. Silber war es im Doppelsitzer bei den Olympischen Winterspielen, nur die Lokalmatadorinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer waren schneller.
Seit der Saison tritt Eitberger gemeinsam mit ihrer 15 Jahre jüngeren Partnerin Matschina an. Die beiden entwickelten sich, schwangen sich schnell an die Weltspitze auf und liegen im Weltcup auf dem zweiten Rang - die Silbermedaille ist die Krönung.
"Es ist unbeschreiblich. Wenn wir an letzten Winter denken, wie wir gekämpft haben, um uns gegen die starken Teams, die da allein aus unserer Mannschaft sind, durchzuboxen", sagte Eitberger mit Tränen in den Augen. Auch Eurosport-Expertin und Eitbergers langjährige Teamkollegin, Natalie Geisenberger, musste sich ob des emotionalen Höhepunkts erst einmal sammeln und war zu Tränen gerührt.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/11/image-abc7609a-bd51-42b8-a915-78539d07cb3b-85-2560-1440.jpeg)
Dajana Eitberger und Magdalena Matschina brechen nach der Silbermedaille in Tränen aus
Fotocredit: Getty Images
Eitberger lässt Reise Revue passieren
"Wir standen massiv unter Druck und hier, wenn nur ein Schlitten am Start ist, ist die Erwartungshaltung extrem hoch - wir müssen einfach abliefern. Es ist unglaublich, was man aus einem Körper herausholen kann - wie viel Nervenstärke wir da gezeigt haben", lobte Eitberger die Teamleistung.
Diese Nervenstärke hatte es im Sliding Center in Cortina am Mittwoch auch gebraucht. "Es war heute gefühlt der schlimmste Tag. Ich habe seit heute Morgen um 7:00 Uhr im Zehn-Minuten-Takt nur geheult. Ich habe meinen Sohn heute unfassbar vermisst. Ich habe ihn mehrfach angerufen", sagte Eitberger, die 2020 Mutter wurde.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/12/image-f7ba2f7f-4a02-414a-87c7-f61c94afeeb7-85-2560-1440.png)
Rodler-Empfang im Deutschen Haus: Von Après-Ski-Hits bis Schuhplattler
Quelle: Eurosport
"Was in den letzten acht Jahren passiert ist, ist unglaublich. Wenn man diese Zeitreise im Kopf noch einmal durchgeht, ist das einfach irre, was ich da verarbeitet habe", fügte die 35-Jährige an, die nach der Saison ihre Karriere beendet - ein besseres Ende kann man sich kaum vorstellen.
"1+1=11": Bei Eitberger und Matschina passt alles
Trotz des Altersunterschieds von 15 Jahren ist das Silber-Duo auf Augenhöhe. "Bei uns passt es so gut, weil wir beide so einfach gestrickte Menschen sind. Wir sind beide harmoniebedürftig, suchen keine Konflikte und akzeptieren die andere so wie sie ist", erklärte Eitberger mit ihrer Teamkollegin im Arm.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/11/image-33bc122d-00bf-449e-8c8b-371e7f4f84ab-85-2560-1440.jpeg)
Entscheidung um Gold: Nur Lokalmatadoren schneller als deutsches Duo
Quelle: Eurosport
"Wir haben den Leitsatz "1+1=11" - mathematisch ist das nicht korrekt, das weiß ich. Wir sehen uns auf Augenhöhe, jeder hat seine Aufgabe und vertraut der anderen blind. Das macht es so besonders", fügte die Silbermedaillengewinnerin im Einzel von Pyeongchang an.
Sie habe Matschina "gerade über die letzten zwei Jahre so unfassbar lieb gewonnen. Sie wird einen riesengroßen Platz in meinem Herzen haben. Ich bin dankbar, eine Freundin an meiner Seite zu haben."
"Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nach einer Zeit mit Natalie Geisenberger im Zimmer noch einmal erleben darf", sagte Eitberger in Richtung der Eurosport-Expertin, die selbst sieben Olympische Medaillen einfuhr (sechsmal Gold, einmal Silber).
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/02/11/image-9e9e70d6-3595-4e4f-af2a-a5046ba8a6f5-85-2560-1440.jpeg)
Starker Lauf von Eitberger/Matschina: Knapp hinter Favoritinnen
Quelle: Eurosport
Geisenberger stolz auf ehemalige Teamkollegin
Auch Matschina ist dankbar über ihre Teamkollegin: "Ich bin jedes Mal froh, wenn ich mit der Dajana auf einem Zimmer bin. Dass ich ihr meine Sorgen anvertrauen kann, weil ich weiß, dass egal wie blöd es klingt oder wie schlimm die Sorgen sind, dass ich ihr alles erzählen kann und mich nicht auslacht oder doof von mir denkt", sagte die 20-Jährige.
Geisenberger fand schöne Schlussworte nach dem Erfolg: "Ihr habt es so unfassbar verdient und ich bin so stolz auf das, was ihr heute gezeigt habt. Auf euch, auf euer Team", sagte die Eurosport-Expertin nach dem emotionalen Tag.
Am Ende resümierte Eitberger: "Rein von den Emotionen und rein von der Achterbahn, die sich hier abgespielt hat, schon einer der krassesten Tage in meinem Leben."
Und das kurz vor dem Ende einer grandiosen Karriere.
Das könnte Dich auch interessieren: Medaille gerettet: Wendl/Arlt sichern sich nächstes Podium
Werbung
Werbung