Norbert Loch analysierte den erneuten Absturz der deutschen Rodler mit besorgter Miene. Vier Wochen vor der WM hat die Männer-Mannschaft um seinen Sohn Felix Loch bei den Europameisterschaften in Lillehammer ein Debakel erlebt - schlimmer noch: Der Bundestrainer erkennt einen Trend.

"Es müssen endlich wieder beständige Leistungen her", sagte Norbert Loch im "ZDF":

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Daran hapert es, nicht nur bei Felix, sondern im gesamten Team. Wir sehen kaum mal zwei gute Läufe, wir müssen an der Konstanz arbeiten. Denn bei der Weltmeisterschaft wird es noch härter zur Sache gehen.

Und die deutschen Männer sind eindeutig nicht in WM-Form. Johannes Ludwig (war am Sonntag in Lillehammer als Achter noch bester Deutscher, Rekordweltmeister Loch landete nur auf dem indiskutablen 14. Rang. Der Italiener Dominik Fischnaller sicherte sich seinen ersten EM-Titel vor den Russen Semen Pawlitschenko und Roman Repilow.

Für war das Rennen schon nach einem völlig verpatzten ersten Lauf verloren, der seinen Vater und Trainer zu dem Vortrag über fehlende Konstanz animierte. "Ich hatte diesen Riesenfehler drin, und mit so einem hat man keine Chance mehr", sagte Felix Loch: "Vielleicht habe ich auch beim Schlitten-Setup nicht alles richtig gemacht." Der zweite Durchgang hatte für den zweimaligen Olympiasieger damit nur noch den Charakter eines "Trainingslaufs" mit Blick auf die WM, so Loch.

Seit Olympia 2018 Ergebniskrise

Die Titelkämpfe in Sotschi (14. bis 16. Februar) drohen zur herben Enttäuschung zu werden. Die deutschen Männer sind weiterhin ohne Sieg in diesem Winter, und die ohnehin formstarken Russen genießen bei der WM den Heimvorteil - ohne einen starken Felix Loch besteht kaum Hoffnung. Erfolge der deutschen Männer waren schließlich seit Jahren fast immer Erfolge des Alleinunterhalters. Seine Ergebniskrise, die spätestens mit dem verpassten Olympia-Podest 2018 begann, kann das restliche Team nun nicht auffangen.

Bei den Frauen schultert Vize-Weltmeisterin Julia Taubitz eine ähnliche Last immerhin recht eindrucksvoll. Die 23-Jährige sicherte sich am Samstag EM-Silber hinter Tatjana Iwanowa und liegt auch in der Weltcup-Gesamtwertung in Schlagdistanz zur Russin. Taubitz trägt in diesem Jahr die Hoffnungen, da Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger (beide Babypause) fehlen. Tatjana Hüfner hat ihre Karriere beendet.

Die sonst schier unschlagbaren Doppelsitzer leisten sich kurz vor der WM bedenkliche Ausrutscher. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt wurden am Samstag nur Siebte vor den Weltmeistern Toni Eggert/Sascha Benecken. Das russische Duo Alexander Denisew/Wladislaw Antonow holte sich den EM-Titel. In der abschließenden Teamstaffel verpasste Deutschland als Vierter gar das Podest.

(SID)

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