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Schwimm-EM: Johannes Liebermann gewinnt über 800 m Freistil Gold - neue eigene Bestmarke für 19-jährigen Magdeburger
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Publiziert 12/08/2026 um 21:11 GMT+2 Uhr
Senkrechtstarter Johannes Liebmann ist seiner Favoritenrolle in Paris gerecht geworden und mit einem weiteren Europarekord erstmals zu EM-Gold geschwommen. Der erst 19 Jahre alte Magdeburger krönte sich im Centre Aquatique Olympique in 7:37,59 Minuten sensationell zum ersten deutschen Europameister über die 800 Meter Freistil und unterbot dabei seine eigene Bestmarke von 7:37,94 Minuten.
Johannes Liebmann holt die Goldmedaille über 800 m Freistil
Fotocredit: Getty Images
Dahinter sicherte sich Vizeweltmeister Sven Schwarz Silber (7:41,16) vor dem Ungarn Zalan Sarkany (7:41,75).
Der Mond verdunkelte gerade die Sonne, als Johannes Liebmann mit goldenem Glanz Schwimmgeschichte schrieb.
Der Abiturient kraulte im EM-Becken von Paris allen davon, unterbot seinen eigenen Europarekord und krönte sich zum ersten deutschen Europameister über 800 m Freistil.
Nach dem Anschlag schwang sich der 19-Jährige auf die Leine, Vizeweltmeister Sven Schwarz hockte sich hinter ihn, beide rissen triumphierend die Arme hoch: Pünktlich zur Sonnenfinsternis in der französischen Hauptstadt strahlten die deutschen Schwimmer mit Gold und Silber.
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Johannes Liebmann
Fotocredit: Getty Images
"Ich habe mit der Goldmedaille geliebäugelt, jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich sie habe", sagte Liebmann, der am dritten Tag im Centre Aquatique Olympique in 7:37,59 Minuten den ersten deutschen Becken-Titel holte: "Es ist unglaublich, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll."
Liebmann zündet den Turbo
Nach 550 Metern hatte sich der Senkrechtstarter von Schwarz und dem Ungarn Zalan Sarkany abgesetzt und zog unwiderstehlich davon. Seinen Europarekord, den er erst im April aufgestellt hatte, unterbot er am Ende um 35 Hundertstel.
Erst im Mai hatte Liebmann sein Abitur gemacht, seit drei Jahren trainiert er bei Bundestrainer Bernd Berkhahn in Magdeburg mit den Olympiasiegern Florian Wellbrock und Lukas Märtens.
In der vergangenen Woche hatte er sein EM-Debüt in der Seine als Achter im Knockout-Sprint gegeben. Am Freitag gehört Liebmann über 1500 m als Weltjahresbester erneut zu den Favoriten, am Sonntag kommt es über 400 m zum Duell mit Weltrekordler Märtens.
Sjöström zieht mit van Almsick gleich
Auf der Außenbahn war Anna Elendt im vergangenen Jahr in Singapur sensationell zu WM-Gold über 100 m Brust gestürmt. Eine Bahn weiter zur Mitte schwamm die 24-Jährige im EM-Finale deutlich hinterher. Beim Sieg der Britin Angharad Evans lag Elendt als Siebte eineinhalb Sekunden zurück.
"Ich kann es mir gar nicht so genau erklären, warum es nicht geklappt hat", sagte die Weltmeisterin, die schon bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris mit dem Vorlauf-Aus als 20. eine Enttäuschung erlebt hatte.
90 Minuten vor Liebmanns Coup hatte Schwedens Schwimmkönigin Sarah Sjöström Geschichte geschrieben - mit Angelina Köhler auf der Außenbahn: Die dreimalige Olympiasiegerin, die vor einem Jahr Mutter geworden war, holte sich über 50 m Schmetterling ihren 18. EM-Titel und zog mit der Rekordeuropameisterin Franziska van Almsick gleich.
Frauenstaffel deutlich am Podium vorbei
Ex-Weltmeisterin Köhler wurde mit knapp sieben Zehntelsekunden Rückstand Sechste. Die 25-Jährige aus Berlin will sich auf der doppelten Distanz ab Donnerstag als Europas Schnellste in diesem Jahr mit Paris versöhnen und ihre erste Medaille seit ihrem überraschenden WM-Sieg im Februar 2024 in Doha gewinnen.
An ihrem Olympia-Trauma vor zwei Jahren mit Platz vier und den Beleidigungen und Bedrohungen durch Internet-Bots nach ihrer Doping-Kritik an der Chinesin Zhang Yufei, die ihr Bronze wegschnappte, hatte sie "lange zu knabbern".
Die Frauenstaffel über 4x100 m Freistil schwamm deutlich am Podium vorbei. Nina Holt, Linda Roth, Julianna Bocska und Nicole Maier kamen auf Platz sieben.
Curtis sorgt für den ersten Weltrekord
Den ersten Weltrekord der EM schwamm derweil die Italienerin Sara Curtis. Die 19-Jährige, dreifache Kurzbahn-Europameisterin im Dezember, verbesserte die Bestmarke der Australierin Kaylee McKeown im Halbfinale über 50 m Rücken um 23 Hundertstel auf 26,63 Sekunden.
Roth hatte es zuvor mit persönlicher Bestzeit als Vierte im Halbfinale in den Endlauf über 200 m Freistil am Donnerstag geschafft. Auch Brustschwimmer Lucas Matzerath mit persönlicher Bestzeit als Achter über 200 m und der deutsche Rekordhalter Kaii Liam Winkler als Fünfter über 100 m Schmetterling erreichten das Finale.
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(SID)
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