Eurosport
Kurzbahn-WM: Drei Medaillen und einige Lichtblicke - Versöhnlicher Jahresabschluss für Schwimmer
Von
Publiziert 11/12/2016 um 12:53 GMT+1 Uhr
Nach dem versöhnlichen Abschluss des verkorksten Olympiajahres blickte Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Nicht nur Doppel-Weltmeister Marco Koch und "Silberfisch" Philip Heintz erfüllten bei der Kurzbahn-WM im kanadischen Windsor die Erwartungen. Auch die mit einer Wildcard startenden Talente weckten bei ihrer internationalen Feuertaufe Hoffnungen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
"Ich bin mit dem Abschneiden des Teams sehr zufrieden", sagte Lambertz. Vor den Schlussfinals in der Nacht zu Montag mit 100-m-Freistilschwimmer Marius Kusch hatte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft immerhin drei Medaillen gewonnen (Doppel-Gold für Koch über 100 und 200 Meter Brust, Silber für Philip Heintz über 200 Meter Lagen).
Talente machen Hoffnung
Genauso freute sich der Bundestrainer über das couragierte Auftreten seiner Perspektivschwimmer.
Beispielhaft dafür stand die erst 15-Jährige Celine Rieder, die mit einer persönlichen Bestzeit über 400 Meter Freistil überzeugte und die 4x200-Meter-Freistilstaffel als Schlussschwimmerin zum deutschen Rekord (7:48,22 Minuten) und Platz sieben führte. "Ich mag die Art, wie sie schwimmt: sehr locker über die Beine, sehr rund", sagte Lambertz.
Auch Kusch (23), der über 100 Meter Freistil seine persönliche Bestzeit gleich mehrfach unterboten hatte, bekam vom Bundestrainer ein Extra-Lob. "Er geht immer sehr dynamisch an die Rennen ran, das gefällt mir sehr gut. Das ist sicherlich ein Typ für die Zukunft", sagte Lambertz über den in den USA lebenden und für München startenden Schwimmer.
Kusch & Rieder mit Wildcard
Athleten wie Kusch und Rieder will Lambertz auch für die deutlich höher einzustufende WM auf der Langbahn im kommenden Sommer in Budapest eine Wildcard ausstellen - sofern die Leistung stimmt. Denn die nach der erneuten Olympia-Nullrunde angedachten harten Qualifikations-Normen werden wohl nur wenige DSV-Schwimmer erfüllen.
Mit den harten Normen, aber auch mit der Reduzierung der Stützpunkte und dem neuen Kraftkonzept kann sich noch nicht jeder Heimtrainer anfreunden. Schon bei der Auswertetagung nach Olympia ist es unter den Trainern hoch hergegangen.
Lambertz muss im kommenden Jahr also noch viel Überzeugungsarbeit leisten, will er den deutschen Schwimmsport bei den nächsten Sommerspielen aus der Talsohle holen: "All unsere Anstrengungen sind auf Tokio 2020 ausgerichtet."
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung