Eurosport
Kurzbahn-WM: Florian Wellbrock macht sich mit doppeltem Silber frühes "Weihnachtsgeschenk" - Deutscher wieder da
Von
Publiziert 15/12/2024 um 13:09 GMT+1 Uhr
Florian Wellbrock holt bei der Kurzbahn-WM in Budapest zweimal Silber und beendet sein Jahr der Enttäuschungen versöhnlich. Auf die verkorksten Olympischen Spiele in Paris ließ der langjährige deutsche Vorzeigeschwimmer die längste Wettkampfpause seiner Karriere folgen und konnte in Ungarn wieder jubeln. Und das obwohl der Modus der Weltmeisterschaft einen "Beigeschmack" hinterließ.
Florian Wellbrock (links) gewann bei der Kurzbahn-WM in Budapest zweimal Silber
Fotocredit: Getty Images
Florian Wellbrock kannte das ja schon. Am Vormittag ins Becken hüpfen, eine Top-Zeit schwimmen, dann stundenlang warten - und abends auf der Tribüne über Silber jubeln.
Am Dienstag lief das bei der Kurzbahn-WM in Budapest schon so über 1500 m, am Samstag wiederholte sich das Szenario über 800 m. Und Wellbrock, der langjährige deutsche Vorzeigeschwimmer, konnte ein kompliziertes Jahr mit verkorksten Olympischen Spielen doch noch versöhnlich abschließen.
"Ich bin ohne Erwartungen angereist nach meiner längeren Trainingspause und daher sehr zufrieden. Die beiden Medaillen nehme ich als Weihnachtsgeschenk gerne nach Hause", sagte Wellbrock, der allerdings mit dem Modus haderte und einem echten Endlauf-Feeling hinterhertrauerte.
"Am Mittag war ich mir noch gar nicht sicher, ob meine Zeit für eine Medaille reichen würde. Ein bisschen ärgere mich schon auch, dass ich auf meinen Einzelstrecken kein Finale schwimmen konnte, da bleibt ein Beigeschmack."
Wellbrock schrammt an Gold vorbei
Der Hintergrund: Bei der WM in der Duna Arena gab es auf den langen Kraulstrecken keine Vorläufe, alle Zeiten zählten final. Und weil Wellbrock in den anderthalb Jahren vor den Titelkämpfen keine Kurzbahnrennen geschwommen war, musste er sich mit seiner Zeit aus dem 50-m-Becken anmelden - die fast 30 Sekunden schlechter ist als sein Kurzbahn-Weltrekord von 2021.
So kam es, dass er quasi im Vorprogramm jeweils gegen schwächer einzuschätzende Schwimmer antrat, während die Top-Leute der Meldeliste am Abend in einem Lauf vereint waren und sich gegenseitig antreiben konnten.
Über 1500 m hatte Wellbrock letztlich weniger als eine Sekunde Rückstand auf den Tunesier Ahmed Jaouadi (19), über 800 m am Samstag war nur der Ungar Zalan Sarkany schneller.
Was bleibt, ist ein positives Gefühl für Wellbrock, nicht zuletzt mit Blick auf die WM 2025 in Singapur auf der klassischen 50-Meter-Bahn und im Freiwasser.
Positives Fazit für deutsche Schwimmer
Das hatte der 27-Jährige allerdings auch nötig nach dem Debakel von Paris: Bei den Sommerspielen war er als Freiwasser-Olympiasieger von Tokio und Mitfavorit weit an den Medaillen vorbeigeschwommen. Sieben Wochen lang machte Wellbrock danach Pause, so lange wie noch nie.
Doch abgeschlossen ist das Kapitel auch mit den Erfolgen von Budapest nicht. "Das wird niemals abgehakt sein, das gehört jetzt zu seiner Karriere dazu", sagte Bundestrainer Bernd Berkhahn über seinen langjährigen Schützling.
Der Deutsche Schwimm-Verband kann nach den Tagen von Budapest ein durchaus positives Resümee ziehen, weil Isabel Gose die Ergebnisse ihres Vereinskollegen Wellbrock sogar noch übertraf.
Die 22-Jährige, in Paris Dritte über 1500 m, holte nach Silber über 800 m am Freitag den WM-Titel auf ihrer Lieblingsstrecke. "Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung", sagte die Magdeburgerin.
Das könnte Dich auch interessieren: Gose schwimmt zu WM-Gold - US-Trio sorgt für drei Weltrekorde
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/08/09/4023170-81601048-2560-1440.jpg)
Gose verrät Bugs Bunny: "Ich brauche meine Struktur"
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung