Schwimm-Legende Michael Phelps spricht offen über Suizidversuch nach Olympia 2012 in London: "Wollte nicht mehr leben"

23 olympische Goldmedaillen, unzählige Rekorde und der Status als erfolgreichster Olympionike der Geschichte – doch hinter den sportlichen Erfolgen kämpfte Michael Phelps jahrelang mit schweren psychischen Problemen. Nun spricht der US-Amerikaner so offen wie nie über einen Suizidversuch nach den Olympischen Spielen 2012 und seinen bis heute andauernden Kampf gegen Depressionen und Angstzustände.

Michael Phelps bei den Olympischen Spielen 2012 in London

Fotocredit: Getty Images

Michael Phelps hat eindringliche Einblicke in die schwierigste Phase seines Lebens gegeben.
Für einen Dokumentarfilm der französischen Sportzeitung "L'Équipe" über seinen langjährigen Trainer Bob Bowman schilderte der ehemalige Ausnahme-Schwimmer, wie tief ihn seine psychischen Erkrankungen nach den Olympischen Spielen 2012 in London belasteten.
"Ich wollte nicht mehr leben", sagte Phelps über diese Zeit. In einer Nacht habe er 30 Milligramm Schlafmittel bei sich gehabt. "Zum Glück waren es nicht mehr, sonst hätte ich sie alle genommen. Das war das größte Warnsignal meines Lebens."
Dass Spitzensportler offen über ihre psychische Gesundheit sprechen, war lange die Ausnahme. Phelps gehörte zu den ersten Weltstars, die ihre Depressionen und Angstzustände öffentlich machten und damit wesentlich dazu beitrugen, das Thema zu enttabuisieren.

"Werde Depressionen und Angstzustände nicht los"

Auch Bob Bowman blickte auf einen einschneidenden Moment zurück. Nachdem Phelps 2014 wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden war, erkannte der Trainer erst im Nachhinein, wie ernst die Lage tatsächlich war.
"Er war sehr krank, und ich habe es nicht einmal bemerkt", gestand Bowman. Er habe seinen Schützling damals eindringlich zu einer stationären Behandlung geraten. "Ich sagte ihm: Du musst gehen. Jede andere Entscheidung wäre falsch. Wenn du nicht gehst, weiß ich nicht, was passieren könnte."
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Michael Phelps gewann in seiner Karriere 23 olympische Goldmedaillen

Fotocredit: Getty Images

Der Schritt zurück ins Leben gelang Phelps. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro feierte er mit fünf Gold- und einer Silbermedaille ein beeindruckendes Comeback, ehe er seine Karriere endgültig beendete. Seine psychischen Probleme begleiten ihn jedoch weiterhin. "Ich werde Depressionen und Angstzustände nie loswerden», sagte er offen. "Die Frage ist, wie ich damit umgehe."
Deshalb setzt der 41-Jährige bis heute auf professionelle Unterstützung. "Gestern hatte ich eine Sitzung bei meinem Psychologen. Es ist ein fortlaufender Prozess", so Phelps.
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