Olympia 2024: Ärger über langsames Schwimmbecken in umfunktionierter Rugby-Arena - "Keiner hat hier gute Zeiten"
VonLukas Fegers
Update 31/07/2024 um 15:24 GMT+2 Uhr
Das olympische Schwimmbecken im Rugby-Stadion La Défense - seit Tagen sorgt es für Frust bei Athletinnen und Athleten. "Keiner hat hier gute Zeiten", kritisierte beispielsweise der Italiener Nicolo Martinenghi, der im Finale über 100 Meter Brust zu Gold geschwommen und dabei mehr als zwei Sekunden hinter dem Weltrekord geblieben war. Auch das deutsche Lager äußert Kritik. Doch was ist die Ursache?
Bisher keine Weltrekorde: Warum Rupprath verwundert ist
Quelle: Eurosport
Dass sich in Paris die langsamen Siegerzeiten häufen, dass bis Dienstagabend noch kein einziger Weltrekord purzelte, dürfte vor allem am mobilen Wettkampfbecken liegen.
Insbesondere die mangelnde Wassertiefe macht dem Starterfeld zu schaffen. Drei Meter sind ideal, im umfunktionierten Rugby-Stadion aber beträgt diese gerade einmal 2,15 Meter - und damit bloß wenige Zentimeter mehr als der vorgeschriebene Mindestwert von zwei Metern.
Da das Spielfeld in der Arena nicht umgegraben werden durfte, hatten die Organisatoren einfach ein Wettkampf- und Einschwimmbecken oben draufgesetzt. Wäre das Wettkampfbecken einen Meter tiefer - beziehungsweise in diesem Fall: höher - gewesen, hätte dies Auswirkungen auf die Zuschauerkapazität gehabt. Etwas, worauf sich die Veranstalter offenbar nicht einlassen wollten.
Durch die geringere Tiefe aber werden die beim Schwimmen erzeugten Wellen stärker vom Boden reflektiert. Die Folge: Viele Verwirbelungen, die die Wasserlage beeinträchtigen - und damit nicht nur zu schlechteren Zeiten, sondern auch zu schlechterer Stimmung bei den Beteiligten führen.
Bundestrainer Berkhahn frustriert
"Das ist schon schade, das wussten wir vorher nicht", zeigte sich unter anderem Bundestrainer Bernd Berkhahn verärgert und erklärte: "Die Sportler sehen im Training, was sie für Ergebnisse haben, schwimmen mit Top-Zeiten bei der Olympia-Qualifikation. Dann macht man die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele und die Qualität im Training ist sogar noch höher - aber am Ende steht da eine schlechtere Zeit."
So war es auch bei Lukas Märtens. Mit Gold über 400 m Freistil hatte der Magdeburger am ersten offiziellen Wettkampftag für die erste deutsche Medaille dieser Spiele gesorgt und dabei die 36-jährige Durststrecke der Beckenschwimmer beendet.
Anders als bei den deutschen Meisterschaften, wo er nur knapp am Weltrekord vorbeigeschrammt war, kam Märtens in Paris jedoch nicht an die Fabelzeit von Paul Biedermann aus dem Jahr 2009 heran.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/07/28/4011437-81366388-2560-1440.jpg)
Das Märtens-Märchen! Sein Gold-Tag im Video
Quelle: Eurosport
Keine Weltrekorde, aber Bestzeiten
Die schwierigen Bedingungen in der Rugby-Arena werden zudem durch die zahlreichen Kameras am Beckenboden verschärft. Da diese während der Rennen auf Schienen hin- und herfahren, versetzen sie das Wasser noch mehr in Bewegung.
Trotz der erschwerten Begebenheiten aber wurden "immerhin" mehrere olympische oder nationale Rekorde gebrochen. Leistungen, die "unglaublich hoch anzurechnen" seien, wie Berkhahn betonte: "In einem anderen Becken wäre das wahrscheinlich noch schneller gewesen."
In Paris knackte beispielsweise der irische Schwimm-Star Daniel Wiffen bei seinem historischen Gold-Lauf über 800 m Freistil den Olympischen Rekord, während aus deutscher Sicht unter anderem Isabel Gose (400 m Freistil) und Cedric Büssing (400 m Lagen) nationale Bestmarken aufstellten.
Das könnte Dich auch interessieren: Doping-Kontrolleure suchen am falschen Ort nach Olympiasieger
Die Olympischen Spiele 2024 in Paris bei discovery+ | Diese Vorteile hast Du, wenn Du ein Abo ab 3,99 Euro pro Monat abschließt:
- Olympia pur: Nur bei discovery+ erlebst du jeden Moment der Olympischen Spiele 2024 in Paris live und auf Abruf
- Alle Höhepunkte der Olympischen Spiele 2024 mit deutschem Kommentar und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
- Alle wichtigen Ballsportarten mit deutscher Beteiligung mit deutschem Kommentar und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
- Alle Medaillenentscheidungen in Paris in voller Länge und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
- Die tägliche Streaming-Show "StreamD" live aus Paris mit wechselnden Gästen
- Geballtes Fachwissen und Top-Analysen von unseren Eurosport-Experten Boris Becker, Pascal Hens, Fabian Hambüchen, Jens Voigt, Rico Freimuth und weiteren Olympiasiegerinnen und Olympiasiegern
- "Gold-Alarm": Verpasse keine Medaillenentscheidungen in Paris dank des "Gold-Alarms", der dich im Livestream rechtzeitig über jede Medaillenentscheidung informiert
- Die tägliche Eurosport-Olympia-Konferenz "Medal Zone" mit allen wichtigen Entscheidungen des Tages live und auf Abruf
- Die komplette Eurosport-Berichterstattung inklusive der Morning-Show "Bonjour Paris" und der Prime-Time-Show "Bonsoir Paris" live und auf Abruf
- Timeline Marker: Schneller Zugriff auf die wichtigsten Momente der Olympischen Spiele durch Markierungen in den Streams von allen Top-Events
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/07/31/4013848-81414608-2560-1440.png)
Highlights: Wiffen mit Olympiarekord, McKeown bezwingt die US-Girls
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung