Schwimm-EM in Paris: Freistil-Staffel um Märtens gewinnt Bronze in deutscher Rekordzeit über 4x200 m Freistil

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Olympiasieger Lukas Märtens hat mit der Freistil-Staffel bei der Schwimm-EM in Paris für die erste deutsche Medaille im Becken gesorgt. Der 24 Jahre alte Weltmeister und Weltrekordler über 400 m sicherte als Startschwimmer mit Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn dem DSV-Team über die 4x200 m am Montag in deutscher Rekordzeit von 7:02,28 Minuten die Bronzemedaille.

Lukas Märtens holte mit der Freistil-Staffel die erste deutsche Medaille im Becken

Fotocredit: Getty Images

Olympiasieger Lukas Märtens startet mit Staffel-Bronze in die Schwimm-EM in Paris - und nimmt seinem Vorbild einen weiteren Rekord ab. Märtens schrie und kraulte mit den Armen durch die Luft. Dann riss der Olympiasieger die Fäuste hoch, als Cornelius Jahn unter ihm im Becken anschlug und drei Lampen aufleuchteten: Bronze in der Staffel bescherte den deutschen Schwimmern um ihren Star einen EM-Start nach Maß. "Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir geschafft haben", sagte Märtens nach dem dramatischen Finish über 4x200 m Freistil mit deutschem Rekord.
Mit der Medaille um den Hals lobte der 400-m-Weltmeister seine Staffelkollegen in den höchsten Tönen: "Was die Jungs gemacht haben, war einfach unbeschreiblich." Als Startschwimmer hatte er als Siebter an Timo Sorgius übergeben, Jarno Bäschnitt flog bis auf Platz zwei vor, ehe Jahn, eigentlich Rückenschwimmer und als Ersatz ins Quartett gerutscht, Bronze sicherte.
"Ich habe die anderen neben mir gesehen, das hat mich noch mehr motiviert, weiterzukämpfen, weil ich wusste, dass wir vorne dabei sind", sagte der US-Student, der für den Freiwasser-Europameister Oliver Klemet eingesprungen war, der sein Mammutprogramm bei der EM nach den vier Rennen in der Seine gekürzt hatte.
Mit der ersten deutschen EM-Medaille über 4x200 m seit zwölf Jahren trat Märtens erneut in die Fußstapfen seines Vorbilds Paul Biedermann, der 2014 in Berlin das deutsche Quartett sogar zu Gold gezogen hatte. Von Biedermann und Co. stammte auch der Rekord von 2009, den die DSV-Staffel in 7:02,28 Minuten knackte. "Das bedeutet mir sehr viel", sagte Märtens, der vor 16 Monaten bereits Biedermanns Weltrekord über 400 m Freistil gebrochen hatte, "Paul hat damals ordentlich vorgelegt."

Märtens auf den Spuren seines Idols

Zuvor hatte es Tränen bei den Frauen gegeben, denn der 4x200-m-Schlussschwimmerin Nicole Maier war auf den letzten Zentimetern die Medaille noch aus der Hand geglitten. "Es war eine Hundertstel, das ist hart", sagte Nina Holt, die als Zweite an Maier übergeben hatte. Doch selbst der deutsche Rekord in 7:49,14 Minuten reichte Maya Tobehn, Linda Roth, Holz und Maier am Ende nur zu Platz vier.
Am Morgen hatte Finn Hammer als Zweitschnellster der Vorläufe über 400 m Lagen Hoffnungen auf die erste EM-Medaille auf dieser Strecke seit 29 Jahren geweckt. Aber im Finale musste sich der 20-Jährige, der an der University of Georgia in den USA studiert und trainiert, mit Rang fünf begnügen. Sein Essener Vereinskollege Cedric Büssing, deutscher Rekordhalter und Olympiaachter, verpasste als Vierter Bronze um zweieinhalb Sekunden.
Doppel-Europameisterin Isabel Gose gelang der Umzug von der Seine ins Centre Aquatique Olympique am Stade de France problemlos. "Es ist schön, wieder eine eigene Bahn zu haben und nicht die ganze Zeit nach vorne gucken zu müssen", sagte die 24-Jährige, die im Freiwasser im Knockout-Sprint und in der Staffel Gold gewonnen hatte.
Das Gefühl im Becken sei "noch nicht bei 100 Prozent", meinte die Olympiadritte nach der zweitbesten Vorlaufzeit über 800 m Freistil hinter ihrer italienischen Rivalin Simona Quadarella. Die beiden sind im Finale am Dienstag (19.53 Uhr/ZDF) die Goldkandidatinnen. Goses Trainingskollegin Maya Werner hofft auf Bronze - wie bei der Kurzbahn-EM im Dezember in Polen.
Titelverteidiger Melvin Imoudu hat am Dienstag (18.48 Uhr) im Endlauf über 100 m Brust ebenfalls Edelmetall im Blick, allerdings muss sich der Olympiavierte nach Platz fünf im Halbfinale steigern. Luca Armbruster zog mit deutschem Rekord (22,71 Sekunden) als Fünfter ins Finale über 50 m Schmetterling (18.37 Uhr) ein. Die WM-Achte Lise Seidel geht ebenfalls als Halbfinalfünfte in den Endlauf über 200 m Rücken (18.30 Uhr).
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(SID)
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Quelle: Eurosport


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