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Rio 2016: Paul Biedermann will bei Olympia endlich eine Medaille gewinnen
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Publiziert 02/08/2016 um 11:15 GMT+2 Uhr
Auf der Schlussbahn seiner Karriere will Paul Biedermann endlich das holen, wofür er 18 Jahre lang hart gearbeitet hat: eine Olympia-Medaille. Und der Doppel-Weltmeister traut sich den Coup bei seinen letzten olympischen Spielen in Rio zu. "Ich trainiere nicht, um Fünfter zu werden", gibt sich Biedermann kämpferisch. Seine größte Stärke: die Erfahrung.
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Seinen ersten Urlaub als Schwimm-Rentner wird Paul Biedermann an einem Last-Minute-Schalter buchen. "Mein ganzes Sportlerleben war durchgeplant, ich will dann einmal spontan sein", sagt der Weltrekordler. Eine gewisse Vorfreude auf sein neues Leben ohne Anti-Doping-Meldesystem, Trainingsplänen und Interviewanfragen ist unüberhörbar.
Der letzte Plan
Bis dahin folgt Biedermann einem letzten Plan, der ihm in Rio de Janeiro endlich zur lang ersehnten Olympia-Medaille über 200 m Freistil verhelfen soll. Sonntagvormittag: Glückwünsche zum 30. Geburtstag entgegen nehmen. Sonntagnachmittag: Vorlauf überstehen. Später Sonntagabend: Halbfinale überstehen. Später Montagabend: im Finale aufs Podest schwimmen. "Das wäre natürlich sehr schön", sagte Biedermann im Interview mit dem SID:
Was aber, wenn es wie 2008 in Peking und 2012 in London "nur" zum fünften Platz reichen sollte? "Wenn ich mir sagen kann: Mehr ging nicht, dann könnte ich auch mit dem Ergebnis leben", sagt der Hallenser, der als Weltranglisten-Vierter (1:45,45 Minuten) in den letzten Einzel-Wettbewerb seiner Karriere geht. Eines stellt der Doppel-Weltmeister von 2009 aber auch klar:
Biedermann "wird zum Krieger"
Die Mischung aus gesundem Ehrgeiz und notwendiger Lockerheit, die Biedermann im zweiwöchigen Vorbereitungscamp in Florianópolis und seit der Ankunft am Montag in Rio an den Tag legte, begeistert Bundestrainer Henning Lambertz. "Er ist in keinster Weise verkrampft und gefällt mir supergut", sagt Lambertz:
Dass auf Biedermanns Paradestrecke im Olympiajahr kein Schwimmer bislang herausragte, spricht für den bald 30-Jährigen. Denn mental kann ihm nach 18 Jahren im Leistungssport die internationale Konkurrenz um den britischen Weltmeister James Guy kaum das Wasser reichen. "Sobald er auf dem Block steht, wird er zum Krieger", sagte Britta Steffen, Doppel-Olympiasiegerin von 2008 und Biedermanns frühere Lebensgefährtin, dem SID:
Vorteil: Erfahrung
Auch Biedermann selbst glaubt, dass das ausgeglichene Favoriten-Feld ein Vorteil für ihn ist. "Ich setzte einfach mal darauf", sagt er, "dass ich etwas mehr Erfahrung mitbringe als die anderen." Diese Erfahrung will er auch in der deutschen 4x200-m-Freistil-Staffel einbringen, die am Dienstag mit kleinen Medaillenchancen ins Rennen geht.
Zu einem direkten Duell mit Michael Phelps, den Biedermann bei der WM 2009 in Rom düpiert hatte, wird es jedoch nicht kommen. Der Rekord-Olympiasieger konnte sich für die 200 m Freistil nicht qualifizieren und startet auf drei anderen Einzelstrecken. Biedermanns Respekt vor dem Ausnahmeschwimmer ist dennoch riesengroß:
Dass ihr Verhältnis bis heute unterkühlt ist, findet Biedermann nicht weiter schlimm:
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