Schwimm-Idol Roland Matthes ist nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben

Ein deutsches Schwimm-Idol ist tot. Der viermalige Olympiasieger Roland Matthes, in der DDR sieben Mal zum Sportler des Jahres gewählt, ist im Alter von 69 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er galt als ein großes Sportidol der 60er und 70er Jahre. "Wir werden ihn als ein großes Vorbild in Erinnerung behalten", sagte Uwe Brinkmann, Vize-Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes.

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Während seiner gesamten Karriere trainierte Matthes nicht in einem DDR-Leistungszentrum, sondern bei seiner Entdeckerin Marlies Grohe in Erfurt. Und blieb dadurch vor Verstrickungen in das staatliche Dopingsystem bewahrt. Matthes sagte einmal rückblickend:
So habe er von illegalen Praktiken nie etwas mitbekommen. Seine Erfolge basierten nicht auf verbotenen Hilfsmitteln, sondern auf einem überragenden Talent. "Rolls Royce des Schwimmens" und "Schwimm-Mozart" wurde der dreimalige Weltmeister, der 19 Weltrekorde aufstellte, ehrfürchtig genannt.

Matthes sieben Jahre lang unbesiegt

Besonders die US-Topschwimmer rätselten jahrelang über die Leichtigkeit ihres Konkurrenten von jenseits des Eisernen Vorhangs und kassierten zwischen April 1967 und August 1974 eine Niederlage nach der anderen. Mehr als sieben Jahre lang blieb er auf den Rückenstrecken ungeschlagen.
Vier Jahre später heiratete Matthes seine kaum weniger erfolgreiche Schwimmkollegin Kornelia Ender, doch die Ehe hielt nur vier Jahre. Matthes erklärte 2017 in der "Sächsischen Zeitung":
Die hässliche Scheidung dieser "Traumehe des Sports" ließ ihn bei der politischen Führung in Ungnade fallen. Kaum waren die Grenzen zum Westen offen, wechselte der mittlerweile zum Mediziner ausgebildete Matthes nach Tauberbischofsheim und arbeitete im Fechtzentrum. Eine Tätigkeit als Orthopäde in Marktheidenfeld schloss sich an.

Matthes erhielt viele Auszeichnungen

Da war Matthes längst in die International Swimming Hall of Fame aufgenommen worden. Das wiedervereinigte Deutschland ehrte ihn 2004 mit der "Goldenen Sportpyramide", zwei Jahre später wurde Matthes in die Ruhmeshalle des deutschen Sports berufen.
Doch fast gerührter war der Stilist im Wasser, als seine alte Trainingsstätte, die Erfurter Südschwimmhalle, 2011 seinen Namen erhielt. Eine Ehre, die dem aus bescheidenen Verhältnissen stammenden Thüringer sehr wichtig war. Denn genau dort hatte alles für ihn begonnen und eigentlich nur, "weil es da immer eine warme Dusche gab".
(SID)
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