Am 23. und 24. Oktober wird der Weltcup-Winter mit den Riesenslalom-Rennen in Sölden eröffnet, doch dieser frühe Termin auf einem Gletscher ist Neureuther ein Dorn im Auge.
Aus seiner Sicht sei es höchste Zeit, "endlich am Rennkalender etwas zu ändern. Man weiß doch aus der Erfahrung der vergangenen 20 Jahre, dass dieses Datum Ende Oktober auf einem Gletscher zäh umzusetzen ist". Er plädiert für eine Verschiebung in den November. "Um die Jahreszeit liegt wieder Naturschnee auf den Gletschern, und dann ist das auch in Ordnung. Der Weltcup-Auftakt Ende Oktober ist für mich aus der Zeit gefallen", sagte Neureuther dem SID.
Statt Rennen schon im Herbst bräuchte der Rettenbachferner-Gletscher Ruhe und müssen geschont werden, fordert der 37-Jährige: "Die Gletscher werden nicht mehr lange existieren, dabei sind sie extrem wichtig. Unsere Alpen zum Beispiel sind das größte Süßwasserreservoir Europas, die Gletscher letzten Endes der größte Wasserspeicher. Wenn sie nicht mehr existieren, hat das dramatische Auswirkungen."
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"Es muss ein Testverbot geben wie in der Formel 1, es darf nicht mehr erlaubt sein, im Sommer zwischen Juni und September auf den Gletschern zu trainieren", ergänzte Neureuther.
Neureuther sorgt sich dabei aber auch um das Image des Rennsports, schließlich sei "die Außenwirkung natürlich schlecht", wenn Weltcups auf einem schmalen weißen Kunstschneeband inmitten ansonsten schneefreier Natur ausgetragen würden.

Neureuther hofft auf Umdenken

"Der Skisport ist bei dem Thema Klimaschutz sowieso unter verstärkter Beobachtung - auch bei der Frage nach der Beschneiung und wie viel Energie verbraucht wird. Da macht er sich angreifbar", mahnt der 13-fache Weltcupsieger.
Für seinen Sport erhofft sich Neureuther eine Vorreiterrolle, ansonsten fürchtet er um dessen Zukunftsfähigkeit: "Wenn sich in den nächsten Jahren nicht wirklich sehr viel tut, bekommt der Skisport ein Problem - wenn er es nicht eh schon hat." Er hofft auf ein Umdenken und den Schweden Johan Eliasch, neuer Präsident des Weltverbandes FIS: "Er ist ein grandioser Unternehmer, hat Visionen und wird als neuer starker Mann in der FIS sicher etwas bewegen wollen."
Neureuther selbst war in seiner Karriere neun Mal in Sölden am Start, sein bestes Ergebnis war dabei der dritte Rang 2016.
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