Streif brutal: Am "Tag der Angst" endet die Saison von Aksel Lund Svindal

Selbst der hartgesottene "Terminator" blickte erschrocken die "Streif" hinauf. Dort oben lagen sie - erst Hannes Reichelt, der Sieger von 2014 und die große Hoffnung der Österreicher, dann Aksel Lund Svindal, der große Favorit aus Norwegen. Unmittelbar vor der Abfahrt hatte Schwarzenegger noch betont: "Es ist das gefährlichste Rennen der Welt. Für mich sind die, die da runterrasen echte Helden."

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Dann begann der "Tag der Angst" ("Kronenzeitung").
"Wenn du in Kitzbühel an den Start gehst, weißt du, dass es gefährlich wird", sagte Peter Fill aus Südtirol, der das Rennen im Grenzbereich gewann. "Du hoffst", ergänzte er, "dass du in einem Stück unten ankommst." Am Samstag kamen einige nicht in einem Stück unten an. Unter ihnen der charismatische Svindal, der überragende Abfahrer dieses Winters, der derzeit wichtigste Repräsentant seines Sports. Er erlitt bei seinem Sturz einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie.
Svindal wurde noch am Samstagabend operiert. Erst in einem Jahr, gab der norwegische Verband bekannt, werde er wieder fit sein. "Es ist irgendwie scheiße mitten im Winter, aber so ist das Leben", schrieb der 33 Jahre alte Norweger, der schon die vorangegangene Saison wegen eines Achillessehnenrisses beinahe komplett verpasst hatte, auf seiner Facebook-Seite. Durch sein vorzeitiges Aus ist nun auch der Gesamtweltcup praktisch entschieden, zugunsten von Marcel Hirscher.
"Es ist momentan der Punkt, wo man sich Gedanken machen muss, was ist möglich und was ist schaffbar und was ist fahrbar und was ist zu gefährlich", sagte Hirscher am Abend im "ORF" über die Abfahrt. "Wenn man Reichelt und Svindal fliegen sieht, das tut weh", sagte Fill. Der zweitplatzierte Beat Feuz und der drittplatzierte Carlo Janka sahen es ähnlich. Ebenso Andreas Sander, der nach Rang zehn im Super-G diesmal Platz 17 belegte.
"Kitzbühel ist so brutal. Ich war heilfroh, als ich im Ziel war", sagte Feuz. Dass "drei Topleute" gestürzt seien, "trübt das Ganze sicherlich". ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel rief nach dem Sturz von Svindal sogar bei FIS-Renndirektor Markus Waldner an und schlug ihm einen Abbruch des Rennens vor. Der Abbruch kam auch, aber erst, nachdem Vincent Kriechmayr als 30. gestartet war - wenn 30 Läufer gestartet sind, wird das Rennen gewertet. Kriechmayr wurde Siebter und bester Österreicher.

Keine Kritik an der Piste

Svindal war nur das prominenteste Opfer eines grenzwertigen Rennens. Er stürzte an einer Stelle nach der Hausbergkante, an der zuvor auch Reichelt (Knochenstauchung im linken Knie) und dessen Landsmann Georg Streitberger (Kreuzbandriss im rechten Knie) in hohem Tempo in die Fangzäune flogen. Der norwegische Chefcoach Christian Mitter betonte freilich, dass die Stelle "absolut fahrbar" gewesen sei. Seine Trainerkollegen sahen es ähnlich. Kritik an der Piste gab es nicht.
Dennoch: "Das Rennen war definitiv am Limit", sagte Janka, die Wellen und Rippen auf der Ideallinie seien wegen der schlechten Sicht kaum erkennbar gewesen. Der Norweger Kjetil Jansrud, Sieger von 2015 und Svindals Freund, twitterte, die Streif sei eine "launische Geliebte" und diesmal "gnadenlos zu uns" gewesen. Sander sagte, sein Resultat sei ihm nach den Stürzen "egal" gewesen: "Da war ich so schockiert, dass ich gehofft habe, dass es einfach nur noch glücklich über die Bühne geht."
Wären die Stürze nicht gewesen, das Glück von Fill wäre an diesem Tag vollkommen gewesen. Genau 2611 Tage lagen bei dem 33 Jahre alten Südtiroler zwischen seinem ersten Weltcup-Sieg und dem zweiten - länger hat das nie gedauert bei einem Läufer, und dann hatte auch noch seinen Sohn seinen zweiten Geburtstag. So blieb Fill nur, eine Tatsache zu wiederholen: "Die Streif ist immer gefährlich. Jeder weiß das."
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