Ski Alpin: Dreßen glänzt als Sechster bei der Abfahrt in Kvitfjell, Kline feiert ersten Sieg

Thomas Dreßen hat mit Platz sechs bei der Abfahrt in Kvitfjell das bislang beste Ergebnis seiner Karriere im Weltcup herausgefahren. Dem Garmisch-Partenkirchener fehlten mit Startnummer 48 am Ende lediglich 38 Hundertstelsekunden auf Überraschungssieger Bostjan Kline aus Slowenien. Zweiter wurde der Österreicher Matthias Mayer (+0,19) vor Kjetil Jansrud aus Norwegen (+0,20).

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Das Fernsehen hatte die Live-Übertragung längst beendet, als Thomas Dreßen die "Olympiabakken" in Kvitfjell heruntergerast kam. Dort, wo 1994 ein gewisser Markus Wasmeier seine erste von zwei olympischen Goldmedaillen gewann, drängte sich nun der 24 Jahre Abfahrer vom SC Mittenwald überraschend in den Mittelpunkt: Sechster! Dreßen riss die Arme hoch und schrie nach einem kurzen, ungläubigen Blick seine Freude heraus, als er das Resultat beim Abschwingen aus einer Schneewolke heraus erspähte.
"Ich hab das erst gar nicht registriert, ich hab erst gedacht, ich bin 16.", sagte Dreßen wenig später dem SID. Erst als die Zuschauer "so abgegangen sind", habe er realisiert, was ihm da gelungen war. "Brutal stolz" mache ihn diese Platzierung, sagte er, "ich freue mich, dass ich endlich angekommen bin da oben", es sei ja "immer ein Traum gewesen, das zu schaffen". Er betonte aber auch: "Wenn ich diesen sechsten Platz nicht bestätige, dann bringt mich das auch nicht weiter."

Bester Deutscher seit fünf Jahren

Als Dreßen mit der hohen Startnummer 48 auf der Strecke war, schien schon alles geklärt: erster Weltcupsieg für Bostjan Kline aus Slowenien, dahinter Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich (+0,19 Sekunden) und Kjetil Jansrud aus Norwegen (+0,20). Sie konnte der junge Deutsche dann nicht gefährden, aber: Er verfehlte das Siegertreppchen auch nur um 0,18 Sekunden. Bislang war ein 16. Platz sein bestes Weltcup-Resultat gewesen.
Sechster oder besser bei einer Abfahrt - das war einem Deutschen seit den zwei zweiten Plätzen des WM-Dritten Florian Eckert in Kvitfjell vor 16 Jahren nur zweimal gelungen: Im Dezember 2004 Max Rauffer bei seinem sensationellen Sieg in Gröden/Italien, und zuletzt dann im November 2012 Tobias Stechert mit einem fünften Rang in Lake Louise/Kanada. In 50 Jahren Weltcup haben lediglich Rauffer (1), Wasmeier (2), Sepp Ferstl (2) und Franz Vogler (1) ein Abfahrtsrennen gewonnen.

Trainer sicher: Dreßen "wird jetzt durchstarten"

"Das war ganz cool", sagte Cheftrainer Mathias Berthold gewohnt unaufgeregt über den hoch veranlagten Dreßen. "Er ist schon bei der WM gut gefahren, er ist richtig gut drauf, er startet jetzt durch", ergänzte der Österreicher, der den Deutschen Skiverband (DSV) bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2014 erst mal davon überzeugen musste, die Abfahrtsmannschaft nicht aufzulösen. Bei Olympia 2018 wollen die Deutschen um die Medaillen mitfahren.
Dreßen scheint plötzlich die beste Chance zu haben, dieses Ziel zu erreichen. Bei der WM hatte er in der Spezialabfahrt schon Rang zwölf belegt, in der Kombinationsabfahrt war er Dritter geworden - weit vor den Stars der Szene. Jener Dritte Rang, sagt Berthold, sei der "Türöffner" gewesen, Dreßen habe erkannt, dass er ganz vorne mitfahren kann. Am Freitag in Kvitfjell war er unter anderem besser als Weltmeister Beat Feuz (Schweiz).
Dreßens Teamkollegen konnten ihre guten Trainingsleistungen nicht im Rennen umsetzen: Andreas Sander (Ennepetal) und Josef Ferstl (Hammer) belegten zeitgleich (+0,85 Sekunden) nur den 17. Rang auf der Olympiastrecke von 1994. Dort findet am Samstag eine weitere Abfahrt statt, am Sonntag dann noch ein Super-G.
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