Lena Dürr im Slalom in der Formkrise - Tina Maze exklusiv über DSV-Athletin: "Gefühl für den Slalom etwas verloren"
VonJan Zesewitz
Update 27/01/2026 um 14:55 GMT+1 Uhr
Lena Dürr fährt derzeit ihre schwächste Slalom-Saison seit 2020. In den vergangenen Jahren sprangen immer vier Podestplätze heraus, derzeit liegt die DSV-Athletin bei einem - und das war Ende November in Copper Mountain. Die Eurosport-Expertin Tina Maze sprach in einer Presserunde über die Herausforderungen der 34-Jährigen und die Schwierigkeit, mehrere Disziplinen unter einen Hut zu bringen.
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Quelle: Eurosport
"Ich sehe bei ihr folgendes Problem: Wenn man von der Basis her eine Slalomfahrerin ist und dann den Riesenslalom hinzufügt, dann ist das eine extrem komplizierte Entwicklung", sagte die Slowenin auf Eurosport-Nachfrage. "Das ließ sich auch bei Mikaela Shiffrin beobachten. Riesenslalom war für mich nie ihre Disziplin, weil alles erlernt wirkte, aber nie vom Gefühl her kam, wie es bei Tessa Worley oder Victoria Rebensburg war."
Das ist die andere Seite der Medaille: Im Riesenslalom ist Dürr so stark wie nie, konnte schon drei Top-Ten-Ergebnisse einfahren und liegt in der Disziplinen-Wertung auf Platz 15.
Im Slalom ist die Entwicklung gegenläufig, zwar wurde sie in den USA hinter der alles überragenden Shiffrin Zweite, seit Dezember ist ihr bestes Ergebnis aber ein zehnter Platz in Spindlermühle. In der Disziplinenwertung ist sie Neunte.
"Wenn man auf der einen Seite etwas hinzufügen will, dann verliert man etwas auf der anderen", erklärte Maze. "Slalom ist so ein Drill, so speziell. Wenn man die Basis hat und dann den Drill erlernt, dann ist das viel einfacher als andersherum und die Basis ist für mich der Riesenslalom. Dabei hat sie große Fortschritte gemacht, aber das Gefühl für den Slalom etwas verloren. Es ist ein schwieriger Balanceakt."
Maze: Dürr kämpft mit dem Weg zum Allrounder
Maze, Gesamtweltcupsiegerin 2014, begann mit dem Riesenslalom und wandelte sich im Laufe der Jahre zu einer Top-Allrounderin, die Siege in allen vier Disziplinen einfahren konnte. Dürr war jahrelang eine reine Slalom-Spezialistin, auch wenn sie, wie in Deutschland üblich, zunächst im Riesenslalom aktiv war. Zwischen 2013 und 2017 sammelte sie zu Beginn ihrer Karriere sogar Weltcup-Erfahrung im Super-G.
Trotzdem: Dürr versucht sich in diesem Olympia-Winter erstmals seit langem wieder daran, zweigleisig im Weltcup zu fahren. Für Maze ein viel komplizierteres Unterfangen als für eine Riesenslalom-Spezialistin.
"Langfristig kann sich das für sie auszahlen, in einigen Jahren wird man dann eventuell zum Allrounder", sagte Maze. "Das haben wir auch bei Mikaela gesehen, die Disziplinen hinzugefügt hat, aber auch sie kann nicht alles. Die Basis ist der Riesenslalom und von dort aus kann man sich in die eine oder andere Richtung orientieren."
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