Lucas Braathen kehrt offiziell in den Ski-Weltcup zurück - Slalom-Star verrät seinen Comeback-Plan
Lucas Braathen hat auf einer Pressekonferenz in Salzburg erklärt, warum er ein Comeback wagt. "Der entscheidende Faktor sind die Momente, die auf dieser Welt nur der Sport bietet", so der 23-Jährige, der sich einen klaren Plan zurechtgelegt hat. Neben geeigneten Trainingspartnern und harter Arbeit setzt Braathen auf das brasilianische Lebensgefühl - oder wie er es ausdrückt: "Vamos dançar!"
Braathen erklärt Comeback-Grund
Quelle: Eurosport
Lässig, bestens gelaunt und eloquent in drei Sprachen erläuterte Lucas Braathen der Presse seinen nächsten Karriereschritt.
Erst im vergangenen Oktober verkündete der amtierende Slalom-Weltcupsieger das vorläufige Ende seiner Laufbahn. Es gab Differenzen mit dem norwegischen Verband, Braathen fühlte sich eingeengt, beschnitten.
Das Korsett passte nicht mehr für den 23-Jährigen, der seine Freiheit liebt, dem die Freude am Sport so wichtig ist.
Nun kehrt er zurück und startet für Brasilien, das Heimatland seiner Mutter. "Meine brasilianischen Wurzeln haben mich zu der Person und dem Athleten geformt, der ich heute bin. Es geht für mich ein Traum in Erfüllung, die Chance zu haben, 200 Millionen Brasilianer bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen zu vertreten", unterstrich Braathen.
Braathen: "Die Zeit ist gekommen, Brasilien"
Das Comeback-Projekt betrachtet er als Tanz. Der Slalom-Spezialist will die Leichtigkeit mitnehmen auf die Piste, den Spaß an der Bewegung in den Vordergrund stellen, seine Persönlichkeit ausdrücken. "Die Zeit ist gekommen, Brasilien. Lasst uns tanzen", schrieb Braathen auf portugiesisch bei Instagram. Dieses "vamos dançar" ist das Motto, die Triebfeder der Rückkehr in den Weltcup. "Auf dem Schnee zu tanzen ist das, was ich tun will."
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Braathen über FIS-Punkte
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Eines aber ist Braathen extrem wichtig: eine gute Beziehung zu seinem Ex-Team Norwegen. "Ich möchte dem norwegischen Verband meinen Dank aussprechen, dass wir in einem guten und freundschaftlichen Verhältnis auseinandergehen und die Vergangenheit zurücklassen konnten."
Braathen dankt Norwegen und den einstigen Kollegen
Schließlich sei es so, dass "alles, was ich bislang erreicht habe, im System des norwegischen Verbands und zusammen mit meinen lieben ehemaligen Kollegen und Trainern zustand kam". Tatsächlich durchlief Braathen einst die Ausbildung am Skigymnasium in Oslo. Dort wurde aus dem Toptalent ein Skistar.
Auch wenn er nun für Brasilien fahre, verbringe man weiterhin die gesamte Saison miteinander auf den Pisten dieser Welt, was ein gutes Verhältnis umso wichtiger mache. Im Hinblick auf die norwegischen Fans hofft Braathen, dass man ihn vor allem "als Menschen" wahrnehme und nicht unbedingt unter dem Gesichtspunkt, welche Flagge auf dem Renndress zu sehen sei.
Braathen: "Schnellstmöglich Podien und Siege"
Und noch ein Faktor ist wichtig: "Der norwegische Verband hat mir erlaubt, meine FIS-Punkte mitzunehmen", erzählte Braathen. Damit bleibt ihm ein anstrengender Weg über unterklassige FIS-Rennen erspart, einem direkten Start im Weltcup steht nichts mehr im Wege.
Bei aller Lockerheit stellte der Comebacker klar, dass er sein Karriereende nicht nur deshalb revidiert hat, um seinen Spaß zu haben. "Was meine Ambitionen angeht, bin ich immer sehr offen. Ich vermisse es, morgens aufzuwachen und daran zu arbeiten, in irgendwas der Beste der Welt zu werden. Wenn ich diesen Traum nicht hätte, wäre es mir nicht möglich, zurückzukommen", führte Braathen aus.
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Braathen: Das sind meine Ziele und das ist nun der Plan
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Das Ziel sei es, "so schnell wie möglich in die Position zu gelangen, das Podium und Siege in den technischen Disziplinen anzugreifen". Bislang hat der junge Mann aus Oslo fünf Weltcuperfolge - drei im Slalom, zwei im Riesenslalom - auf dem Konto.
Geht es nach Braathen, dürfen gerne weitere hinzukommen und auch auf die WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm freut er sich schon jetzt. Der Gedanke, bei "Weltmeisterschaften mit der brasilianischen Flagge auf dem Rücken" anzutreten, mache ihn bereits heute stolz.
Brasiliens Verbandschef: "Braathen ein Game Changer"
Und auch beim neuen Heimatverband in Brasilien (CBDN) ist die Freude riesengroß. "Wir könnten nicht glücklicher sein, über deine Entscheidung wieder anzutreten", wandte sich Verbandspräsident Anders Pettersson in Salzburg an Braathen.
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Brasilien-Chef: Braathen ein Game Changer
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Für den Wintersport in dem südamerikanischen Land sei dies eine "enorme Chance. Seine Präsenz wird viele positive Effekte für die brasilianischen Athleten haben. Braathen sei ein Vorbild, ergänzte Pettersson. "Lucas kann wirklich ein Game Changer für uns werden."
Trainingspartner gesucht - Braathen will keine One-Man-Show
Um die ambitionierten Ziele zu realisieren, will Braathen aber nicht den brasilianischen Eigenbrötler spielen oder als One-Man-Show durch den Winter geistern. Er habe sich fest vorgenommen, Trainingspartnerschaften einzugehen. Noch sei da nichts spruchreif, "aber ich bin sicher, dass das eine Sache ist, bei der beide Parteien profitieren werden. Darüber hinaus bin ich ein sehr kommunikativer Typ und mag es, mich auszutauschen."
Eine clevere Maßnahme, schließlich hat Braathen einen Winter Rückstand auf die Konkurrenz. "Ich muss einiges aufholen, keine Frage. Ich bin keiner, der glaubt, er könne einfach an der Stelle weitermachen, wo er aufgehört hat, nur weil er eine Weltcupkugel in der Hand hat. Das wird eine extrem schwere Herausforderung und ich bin definitiv sehr nervös, ob ich die Ziele, die ich mir vorgenommen habe, erreichen kann. Ich bin zuversichtlich, dass es klappt, sonst würde ich hier nicht sitzen."
Er könne nachvollziehen, wenn nicht alle den Weg gutheißen, den er eingeschlagen habe, "aber ich bin stolz auf meine Entscheidung", unterstrich Braathen. "Es fühlt sich richtig an." Und das ist doch schon eine Menge wert.
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Braathen zu Gast in Kitzbühel: "Dann vermisse ich den Skisport"
Quelle: Eurosport
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