Den Sieg bei leichtem Nebel holte sich Andre Myhrer (Schweden). Bei den Frauen siegte erwartungsgemäß Mikaela Shiffrin (USA), die damit ihren 37. Weltcupsieg feierte.
Linus Straßer hob triumphierend die Arme in die Höhe, er schrie ein "Yes!" und ein "Jawoll!" in den Nebel am Holmenkollen in Oslo - ein dritter Rang in einem offiziellen Weltcup-Wettbewerb ist ja auch Grund zum Jubeln. Ein paar Minuten später allerdings zuckte der 24 Jahre alte Münchner dann kurz zusammen, als er hörte: Die Norm für die Olympischen Spiele, der er in einer enttäuschenden Saison bislang hinterherfährt, hat er damit nicht erfüllt. Ergebnisse bei City-Events zählen in diesem Fall nicht.
Straßer aber trug es mit Fassung: Es sei für ihn "nur eine Frage der Zeit", bis ihm die Qualifikation für Olympia angesichts der im Januar nun anstehenden fünf "normalen" Slalom-Rennen gelänge. "Und wenn ich es nicht schaffe, habe ich es eh nicht verdient", sagte er im ZDF. Ein 20. Rang ist seine bislang beste Saisonplatzierung, zu wenig, um die deutschen Kriterien (einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15) zu erfüllen. Vom dritten Platz in Oslo aber erhofft sich Straßer zumindest einen Schub: "Natürlich tut so etwas gut."
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Straßer hatte im vergangenen Winter bereits den Parallel-Slalom in Stockholm gewonnen, es war sein erster und bislang einziger Sieg im Weltcup. Er ist ein Spezialist für die Rennen Mann gegen Mann - und wäre zumindest für den erstmals olympischen Mannschaftswettbewerb ein wichtiger Faktor. Zumal Felix Neureuther (Partenkirchen), den er in Oslo vertreten durfte, verletzt ausfällt. "Mann gegen Mann ist top. Es ist nicht ganz einfach, aber mir scheint es immer ganz gut zu gelingen", sagte Straßer.

Dürr, Dopfer und Wallner schon in Runde zwei raus

Die drei anderen deutschen Starter waren bereits nach der zweiten Runde nicht mehr dabei. Lena Dürr, die 2009 beim Parallel-Slalom in Moskau ihren einzigen Weltcup-Sieg gefeiert hatte, schaffte es gegen Denise Feierabend (Schweiz) noch ins Viertelfinale, verlor dort aber klar mit 0,34 Sekunden Rückstand gegen Shiffrin. Fritz Dopfer (Garmisch) scheiterte im Achtelfinale um 0,04 Sekunden an Luca Aerni (Schweiz), Marina Wallner (Inzell) unterlag in der ersten Runde der favorisierten Petra Vlhova (Slowakei).
Gefahren wurde das Rennen auf dem Gegenhang des Aufsprunghügels der Sprungschanze. Durch ein zusätzliches Stahlgerüst erreichte die Piste eine Länge von 180 Metern mit 18 Toren. Kurz vor den Olympischen Spielen soll in Stockholm ein weiterer City-Wettbewerb stattfinden. Die Premiere in der schwedischen Hauptstadt hatte im Vorjahr Straßer gewonnen. Im Januar hat er nun noch fünf reguläre Slaloms, bei denen er sich für Olympia qualifizieren kann.
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