Ski-WM in St. Moritz: Schweizer Ekstase nach dem Sieg von Feuz, Tränen und ein Ohnmachtsanfall

Durch die Verschiebung der Männerabfahrt wurde aus dem siebten Wettkampf der Ski-WM in St. Moritz der Super-Sonntag. Und er enttäuschte nicht! Die Schweiz bejubelte das nächste Traum-Gold, während Ilka Stuhec ihr Glück kaum fassen konnte. Und dann war da noch der große Auftritt des Schweizer Idols Roger Federer.

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Aus St. Moritz berichtet Tobias Hlusiak
Sie haben es schon wieder getan. Zwei Tage nach dem umjubelten Doppelsieg durch Wendy Holdener und Michelle Gisin in der Damen-Kombination hat Beat Feuz die Schweiz erneut in den siebten Ski-Himmel gehoben. Der Publikumsliebling ließ sich von 45.000 Fans zum Sieg in einer spektakulären Herren-Abfahrt tragen.
Am Ende hatte Feuz 0,12 Sekunden Vorsprung auf Super-G-Weltmeister Erik Guay. Bronze sicherte sich der Österreicher Max Franz, was den größten Teil des Party-Volks im Zielraum jedoch nur bedingt tangierte.
Zu groß war die Freude über Feuz, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lara Gut das gesamte Spotlight geerbt hatte. "Es ist ein Traum. Dass mir ein solcher Lauf bei einer WM im eigenen Land gelingt, ist einfach traumhaft", sagte der 30-Jährige sichtlich gerührt und jubelte den Massen zu, die St. Moritz längst in St. Beat umgetauft hatten.
Der Titel des Abfahrtsweltmeisters bleibt damit in der Schweiz, nachdem Patrick Küng 2015 in Beaver Creek triumphiert hatte.

Federer stiehlt allen die Show

Eigentlich ist es so gar nicht seine Art. Obwohl Roger Federer zu den größten Sportstars unserer Zeit gehört, steht er nicht gern im Mittelpunkt. Schon gar nicht wenn es nicht um Tennis geht. Und so versuchte der amtierende Australian-Open-Sieger auch bei der Ski-WM in St. Moritz unbemerkt von den Kameras in der Menge unterzugehen.
Was ihm natürlich ganz und gar nicht gelang. Nur wenige Minuten nach seiner Ankunft erschien Federer – in modischer weißer Ski-Jacke – zum ersten Mal auf der großen Leinwand im Zielbereich. Und vorbei war es mit der Ruhe. Was folgte war ein Selfie- und Handshake-Marathon.
Und nicht nur Fans wollten etwas von der Schweizer Sportlegende abhaben, auch reihenweise Ski-Stars standen beim großen Roger an. Tina Weirather war sogar dermaßen hin und weg, die Liechtensteinerin wäre um ein Haar in Ohnmacht gefallen.
Und natürlich bekamen auch die Sieger der Herrenabfahrt und Lindsey Vonn – die den 35-Jährigen eingeladen hatte - ihr Erinnerungsfoto mit Federer.
Am Ende kamen also alle auf ihre Kosten. Auch Federer selbst, der sich in Mitten seiner jubelnden Landsleute sichtlich wohl fühlte und mit einem Geständnis großes Gelächter erntete:

Ganz große Gefühle bei Stuhec

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Alles ist so emotional und ich werde erst später begreifen, was ich geschafft habe." Ilka Stuhec war baff. Dabei hatte die Slowenin eine gute Stunde Zeit, sich auf Siegerinterviews und den Auftritt auf dem Siegerpodest vorzubereiten.
So lange hatte sie in der Leader Box gebangt und gebetet, dass doch niemand mehr ihre Zeit in der Damen-Abfahrt unterbieten solle. Mal stehend, dann kniend, schließlich erschöpft auf dem Boden sitzend. Als sie dann schließlich als Weltmeisterin feststand, wurde die 26-Jährige von ihren Gefühlen übermannt.
Im Zielraum fiel sie ihrer Mutter in die Arme "Wir haben nicht miteinander geredet", erzählte Stuhec. Sie schafften es nicht, "weil wir beide nur geweint haben".
Um dies besser zu verstehen, muss man wissen, dass die neue Weltmeisterin noch nicht lange in der Weltspitze mitfährt. Vor gar nicht allzu langer Zeit wollte die Slowenin noch alles hinschmeißen, nach fünf Knie-Operationen war sie zu gefrustet.
Zu allem Überfluss flog sie im Jahr 2009 aus der Verbandsförderung. Ihre Mutter rettete sie. Die beiden bildeten ein Familienteam und sind nun auf dem Gipfel angekommen.
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