Sofia Goggia steht vor Meilenstein mit Abgabe ihrer Abschlussarbeit: "Nicht das schwarze Schaf der Familie" sein
Publiziert 17/04/2026 um 12:41 GMT+2 Uhr
Sofia Goggia hat der italienischen "La Repubblica" ein Interview gegeben und dabei über die Abgabe ihrer Abschlussarbeit an der Freien Internationalen Universität für Sozialwissenschaften (LUISS) in Rom gesprochen. Die 33-Jährige hatte ihr Studium vor einigen Jahren aufgenommen, nachdem ihr 2020 ausgerechnet in einem Sessellift ein "dringendes Bedürfnis" nach höherer Bildung bewusst geworden war.
Auf und Ab an den Zwischenzeiten: Goggia fährt auf Bronze-Rang
Quelle: Eurosport
"Mein Vater ist Ingenieur, genau wie mein Bruder, meine Mutter hat einen Abschluss in Literatur und Philosophie, und ich war die Einzige ohne Hochschulabschluss", blickte die Italienerin zurück.
Sie habe "nicht das schwarze Schaf der Familie" sein wollen, weswegen sie sich für den Schritt entschied, Politikwissenschaften an der Privatuniversität in der italienischen Landeshauptstadt zu studieren.
Der Weg zum Abschluss war dabei kein einfacher. "Auf dem Höhepunkt der Saison konnte ich nichts tun, aber sobald sich eine Lücke auftat, lernte ich auch im Oktober, November und Dezember", berichtete Goggia.
Um sich den Traum vom Abschluss zu erfüllen und gleichzeitig im Weltcup vorne mitzufahren, war für Goggia Disziplin gefordert. Als sie sich im Dezember 2022 die Hand brach, kehrte sie nach einer Operation in Mailand schnell in die Schweiz zurück und gewann einen Tag später die Abfahrt, nur um kurz darauf für eine Klausur nach Italien zu reisen.
Goggia gibt Einblick in Lernplan
Erholung in Verletzungspausen war für Goggia allenfalls physisch möglich, da sie trotzdem für ihr Studium büffeln musste. "Es ist unerlässlich, die Zeit optimal zu nutzen: Es reicht, eine halbe Stunde am Tag zu lernen", gab die Olympiasiegerin von 2018 Einblicke in ihren Lernplan: "Ich habe die Online-Vorlesungen aufgezeichnet und mir Notizen gemacht. Bei einigen Fächern genügte es mir, diese noch einmal durchzulesen, die Vorlesungen anzuhören und zwei oder drei Dinge im Buch zu vertiefen."
Ihre Abschlussarbeit hat sie im März abgegeben, muss nun aber bis Juni warten, bis sie ihre Note bekommt. Das Thema ihrer Arbeit ist durchaus passend. Die Olympionikin setzte sich mit Propaganda und Soft Power im Rahmen von Olympischen Spielen seit der Antike bis zu den vergangenen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo auseinander.
Bei letzteren war Goggia mit großen Medaillenhoffnungen angetreten, hatte sich aber mit Bronze in der Abfahrt begnügen müssen, nachdem sie im Super-G und der Team-Kombination jeweils nicht ins Ziel gekommen war. Als Trostpreis konnte sie sich am Saisonende über den Gewinn der Super-G-Wertung im Weltcup freuen.
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