St. Anton: Lindsey Vonn wird am Arlberg zur Comeback-Queen und feiert mit "ein paar Red-Bull-Wodkas"

Lindsey Vonn überrascht seit ihrem Comeback im alpinen Ski zahlreiche Experten und Fans mit ihren starken Leistungen: Am Samstag fuhr sie bei der Abfahrt in St. Anton am Arlberg auf den sechsten Rang, am Sonntag ließ sie im Super-G einen vierten Platz folgen. Bei der anstehenden WM ist sie damit eine Medaillenkandidatin. Auch die US-Amerikanerin selbst ist begeistert - und in Party-Laune.

"Mit der Brechstange": Vonn fährt nächstes Top-Ergebnis ein

Quelle: Eurosport

Lindsey Vonn setzte sich ihre Micky-Maus-Wollmütze auf den Kopf und gab sich selbst den Partybefehl. Platz sechs bei der ersten Abfahrt seit ihrem Comeback, erst recht aber Rang vier im Super-G werde mit "ein paar Red-Bull-Wodkas" begossen, kündigte die einstige Speed-Queen in St. Anton mit strahlendem Lächeln an. Sie hatte allen Grund dazu: Vonn nähert sich bei ihrer märchenhaften Rückkehr rasant dem Podest und gehört drei Wochen vor der WM wieder zu den ernsthaften Medaillenkandidatinnen.
Zu den Anwärtern auf Edelmetall zählt auch Linus Straßer, der als Vierter beim schwierigen Slalom von Adelboden ebenso sein bestes Saisonergebnis einfuhr wie Kira-Weidle-Winkelmann als Sechste im Super-G am Arlberg. Doch im Mittelpunkt allen Interesses stand auch an ihrem zweiten Rennwochenende seit ihrem Rücktritt vom Rücktritt Lindsey Vonn.
"Das ist ein großer Tag für mich, der Wahnsinn", jubelte sie schon nach ihrer fulminanten Abfahrt am Samstag und sprach angesichts all der Kritik von einer Genugtuung: "Das war meine Antwort!" Im Super-G legte sie mit einem "wilden Rodeo" noch einen drauf, aus der einstigen Speed-Queen wird die Comeback-Queen. Taktisch sei sie wieder die Alte, betonte Vonn, "ich weiß genau, wo ich Linie geben oder direkt fahren muss", nur die körperliche Form sei noch nicht bei hundert Prozent.
Es reichte, um die Konkurrenz aufzuschrecken. In der Abfahrt lag sie bis zur letzten Zwischenzeit auf Podestkurs, am Ende fehlten 0,58 Sekunden auf Federica Brignone, die erstmals in der Königsdisziplin gewann. "Es ist ein unglaubliches Comeback", staunte die Italienerin über Vonn, "ich hatte echt die Befürchtung, dass sie gewinnt."

LinDsey Vonn träumt von mehr

Im Super-G verhinderte nur ein Beinahe-Ausflug im Mittelteil die erste "Stockerl"-Fahrt der 40 Jahre alten US-Amerikanerin seit WM-Bronze 2019 (Abfahrt), es fehlten 38 Hundertstel. Von Teamkollegin Lauren Macuga, die ihren ersten Sieg holte, trennten sie 1,24 Sekunden.
"Ich weiß, ich kann mich noch verbessern", sagte Vonn, "das ist mein Ziel - jeden Tag einen weiteren Schritt." Bis zur WM in Saalbach mit den Speedrennen am 6. und 8. Februar. Mit Blick auf den Saisonhöhepunkt schickte Vonn schon mal eine saftige Kampfansage an ihre Rivalinnen: "Ich habe nichts zu verlieren."
Das gilt auch für Weidle-Winkelmann, die sich von ihrem Trainingssturz in Beaver Creek gut erholt hat und schon als Abfahrtszwölfte aufsteigende Tendenz zeigte. Im Super-G war sie nur einmal besser als in St. Anton. "Das Skifahren war gut, es waren gute Schwünge dabei, ich hatte ein gutes Gefühl", sagte sie: "Das nehme ich mit und baue es die nächsten Wochen weiter auf."
Straßer hatte sogar den erlösenden ersten Podestplatz in diesem Winter dicht vor Augen, verlor ihn in der Nebelsuppe von Adelboden aber noch aus dem Blick. Nach einem unrunden zweiten Lauf fiel der Münchner beim dritten Saisonerfolg von Olympiasieger Clément Noel aus Frankreich um zwei Ränge zurück. "Schade", sagte Straßer, der 0,83 Sekunden hinter dem "Stockerl" landete, aber: "Es war trotzdem ein großer Schritt."
(SID)
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Alpine Skiing - Super G - St. Anton - Vonn after her 4th place

Quelle: Eurosport


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