Eurosport
Skilanglauf: FIS-Präsident Johan Eliasch will TV-Rechte umkrempeln - Formel 1 soll als Vorbild dienen
Von
Publiziert 17/10/2022 um 16:43 GMT+2 Uhr
Wenn Ende November im finnischen Ruka der Startschuss für die Weltcup-Saison fällt, gilt der Blick der Verantwortlichen besonders den TV-Quoten. Das abnehmende Interesse am Skilanglauf bereitet dem internationalen Skiverband (FIS) gehörig Sorgen. Präsident Johan Eliasch strebt eine Umstrukturierung der TV-Rechte an - ganz nach dem Vorbild der Formel 1. Der Vorschlag stößt jedoch auf Widerstand.
Die FIS feilt an einer Revolution
Fotocredit: Getty Images
"Es kann nicht angehen, dass wir Fernsehzuschauer verlieren", erklärte Eliasch im Interview mit der norwegischen Zeitung "Dagbladet". Man müsse "handeln".
Wie ein Bericht der FIS offenbarte, waren die Zuschauerzahlen in den vergangenen Jahren immer weiter rückgängig. Nun will Eliasch die Reißleine ziehen - und sorgt dabei für Wirbel.
Die geplanten Maßnahmen des FIS-Präsidenten nehmen das Rechtemodell ins Visier. Eine Umstrukturierung soll hier für einen positiven Effekt sorgen.
Zurzeit darf nämlich jeder Skiverband seine Rechte selbst verkaufen. Eliasch peilt nun eine Zentralisierung der Rechte an, damit die FIS diese zukünftig selbst verwalten kann. "Wir werden dies so bald wie möglich tun. Darüber hinaus kann ich mich zum zeitlichen Aspekt nicht äußern", so der Schwede. Dieses Vorhaben stößt jedoch auf Widerstand.
Eliaschs Forderungen sorgen für Kritik
Vor allem das Medien-Unternehmen Infront wehrt sich gegen die Pläne des 60-Jährigen. Viele Verbände haben sich mit Infront auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt. An dieser Situation soll sich dem Unternehmen zufolge in naher Zukunft nichts ändern.
"Wir sind mit der FIS nicht einverstanden. Sie ignorieren weiterhin die Rechte der nationalen Verbände und bestehende Verträge. Dies führt zu einer massiven Verunsicherung und Störung des Marktes", hieß es in einer Stellungnahme gegenüber "Dagbladet".
"Wenn sie das Zentralisierungsmodell umsetzen, wird es in unseren Augen so sein, als ob sie sich die Rechte der nationalen Skiverbände aneignen würden. Es wird auch zu einer Fülle von Rechtsansprüchen über viele Jahre hinweg führen, was wiederum hohe Kosten und Unsicherheit mit sich bringt. Wir haben unsere Bedenken wiederholt geäußert, um Chaos und Schaden vom Skilanglauf abzuwenden."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/05/26/3380943.jpg)
Johan Eliasch sorgt mit seinen Plänen für viel Aufregung
Fotocredit: Getty Images
Langlauf und Formel 1 - wie passt das?
Angeblich soll Eliasch vom Motorsport inspiriert worden sein. Die Formel 1 stemmte sich in den vergangenen Jahren erfolgreich gegen das abnehmende Interesse und läutete dank einiger Handgriffe im Medienbereich eine neue Ära samt stetig steigender Zuschauerzahlen ein. Als Vorbild soll wohl auch die Netflix-Dokumentation "Drive to Survive" dienen.
"Wir können mehr Geld in die Formate investieren, wenn wir selbst die Rechte haben", erklärte Eliasch. "All das bedeutet, dass wir unseren Sportlern mehr Preisgelder zahlen können. Unsere besten Athleten verdienen in einem Jahr so viel wie Djokovic oder Federer in einer Woche - das müssen wir ausgleichen. Das ist schrecklich."
Das könnte Dich auch interessieren:"Mir geht es beschissen": Para-Athletin Klug zieht den Schlussstrich
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/03/13/3336902-68218308-2560-1440.jpg)
Jubelszenen bei USA - Johaug verliert letzten Zielsprint
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung