Langlauf-Superstar Johannes Hösflot Kläbo verlässt norwegisches Nationalteam nach Ankündigung von Einsparungen

Ein Paukenschlag versetzt die Langlaufwelt in Aufruhr. Superstar Johannes Hösflot Kläbo verkündete am Sonntagabend bei Instagram, das Nationalteam Norwegens zu verlassen und in der kommenden Saison unabhängig im Weltcup starten zu wollen. "Mit meinem Weggang hat der Skiverband die Möglichkeit, seine Kosten zu senken", erklärte Kläbo laut dem öffentlich-rechtlichen "NRK" in einer Pressemitteilung.

Johannes Hösflot Kläbo verkündet sein Aus im Norwegischen Nationalteam

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Stattdessen könne der Skiverband das Geld nun in andere Athleten investieren, begründete der 26 Jahre alte Trondheimer seine Entscheidung in der Aussendung. "Ich werde mit meinen Nationalmannschaftskameraden in engem Kontakt bleiben, auch wenn ich nicht mehr Teil der Nationalmannschaft sein werde", kündigte der Weltcupsieger an.
Damit riskiert der fünfmalige Olympiasieger offenbar erst einmal auch, aus dem Weltcup ausgeschlossen zu werden. Derzeit dürfen Athleten, die einen Platz im Nationalteam abgelehnt haben, nämlich nicht am Weltcup teilnehmen. "Wir hoffen und glauben, dass sie das ändern werden, sodass ich in der nächsten Saison mitlaufen kann, wenn ich gut genug bin, um zu konkurrieren", sagte er in der Pressemitteilung.
"Ich weiß noch nicht, wie die Zukunft aussieht. Es sind viele Dinge in kurzer Zeit passiert, aber die Planungszeit beginnt jetzt", schrieb Kläbo am Sonntagabend bei Instagram. Laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Norwegens "NRK" soll der neunmalige Weltmeister bereit sein, die finanziellen Aufwendungen ab der kommenden Saison selbst zu tragen.
Hintergrund ist offenbar, dass sich die Nationalmannschaft Norwegens in einer schwierigen finanziellen Situation befindet und ihre Kosten dramatisch senken muss. Wie "VG" zu Beginn der Woche berichtete, soll das derzeit aus 13 Männern und elf Frauen bestehende Team auf 20 Mitglieder reduziert werden.
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Johannes Hösflot Kläbo

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Die Athleten selbst hatten demnach in dieser Woche noch keine Informationen darüber, wer zum Team gehören soll und wer nicht. "Ich habe mehrere Kameraden in der Nationalmannschaft, die meiner Meinung nach in diesem Auswahlverfahren schlecht behandelt wurden", machte Kläbo seinen Unmut deutlich.

Bjervig spricht von Einsparungen

Teammanager Espen Bjervig bestätigte, dass fortan in verschiedensten Bereichen Einsparungen vorgenommen werden müssen. "Es wird Sparmaßnahmen geben, aber das gilt für jedes Unternehmen. Wir bekommen nun deutlich weniger für unser Geld. Wir müssen es effizienter nutzen", sagte der 50-Jährige Mitte der Woche.
Vor dem zurückliegenden Winter hatte sich Kläbo in den USA auf die Saison vorbereitet. "Ich denke, es wäre ein Fehler gewesen, Unterstützung für Aufenthalte in der Höhe zu erhalten, während gleichzeitig Teamkollegen aufgrund von Kostenreduzierungen im Verband ihren Platz verloren haben und das Programm der Nationalmannschaft aufgrund von Kürzungen reduziert wurde", erklärte der Superstar nun.
Der Beschluss, so der 26-Jährige, habe unter allen Umständen Bestand für den anstehenden Winter. "Wir respektieren diese Entscheidung. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass wir ihn natürlich in der Nationalmannschaft haben wollten", machte Bjervig in der Mitteilung deutlich.
Der Skiverband erklärte in dem Schreiben, man werde über die Regel, die Athleten ausschließt, die sich aus dem Nationalteam zurückgezogen haben, diskutieren. Allen voran "die praktischen Konsequenzen", die ein Verzicht nach sich zieht, seien bis dato ungeklärt.

Johaug "nicht überrascht"

Der frühere Trainer und Experte Fredrik Aukland erwartet durch den Paukenschlag drastische Konsequenzen für das System der Nationalteams. "Es könnte der Beginn einer Veränderung der Funktionsweise des Sponsoringmarktes im Skilanglauf sein", prognostizierte er.
Die viermalige Olympiasiegerin Therese Johaug reagierte derweil "nicht überrascht" auf die Nachricht und sagte gegenüber dem "NRK", es sei "ein bisschen in der Schwebe" gewesen. Dennoch bedauerte sie das bevorstehende Aus von Kläbo: "Es ist sehr schade, dass er geht."
Worauf Johaug hinwies: Es ist nicht das erste Mal, dass der Norwegische Skiverband von einer solchen Nachricht überrollt wird. 2013 - in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sotschi - beschloss Legende Petter Northug ebenfalls, das Nationalteam zu verlassen und sich auf eigene Faust auf das Großereignis vorzubereiten.
Dennoch machte sie sich um die Zukunft der Norwegischen Skilangläufer keine Sorgen: "Die Jungs in der Nationalmannschaft haben bewiesen, dass sie es genauso gut, wenn nicht sogar besser können. Die Nationalmannschaft ist ohnehin stark."
Nichtsdestotrotz wird die Entscheidung des Superstars der Szene hohe Wellen schlagen.
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Kläbo, wer sonst? Das Klassik-Sprint-Finale von Lathi

Quelle: Eurosport

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