Langlauf-Star Lucas Chanavat und Trainer Trond Nystad malen düstere Zukunft: "Wie eine sterbende Sportart"
Der französische Weltklasse-Sprinter Lucas Chanavat hat seiner Sportart Langlauf eine düstere Zukunft prognostiziert. "Aktuell fühlt sich der Langlauf wie eine sterbende Sportart an", erklärte der 27-Jährige gegenüber der norwegischen Tageszeitung "Verdens Gang" und betonte: "Es ist ein komplexes Thema, aber wir müssen nach Lösungen suchen, auch wenn es schwierig ist, Antworten zu finden."
Lucas Chanavat
Fotocredit: Imago
Nach Ansicht des Langlauf-Stars dient dabei ausgerechnet eine Konkurrenzsportart als Paradebeispiel.
"Biathlon macht einen guten Job, wenn es darum geht, coole TV-Shows zu produzieren. Sie haben den Sport mit neuen Formaten weiterentwickelt", meinte Chanavat. Außerdem gäbe es viele Dinge, die beim Radsport funktionieren und von denen seine Sportart lernen könne.
"Auch der Langlauf hat großes Potenzial, aber wir müssen uns anpassen und neue Dinge ausprobieren, auch wenn alles, was wir versuchen, nicht funktioniert", forderte der 27-Jährige.
Chanavat belegte im vergangenen Winter Rang drei im Sprintweltcup. In der Gesamtwertung landete der Franzose, der in der Saison 2021/22 insgesamt fünf Podestplätze errang, Platz zehn.
Ex-Norwegen-Coach Nystad pflichtet Chanavat bei
In eine ähnliche Kerbe wie Chanavat schlug auch der ehemalige norwegische Nationaltrainer Trond Nystad, der sich ebenfalls besorgt über die Entwicklung des Langlaufsports zeigte.
"Die Internationale Biathlon Union hat mit der TV-Berichterstattung sehr gute Arbeit geleistet und übernimmt die Verantwortung dafür, dass kleine Nationen Unterstützung sowie Zugang zu Wissen und Trainerausbildungen erhalten. Biathlon ist in dieser Hinsicht viel weiter als Skilanglauf", klagte Nystad gegenüber "Verdens Gang".
Die Gründe hierfür sind laut des 52-Jährigen das größere Medieninteresse und die höheren Einnahmen im Biathlon. Zudem würden Einzelsportler wie Dario Cologna, Petra Majdic und Justyna Kowalczyk-Tekieli fehlen, die "ganze Nationen getragen" hätten.
Der viermalige Olympiasieger Cologna (Schweiz) und Kowalczyk-Tekieli (Polen) - ihres Zeichens zweimalige Olympiasiegerin - beendeten ihre aktiven Karrieren nach Ablauf der vergangenen Saison. Majdic hatte ihre Skier bereits 2011 an den Nagel gehängt.
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Quelle: Eurosport
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