Lillehammer - Norwegische Ski-Stars kritisieren Klima-Protest bei Massenstart: "Versuchen nur zu zerstören"

Klimaaktivisten haben am Sonntag mit einer Blockade den Klassik-Massenstart der Männer im norwegischen Lillehammer gestört. Sie stellten sich mit einem Banner mit der Aufschrift "Stop oljeletingen" ("Stoppt die Erdölförderung") mitten auf die Strecke. Bei den Sportlern sorgte die Art des Protests für Unverständnis. "Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist", sagte Calle Halfvarsson dem "NRK".

Klima-Protest beim Skilanglauf: Aktivisten stören Athleten

Quelle: Eurosport

"Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, Skiwettbewerbe zu stören, wenn man demonstrieren will", sagte Calle Halfvarsson weiter.
In der ersten Runde des Massenstarts hatten sich mehrere Klimaaktivisten kurz vor der Ankunft des geschlossenen Felds in einem Anstieg quer auf der Strecke verteilt und ein Banner entrollt. Zudem sprühten sie offenbar eine rote Flüssigkeit auf den Schnee. Die Polizei griff schnell ein und verhinderte damit eine vollständige Blockade, sodass die meisten Athleten die Demonstranten ohne große Probleme passieren konnten.
Martin Løwstrøm Nyenget erklärte später, dass es gar eine Warnung vor Öl auf der Strecke gegeben habe. Bei der Fackel habe er zunächst versucht, den Atem anzuhalten, dann habe er die Personen in der Loipe gesehen, erzählte der 30-Jährige. "Es konnten nicht alle weggebracht werden, bevor wir vorbeifuhren, weil es so schnell ging. Aber die Organisatoren schafften es, sie in der Mitte zu sammeln, und dann fuhren wir an der Seite vorbei", schilderte er den Zwischenfall weiter.
Einige wurden durch den Protest aber dennoch behindert. "Ich habe die Aktion bemerkt, weil ich die Strecke verlassen musste", sagte der Norweger Paal Golberg gegenüber dem "NRK" und ergänzte: "Glücklicherweise haben sie es bergauf und nicht bergab gemacht. Dann hätten wir das Rennen wahrscheinlich abgesagt und es hätte viele Stürze gegeben."

Iversen kritisiert Protest: "Sie versuchen nur zu zerstören"

Von diesem Zwischenfall ließ sich Golberg allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Der 32-Jährige blieb im großen Feld und holte nach 20 Kilometern im Schlussspurt seinen ersten Saisonsieg. Zugleich verteidigte er damit das Gelbe Trikot als Gesamtweltcupführender.
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Quelle: Eurosport

Er war jedoch nicht der Einzige, der anschließend anmerkte, dass dieser Protest auch ganz anders hätte ausgehen können. Auch Landsmann Emil Iversen kritisierte die Aktion: "Das kann sowohl gefährlich als auch beängstigend sein. Ich halte nichts von Demonstrationen auf der Straße oder bei Sportveranstaltungen." Der viermalige Weltmeister weiter: "Sie versuchen nur zu zerstören. Ich finde das traurig."
Es sei gut, wenn man sich mit der Klima-Thematik beschäftige, erklärte Iversen. Aber: "Ich würde es auf eine andere Art und Weise tun, als diejenigen zu zerstören, die Sport treiben."
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Protest-Banner bereits bei der Saisoneröffnung in Beitostölen

Am nächsten Wochenende wird der Skilanglauf-Weltcup mit drei Rennen in Beitostölen fortgesetzt. Genau dort hatte es übrigens bereits vor zwei Wochen bei der norwegischen Saisoneröffnung, die live im TV übertragen wurde, ein Banner gegen den Erdöl- und Erdgaskonzern Equinor gegeben. Equinor sponsert mit seinem Programm "Morgendages helter" ("Helden von morgen") unter anderem den Skisport in Norwegen.
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