Langlauf: Aufregung um Exoten im Weltcup, Mika Österreicher Vermeulen wird deutllich: "Das ist gefährlich"

Der Start des philippinischen Langläufers Edward Limbaga beim Weltcup in Trondheim hat eine hitzige Debatte über die Teilnahme extrem unerfahrener Athleten ausgelöst. Mehrere Weltcup-Stars kritisieren, dass die neuen FIS-Regeln vor Weihnachten auch Läufer mit sehr hohen FIS-Punktzahlen - und entsprechend geringer Erfahrung - auf die Startliste bringen. Besonders deutlich wurde Mika Vermeulen.

Aufregung um Exoten im Weltcup

Fotocredit: Getty Images

Der Österreicher landete am Sonntag in den Top 10. Als er die Videoaufnahmen des 48-jährigen Limbaga sah, der erst vor vier Wochen zum ersten Mal auf Langlaufski stand, wurde er deutlich.
Vermeulen sagte klipp und klar: "Das ist gefährlich und der Grund, warum man mit Kinderrennen beginnt und nicht im Weltcup."
Der Grund für den ungewöhnlichen Start: Die FIS erlaubt in den ersten drei Weltcup-Wochenenden der Saison Ausnahmen. Athleten mit bis zu 800 FIS-Punkten dürfen teilnehmen, um kleinen Nationen die Chance auf einen Olympia-Startplatz zu geben. Dafür müssen sie in einem der Rennen unter 300 FIS-Punkte bleiben.
Doch beim 10-Kilometer-Lauf am Sonntag hatten gleich sieben Läufer über 250 Punkte - darunter Limbaga mit 563,46, der während des Rennens dreimal stürzte.

Kritik um neue Regeln: "Die können nicht Ski fahren"

Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere Läufer - darunter Kevin Bolger (USA), Samer Tawk (Libanon) und Attila Mihaly Kertesz (Israel) - nur knapp an einer Kollision mit dem Philippiner vorbeikommen.
"Oha …", entfuhr es Harald Ostberg Amundsen, als er die Szene sah. Teamkollege Jan Thomas Jenssen sagte: "Die können nicht Ski fahren."
Vermeulen fordert nun verbindliche Mindeststandards: "Wenn du nicht unter 80 FIS-Punkten bist, hast du im Weltcup nichts zu suchen."
Die Norweger sehen es etwas moderater, wünschen sich aber zumindest eine andere Startreihenfolge. "Die Schwächsten sollten zuletzt starten, damit wir nicht riskieren, in jemanden hineinzufahren", sagte Amundsen. Auch Jenssen betonte: "Sie zerstören uns vieles, wenn wir schnell laufen wollen."
Limbaga, der in Kalifornien lebt und erst über Inlinehockey und Rollski zum Sport kam, zeigt Verständnis: "Ich versuche, mich so gut es geht an die Regeln zu halten und auszuweichen."
Der FIS-Renndirektor Michal Lamplot sieht dennoch keinen generellen Sicherheitsmangel, betont aber, dass diese Regelung eine Ausnahme sei - auf Wunsch des IOC. Normalerweise würden schwächere Läufer wie von den Norwegern gefordert hinten starten. Doch in Trondheim sei dies wegen eines engen Zeitplans und wenig Tageslicht nicht möglich gewesen.
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Quelle: Eurosport


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