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Langläufer Adrian Solano kämpft sich trotz Arrestzelle zur WM
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Publiziert 23/02/2017 um 10:56 GMT+1 Uhr
Die fünf Tage in der Arrestzelle des Pariser Flughafens waren das Schlimmste, was Adrian Solano in seinem jungen Leben widerfahren ist. So schien es ihm jedenfalls. Allerdings kannte er da die WM-Loipe von Lahti noch nicht. Vielleicht, mag Solano kurz gedacht haben, als er schnaufend im Krebsgang und mit gebrochenem Stock hangauf stapfte (siehe Video unten), war es in Paris doch gar nicht zu übel.
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Fotocredit: Eurosport
Der Reihe nach: Adrian Solano ist 22 Jahre alt, Venezolaner, noch nicht sehr lange Skilangläufer - und der erste tragische Held der nordischen Weltmeisterschaften in Finnland. Diese haben am Mittwoch mit den Ausscheidungsrennen aus exotischen Wintersportnationen begonnen, die Bandbreite reichte dabei von Armenien über Indien bis hinzu Venezuela-Starter Solano.
Dass er überhaupt in Finnland aufkreuzte, war ein mittleres Wunder. Den Flug von Caracas nach Paris hatte er sich noch leisten können. Dort wurde er aber festgesetzt, weil er nur noch den Gegenwert von 28 Euro in Bargeld mit sich führte - nicht weiter verwunderlich, wenn man in einem Land lebt, das so pleite ist, wie man als Land nur pleite sein kann.
U-Haft und Rückflug: Solano kommt trotzdem zurück
Venezuela hat aber erstaunlicherweise ein Skiteam, und Solano somit einen Teamkollegen. Jener, César Baena namentlich, konnte somit einer schwedischen Tageszeitung vom Schicksals Solanos berichten: Die französischen Grenzer hätten den armen Tropf aus Übersee zunächst voller Grimm düsterer Terrorpläne verdächtigt, ihm dann Drogenschmuggel unterstellt und seien schließlich nach der Einlassung Solanos, auf dem Weg zur Ski-WM zu sein, als Sportler wohlgemerkt, mit einem mehrtägigen Lachkrampf beschäftigt gewesen.
wird Solano auf dem Portal "infobae.com" zitiert.
Solano wanderte in Untersuchungshaft, kam auf Intervention der venezolanischen Botschaft frei und wurde zurück nach Caracas verfrachtet. Im ärmsten Land Südamerikas lernt man aber früh, ein zäher Hund zu sein: Solano schaffte es zurück nach Europa und schließlich irgendwie nach Lahti.
So stand er also pünktlich parat, um zu seiner Odyssee durch den finnischen Wald anzusetzen. Solano, der bereits bei Iksu Umea in Schweden für seinen Auftritt, na ja: trainiert hatte, war als erster Starter aus dem Starthäuschen gejagt worden, und nach knapp sieben Sekunden wurde ihm gewahr, dass die Idee mit dem Langlauf wohl bestenfalls eine mittelgute gewesen sei.
Das Rennen seines Lebens hatte er längst gewonnen
Die Ausrichter hatten nämlich früh eine tückische Kurve eingebaut, die Solano trotz größter Langsamkeit erstmals niederstreckte. Nach zehn Metern - von zehn Kilometern. Und so mäanderte Solano fortan in einer Weise bergauf und bergab, die - schwarzweiß gefilmt und mit entsprechender Musik unterlegt - erstklassig in einen Streifen von Laurel und Hardy gepasst hätte. Stürzte hier, stoppte da, lag im Schnee, saß im Schnee, sortierte seine Ski, seine Stöcke, seine Arme, seine Beine.
Irgendwann war Solano nicht nur der Erste auf der Strecke, sondern auch der (nahezu) Letzte. Und irgendwann verließ er sie schließlich. Stolz, mit erhobenen Kopf, mit Landesfahne. Denn das Rennen seines Lebens, jenes von Caracas nach Lahti nämlich, hatte er längst gewonnen.
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