Nordische Ski-WM: Johannes Hösflot Kläbo holt im 50-Kilometer-Massenstart sein sechstes Gold in Trondheim

Johannes Hösflot Kläbo hat bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim Geschichte geschrieben. Der Norweger triumphierte am Samstag auch im 50-Kilometer-Massenstart und holte damit als erster Langläufer bei einer WM sechs Mal Gold. Der Lokalmatador gewann vor über 100.000 Fans nach 1:57:47,1 Stunden vor dem Schweden William Poromaa (+2,1 Sekunden) und Landsmann Simen Hegstad Krüger (+8,5 Sek.).

Poromaa chancenlos: Kläbo stürmt über 50 km zu sechstem Gold

Quelle: Eurosport

"Sechs von sechs - das hätte ich nie gedacht, das bedeutet mir so viel. Ich habe vor allem immer davon geträumt, den Fünfziger zu gewinnen", sagte Johannes Hösflot Kläbo tief bewegt und gab seinen jubelnden Landsleuten über das Stadion-Mikro den Party-Befehl: "Jetzt ist die Zeit zum Feiern!"
Wenige Minuten zuvor hatte er William Poromaa dank seines unwiderstehlichen Endspurts niedergerungen und sich sein historisch sechstes WM-Gold in seiner Heimatstadt Trondheim gesichert.
Der Superstar hockte danach alleine in einer Ecke im Zielraum und genoss den großen Moment in Stille, ehe er sich von den Massen um Norwegens Kronprinz-Paar Haakon und Mette-Marit feiern ließ.
Bereits rund zwei Stunden vorher waren alle Augen auf den 28-Jährigen gerichtet. Nach fünf Mal Gold in den ersten fünf Rennen hoffte ganz Norwegen auf den totalen Triumph ihres Superstars, der bereits am Freitag mit seinem 14. WM-Titel zum alleinigen Rekordweltmeister aufgestiegen war.

100.000 Fans sorgen für nächsten Langlauf-Feiertag

Vor der beeindruckenden Kulisse von über 100.000 Fans entlang der Strecke entwickelte sich bei strahlendem Sonnenschein wie erwartet ein langes Ausscheidungsrennen. Die Norweger um Superstar Johannes Hösflot Kläbo übernahmen dabei von Beginn an die Kontrolle und dominierten das Geschehen.
Friedrich Moch ließ sich davon aber nicht einschüchtern und zeigte sich ebenfalls immer wieder in den ersten Positionen, ehe er nach knapp 28 km zurückfiel (15.). Die anderen beiden deutschen Starter Florian Notz und Jan Stölben wurden 43. und 57.
"Es war ein brutal hartes Rennen. Es ging leider nicht ganz aus, wie ich es mir erhofft habe. Die ersten drei Runden gingen ziemlich gut. Als in der vierten attackiert wurde, dachte ich mir 'Alles oder Nichts' und habe probiert mitzugehen. Aber dann hat es mir einfach brutal den Stecker gezogen", erklärte Moch bei Eurosport.
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Moch nach Platz 15 über 50 Kilometer: "Brutal hartes Rennen"

Quelle: Eurosport

Einen bitteren Tag erlebte Titelverteidiger Paal Golberg (Norwegen): Der 34-Jährige, der vor zwei Jahren bei der WM in Planica noch Kläbo im Zielsprint nach 50 Kilometer klassisch schlagen konnte, musste bereits in der dritten von sechs Runden abreißen lassen.
Währenddessen wagte an der Spitze der Finne Remi Lindholm nach 19,4 Kilometern einen ersten Ausreißversuch. Doch die Norweger passten auf und schlossen die Lücke zum 27-Jährigen schnell wieder.
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50 Km: Moch kann nur bis Rennhälfte mithalten

Kurz nach der Hälfte des Rennens verschärften die Norweger angeführt von Harald Östberg Amundsen und Kläbo selbst das Tempo und sorgten für die nächste Zersplitterung der Spitzengruppe, der auch Moch zum Opfer fiel. Einzig der Schwede Poromaa und der Brite Andrew Musgrave konnten der lokalen Übermacht folgen.
Amundsen war das aber offenbar nicht genug. Der Staffel-Weltmeister hielt das Tempo weiter hoch, sodass auch Kläbo zu kämpfen hatte. Eine weitere Attacke von Poromaa nach dem Skiwechsel sorgte dann dafür, dass auch Musgrave seine Medaillenhoffnungen begraben musste.
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Kläbo schreibt WM-Geschichte - Drama um Nyenget

Quelle: Eurosport

Das norwegisch-schwedische Quintett aus Kläbo, Amundsen, Poromaa, Krüger und Martin Löwström Nyenget dominierte fortan das Rennen, wobei Lokalmatador Kläbo sich meist am Schluss der Gruppe aufhielt.
In der letzten Runde war es aber plötzlich um Amundsen geschehen. Der 26-Jährige musste seinem großen Aufwand während des Rennens Tribut zollen und verlor rund fünf Kilometer vor dem Ziel den Anschluss.

Drama um Nyenget kurz vor Ziel

Kurz vor dem Ziel wurde es noch einmal richtig dramatisch: Nyenget stürzte in Führung liegend rund zwei Kilometer vor dem Ziel bei der Durchfahrt im Stadion und brachte sich so ebenfalls um den Lohn seiner Arbeit.
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Katastrophe kurz vor dem Ziel: Nyenget stürzt in Führung liegend

Quelle: Eurosport

Weil wenig später auch Krüger nicht mehr mithalten konnte, kam es am Ende zu einem Zielsprint zwischen Kläbo und Poromaa, den der viermalige Sprint-Weltmeister für sich entschied und zu seinem insgesamt 15. WM-Titel lief. Auch dies ist ein einsamer Rekord.
Erst am Freitag hatte Kläbo mit dem Gold in der Staffel Landsmann Petter Northug als WM-Rekordchampion abgelöst. Bronze ging am Samstag an Krüger. Pechvogel Nyenget kam mit 18,6 Sekunden Rückstand als Vierter ins Ziel.
Friedrich Moch erreichte über sechs Minuten nach der Spitze die Ziellinie (+6:28,8). Noch weiter hinten landete Titelverteidiger Golberg (27./+9:10,7).

50-km-Massenstart der Frauen bildet WM-Abschluss am Sonntag

Kläbos Siegeszug in Trondheim fügt sich in die Reihe der allergrößten Erfolgsgeschichten des Wintersports. Seine Dominanz erinnert an die des US-Eisschnellläufers Eric Heiden, der 1980 Olympia-Gold auf allen fünf Einzelstrecken von 500 bis 10.000 m gewann.
Knapp 30.000 Zuschauer im Granasen-Skistadion und Zehntausende weitere in den Wäldern am Rande Acht-Kilometer-Runde sorgten bei nach vielen Tagen des Dauerregens endlich sonnigem Wetter für eine faszinierende Volksfeststimmung. Der 50-km-Marathon in Trondheim war allerbeste Werbung für nordischen Skisport an einem traditionellen Schauplatz.
Auch für Sonntag, wenn die Frauen erstmals bei einer großen Meisterschaft über 50 km starten, haben sich ähnliche Fanmassen angekündigt.
(mit SID)

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