Skisprung-Reform: FIS plant weitreichende Änderungen - mit Konsequenzen für Top-Nationen um Deutschland

Der internationale Ski-Verband (FIS) arbeitet an möglichen Anpassungen im Skisprung-Sport. Der Fokus liegt dabei besonders auf der deutlichen Kluft zwischen den großen Nationen um Norwegen, Österreich und Deutschland und den kleineren Verbänden im Weltcup. Darüber hinaus will der Weltverband den Ablauf der Vermessung von Körpern und Anzügen umkrempeln und weiter spezifizieren.

Die FIS plant weitreichende Reformen

Fotocredit: Getty Images

Wie nach einer Sitzung der FIS bekannt wurde, sollen die Verantwortlichen über eine Reduzierung des Weltcup-Kaders der einzelnen Nationen nachdenken. Demnach könnten Deutschland, Norwegen und Co. bereits in der kommenden Saison nur noch auf fünf anstelle von sechs Springern zurückgreifen.
Nichtsdestotrotz soll es den Top-Nationen weiterhin möglich sein, über starke Ergebnisse im Continental Cup an einen zusätzlichen Startplatz zu kommen.
Darüber hinaus soll eine weitere Änderung kleineren Verbänden unter die Arme greifen. Wie Weltcup-Direktor Sandro Pertile in einem Interview mit "Skijumping.pl" erklärte, soll es in Zukunft zu einer gerechteren Verteilung der Reisekostenerstattung kommen.
"Auf diese Weise wollen wir die Kluft zwischen den großen und den kleinen Vertretungen verringern", fasste er den Ansatz zusammen, kleinere Nationen finanziell zu unterstützen. "Wir wollen unseren Sport globaler machen. Und mit globaler meinen wir auch die Chancen auf Spitzenplätze für Athleten aus mehr Ländern."

FIS plant mit elektronischer Vermessung

Für deutlich mehr Diskussionen könnte der Umstand sorgen, dass der Weltverband an einer neuen Art der Vermessung der Athleten arbeitet. Im Fokus steht dabei ein Prozess mit elektronischen Systemen und Geräten.
"Wir arbeiten an der elektronischen Vermessung der Athleten, die es uns ermöglichen wird, mit früheren Gerüchten und Kommentaren aufzuräumen", so Pertile. Laut dem Italiener werden bereits Tests mit dem neuen System durchgeführt. "Wenn es möglich ist, möchten wir diese Methode zur Messung der Athleten bereits in der kommenden Saison einführen", führte Pertile weiter aus.
Im Winter 2023/24 soll das neue System für die einfache Vermessung der Körper der Springer angewendet werden. Ein Jahr später soll die Vermessung mit den Athleten in der gesamten Montur erfolgen. "Für diesen zweiten Schritt brauchen wir jedoch mehr Zeit und Erfahrung."
Im Gegensatz zu den Vorjahren werden die Skispringer ab der neuen Saison ohne Ausrüstung zur Größen- und Gewichtsmessung kommen. Die Athleten müssen also wohl noch an Gewicht zulegen, um die geforderten BMI-Vorschriften zu erfüllen. Die BMI-Werte selbst bleiben hingegen unverändert.
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Quelle: Eurosport

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