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Vierschanzentournee: Karl Geiger heiß auf Innsbruck
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Publiziert 02/01/2020 um 17:52 GMT+1 Uhr
Karl Geiger geht mit großen Hoffnungen in den Kampf um den Sieg bei der Vierschanzentournee. Nicht nur wegen des Oberstdorfers darf Bundestrainer Stefan Horngacher zur Halbzeit hochzufrieden sein. Nach einem schwierigen Weltcup-Start haben sich die DSV-Adler zur bis dato besten Nation der Tournee gemausert und begeistern den Nachfolger von Werner Schuster.
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Im Idyll zwischen knarzenden Dielen und dampfenden Kuhställen tankte Karl Geiger Kraft für den großen Traum vom Vierschanzentournee-Triumph: Vor dem wegweisenden dritten Springen am Samstag im Hexenkessel von Innsbruck hat sich der deutsche Skisprung-Überflieger mit den DSV-Adlern in die Abgeschiedenheit hoch über der Tiroler Skisprung-Metropole zurückgezogen. Nach einer bockstarken ersten Tournee-Hälfte ist die Chance auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit 18 Jahren groß wie nie.
"Noch versuche ich, die Gesamtwertung auszublenden, denn das ist die erste Chance, dass man sich ablenken lässt. Dass ich noch im Rennen bin, ist aber ein sehr gutes Zeichen", sagte Geiger, der nach dem Trubel von Oberstdorf und Garmisch die urigen Räumlichkeiten und das jahrhundertealte Holzwerk des Gasthofs Isserwirt im 1000-Seelen-Nest Lans genoss:
Im Moment passt alles für Geiger: Nach zwei zweiten Plätzen ist der 26-Jährige mit dem marginalen Rückstand von dreieinhalb Metern auf den Gesamtführenden Ryoyu Kobayashi nach Österreich gereist. Und der Bergisel, wo am Samstag (14:00 Uhr auf Eurosport) der dritte Akt des Vierschanzen-Dramas vor dem Finale am Montag in Bischofshofen aufgeführt wird, ist Geiger-Land: Im Februar wurde der Allgäuer hier Einzel-Vizeweltmeister und Team-Weltmeister.
Innsbruck als gutes Omen
"Das war damals ein wahnsinniges Wochenende. Die Schanze ist aber nicht ganz einfach. Bei der WM lief es sehr gut, aber ich hatte da auch schon zähe Wettkämpfe", sagte Geiger, der bei Tournee-Springen in Innsbruck noch nie besser als Zwölfter war. Ein zweiter Platz wie bei seinem Silbercoup vom Februar wäre da also schon ein Riesenerfolg.
"Wenn der Karle immer Zweiter wird und dann die Tournee gewinnt", sagte Markus Eisenbichler, der in Innsbruck vor Geiger Einzel-Weltmeister wurde, "ist es auch wurscht." Ergo: Tagessiege braucht es nicht, um den 8,894 Kilo schweren Goldadler als Tournee-Champion zu stemmen - zuletzt triumphierte 1998/99 Janne Ahonen ohne Einzelerfolg.
Bundestrainer Stefan Horngacher hält es indes wie Geiger - den Blick auf die Gesamtwertung scheut er wie der Teufel das Weihwasser: "Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, wie die Tournee genau steht. Der Kobayashi müsste führen", sagte Horngacher:
Deutschland zweimal beste Nation
Mit dem bisherigen Tournee-Verlauf kann Horngacher hochzufrieden sein. "Wir waren zweimal beste Nation, dafür haben wir im Sommer gearbeitet", sagte der Österreicher: "In Garmisch hatten wir drei Springer unter den Top 10, das war für gesamte Team sehr wichtig." Fünf DSV-Adler - Geiger (2.), Eisenbichler (6.), Stephan Leyhe (12.), Constantin Schmid (13.), Pius Paschke (14.) - liegen unter den besten 15 der Gesamtwertung.
Im Mittelpunkt bleibt aber Geiger, der sich am freien Donnerstag weitestgehend zurückzog, die trubelige Medienrunde ausließ und sich ganz auf das Kerngeschäft fokussierte. Typisch für den ruhigen Oberstdorfer, der nach seinem Traumsprung im zweiten Garmisch-Durchgang selbst das Jubeln dosierte, um keine Reserven zu verschleudern.
"Wenn man sich zu sehr freut, der Adrenalinspiegel zu hoch ist, verbraucht man zuviel Energie", sagte Horngacher: "Das weiß der Karl genau." In Bischofshofen, wenn es zum ganz großem Coup reichen sollte, hätte Geiger aber sicherlich die Lizenz zum Eskalieren.
(SID)
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