Pius Paschke lässt die Skisprung-Elite in Lillehammer staunen: DSV-Spätstarter feiert Traumeinstand in Gelb

Pius Paschke feierte in Lillehammer einen Saisonauftakt aus dem Bilderbuch. Auf seinen Überraschungstriumph am Samstag ließ der gebürtige Münchner tags darauf einen zweiten Platz folgen. Ergebnisse, die dem Spätstarter das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden sicherten. Im exklusiven Gespräch mit Eurosport zeigte sich der 34-jährige Paschke im Nachgang hocherfreut.

"Der war weltklasse!" Paschke mit nächstem Super-Satz

Quelle: Eurosport

Auch die infernalischen Bierpreise Norwegens hielten die DSV-Adler nicht davon ab, spätabends im Teamhotel auf ihren Retter Pius Paschke anzustoßen und den ältesten Gelb-Träger der Skisprung-Geschichte hochleben zu lassen.
Keiner aus der Promi-Riege, kein Geiger oder Wellinger, sondern der stille Routinier hatte das strauchelnde deutsche Team mit seinem Überraschungssieg beim Auftakt in Lillehammer aus der Schusslinie bugsiert - der Spätstarter könnte im WM-Winter zum Führungsflieger werden.
"Das war megageil, ein perfekter Start. Ich lerne jedes Jahr dazu. Aber dass es jetzt schon aufgeht, ist richtig cool", sagte der 34-Jährige.
Und weil Paschke gar nicht mal so gerne im Mittelpunkt steht, war er auch nicht böse, dass sich die muntere Runde nach nur einem Zehn-Euro-Bierchen bereits auflöste - die Nachricht von der wetterbedingten Vorverlegung des Sonntagsprogramms war in die Lobeshymnen geplatzt.

Paschke exklusiv: "Wunderschön"

Gut ausgeschlafen flog Paschke dann zum Abschluss auf Platz zwei hinter dem Österreicher Jan Hörl - die Weltcup-Führung behauptete er damit. "Jan war heute der verdiente Sieger", sagte Paschke im Nachgang exklusiv bei Eurosport.
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Paschke exklusiv zum Gala-Auftakt: "Einfach wunderbar"

Quelle: Eurosport

Er schob nach: "Aber ich bin mit meinem zweiten Platz wirklich sehr zufrieden." Mit Blick auf das gesamte Wochenende erklärte Paschke: "Ich hatte einen guten Sommer und die vergangenen Wochen waren auch erfreulich. Ich wusste aber nie, wo ich wirklich stehe. Dass es so gelaufen ist, war natürlich wunderschön."

Horngacher lobt: "Ganz starker Job"

Stefan Horngacher lobte: "Ich freue mich mächtig für Pius, er hat einen ganz starken Job gemacht".
Vor allem der zweite Weltcupsieg am Samstag zählt für Paschke, der in seiner Karriere schon mehrmals abgeschrieben war, als später Lohn für jahrelange Arbeit und Geduld.
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Pius Paschke zeigt sich zum Weltcup-Start in bestechender Form

Fotocredit: Getty Images

Im Vorjahr war Paschke endlich "Pius der Erste", wurde in Engelberg zum ältesten Debütsieger des Skisprungweltcups. "Pius der Zweite", der Sieger von Lillehammer, ist nun der älteste Springer, der jemals den Gesamtweltcup anführte.
Und nur drei ältere Flieger gewannen jemals ein Springen: Die Japan-Dinos Noriaki Kasai (42) und Takanobu Okabe (38) sowie der Slowene Robert Kranjec (34).

Der "Kasai von Kiefersfelden"

Dass Paschke, der "Kasai von Kiefersfelden", als Mittdreißiger überhaupt noch springt, ist alles andere als selbstverständlich - eine Karriere wie die seinige im Leistungssport Skispringen nicht vorgesehen.
Mit fast 21 Jahren gab Paschke noch den Vorspringer im Weltcup. Daneben war seine Heimat der Continental Cup, die zweite Skisprung-Liga, in der er weit über 200 Springen bestritt. Mal schnupperte Paschke in den Weltcup hinein, zumeist tingelte er durch die COC-Geisterspringen, ohne große Perspektive.
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Paschke-Coup in Lillehammer: So reagiert der Bundestrainer

Quelle: Eurosport

"Manchmal habe ich schon gedacht, puh, bis zum Weltcup, das ist ein weiter Weg", sagte er einmal im Podcast Flugshow: "Ich habe nie zwingend daran gedacht aufzuhören. Aber ich habe befürchtet, dass ich irgendwann zu alt bin und mich das System ausspuckt."

Paschke feiert erste Erfolge

Das System spuckte nicht, 2017 holte der damalige Bundestrainer Werner Schuster den 27-Jährigen fix ins A-Team. Paschke biss sich fest, Erfolge tröpfelten ein: 2020 Team-Vizeweltmeister im Skifliegen, 2021 Team-Weltmeister, 2023 in Kuusamo erstes Weltcup-Podium, kurz darauf in Engelberg erster Sieg, nun die Wiederholung.
Und es gibt niemanden, der Paschke das nicht von Herzen gönnt. "Der Pius ist einfach ein geiler Typ", sagt Olympiasieger Andreas Wellinger. Und Horngacher ist davon beeindruckt, "welcher Fighter Pius ist, wie er immer zurückgekommen ist".
Und jetzt muss Paschke nicht mehr zurückkommen. Er muss einfach nur bleiben.
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(mit SID)
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"Der reicht nicht": Kraft verspielt Führung im ÖSV-Duell

Quelle: Eurosport


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