Skispringer Markus Eisenbichler ist vier Jahre nach einem schweren Sturz in der Weltspitze

Schon vor Beginn der 66. Vierschanzentournee galt Markus Eisenbichler als größter deutscher Hoffnungsträger. Vorschußlorbeeren, denen der Siegsdorfer in Oberstdorf gerecht wurde. Eisenbichler wurde Sechster, lediglich eine nicht ganz gelungene Landung im zweiten Durchgang kostete ihm eine mögliche Podiumsplatzierung. Ein Ergebnis, von dem er vor wenigen Jahren nicht einmal zu träumen wagte.

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Eben genau auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf, wo er sich über seinen siebten Top Ten Platz im aktuellen Weltcupwinter sogar noch leicht ärgerte, stürzte Eisenbichler im Sommer 2012 schwer. "Ich habe nach dem Absprung die Kontrolle verloren und bin Kopf über auf den Hang gestürzt", wird er in der Bild-Zeitung zitiert.
Ein Brustwirbel war gebrochen, vier weitere angebrochen. Eisenbichler schrammte am Rollstuhl vorbei. "Als ich da unten lag und nichts mehr gespürt habe, habe ich schon mal gedacht, dass es das jetzt mit dem Skispringen war", sagte der 25-Jährige. Aber er hatte Glück im Unglück, kam wieder auf die Beine.

Einsicht im Krankenhaus

Die Schuld an dem Sturz gibt er sich selbst. "Ich war früher oft schludrig, habe im Training nicht immer 100 Prozent gegeben", sagte der Bayer. "Als ich dann im Krankenhaus lag, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe mir gesagt: Falls ich wieder fit werde, dann probiere ich es nochmal. Dann nicht mehr mit 80 Prozent. Sondern unter dem Motto Alles oder Nichts. Ich bin dann später mit einem mulmigen Gefühl wieder das erste Mal auf die Schanze in Oberstdorf gestiegen und habe meine Angst überwunden."
Eisenbichler kämpfte sich zurück. Nicht einmal zwei Jahre nach seinem schweren Sturz belegte er Ende Januar 2014 bei zwei Weltcups im japanischen Sapporo jeweils den achten Platz. Eine herausragende Leistung, auch wenn ein paar Spitzenathleten kurz vor den Olympischen Spielen in Sotschi auf die Reise nach Japan verzichteten.

Eisenbichler verdrängt Freund

Ein Jahr später etablierte er sich im deutschen Team, belegte im Schatten von Severin Freunds Weltmeistertitel einen beachtlichen zehnten Rang von der Großschanze bei der WM in Falun. Nach einem kleinen Formtief in der Vorsaison hat sich Eisenbichler nun zum beständigsten deutschen Springer entwickelt, auch weil Freund nach einer Hüftoperation und fünfmonatiger Trainingspause noch die Stabilität fehlt. Für die verbleibenden drei Spingen der Tournee ist er die größte deutsche Hoffnung.
"Ich ärgere mich nur fünf Minuten, und dann ist es vorbei", versicherte er nach seiner verpatzten Landung in Oberstdorf bei Eurosport. Der Blick geht sofort wieder nach vorne, nach Garmisch-Partenkirchen, einer Schanze, die ihm nach eigenem Bekunden liegt.
Hier will sich der Siegsdorfer seinen Traum von der Podestplatzierung in einem Tourneespringen doch noch erfüllen. Und wenn er eins unter Beweis gestellt hat, dann seinen Kampfgeist.
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