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Rolf-Kalb-Blog: "Warrior" Kyren Wilson bezwingt Dauerrivalen Judd Trump erneut und siegt einfach weiter
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Publiziert 24/03/2025 um 15:20 GMT+1 Uhr
Er siegt einfach weiter: Kyren Wilson hat bei der Players Championship in Telford schon seinen vierten Ranglisten-Titel in dieser Saison gewonnen. In einem hochdramatischen Finale setzte sich der "Warrior" mit 10:9 gegen Judd Trump durch. Eurosport-Snooker-Experte Rolf Kalb meint in seinem aktuellen Blog, dass Trump so langsam die Nase voll haben könnte von seinem Rivalen.
Wilson nervenstark zum Sieg: Triumph im Decider
Quelle: Eurosport
So langsam dürfte Judd Trump die Nase voll haben. Von seinen sechs Endspielen, die er bisher gegen Kyren Wilson gespielt hat, hat er fünf verloren. Drei sogar in dieser Saison. Und das einzige Finale, das Trump gewonnen hat, war beim Gibraltar Open 2020; das ging aber nur über "best of 7".
So langsam muss Trump aufpassen, dass sich daraus kein Trauma entwickelt. Solche Niederlagen hat man dann einfach im Hinterkopf. Kyren Wilson dagegen, das war auch gestern gut zu beobachten, steht mit ungeheuer viel Selbstbewusstsein am Tisch. Dazu allerdings hat er auch allen Grund.
Es gibt wenige Spieler, die nach dem ersten Gewinn des WM-Titels eine solch erfolgreiche Saison gespielt haben, wie Wilson jetzt. Einer, der das aber auch geschafft hat, ist ausgerechnet Judd Trump. Der hat nach seinem WM-Triumph 2019 in der darauf folgenden Saison gar sechs Turniere gewonnen.
Das Finale der Players Championship bot nicht die spielerische Klasse, die sich viele (auch ich) erhofft hatten und die wir in den Tagen zuvor auch in Telford gesehen haben. Der Druck, den die besondere Rivalität der beiden mit sich bringt, spielte dabei sicherlich eine Rolle. Beide Spieler haderten aber vor allem damit, dass sie das Gefühl hatten, dass der Spielball zu leicht war. Auch der Austausch der Weißen schien das Problem nicht zu lösen.
Entscheidend für den Sieg von Wilson war für mich die Tatsache, dass er der stabilere Spieler war. Er war ja auch sehr irritiert, hat dann aber seinen Stiefel viel besser durchziehen können. Die psychologische Hilfe, die er in Anspruch genommen hat, hat sich da offensichtlich bewährt.
Ganz im Gegensatz dazu stand die Szene am Ende des 16. Frames, den Wilson mit dem spektakulären pink Ball und Schwarz hinterher gewonnen hatte. Judd Trump schleuderte daraufhin sein Queue frustriert über den Tisch. Eine solch heftige Reaktion sieht man bei ihm nur ganz selten.
Die besondere Rivalität, die Trump und Wilson verbindet, tut den beiden Spielern gut, ist aber auch gut für Snooker insgesamt. Beide versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen. Das pusht beide. Und die Duelle der beiden stehen immer unter einem ganz besonderen Stern. So etwas braucht der Sport. Die beiden sind derzeit einfach die besten Spieler der Welt.
Noch ein Wort zur Players Championship allgemein: Ich hatte ja in unserer letzten Podcast-Folge kritisiert, dass alle drei Turniere der Players-Serie direkt nacheinander stattfinden. Das halte ich auch noch immer für nicht optimal. Aber es kann keinen Zweifel daran geben, dass in Telford Snooker auf höchstem Niveau gespielt wurde. Das hat Spaß gemacht.
Dass sieben der acht Viertelfinalisten in den Top acht der Setzliste standen, im Halbfinale gar die Top vier unter sich waren, spricht für sich. Da hat sich einfach Klasse durchgesetzt.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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