Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Selby gehört zu den Snooker-Legenden, Higgins hinter sich gelassen

Am Ende wurde es enger als zwischenzeitlich erwartet, aber mit 10:8 über Judd Trump gewann Mark Selby in einem am Ende nervösen Finale die UK Championship in York. Für Selby war es der zweite Titel innerhalb weniger Wochen. Schon beim Champion of Champions hatte er im Endspiel Judd Trump bezwungen. Eurosport-Experte Rolf Kalb zieht in seinem aktuellen Blog ein Fazit der Woche.

Souverän zum Century - Selby glänzt im Finale gegen Trump

Quelle: Eurosport

Nach seinem Triumph bei der UK Championship kann es keine Diskussionen mehr darüber geben, ob Mark Selby eine der Legenden des Snooker ist. Er ist einer der Allergrößten aller Zeiten.
Mit nunmehr zehn Triple Crown Titeln (UK Championship, Masters und WM) hat er nun sogar John Higgins hinter sich gelassen. Nur Ronnie O’Sullivan, Stephen Hendry und Steve Davis haben bei diesen drei wichtigsten Turnieren öfter gewonnen.
Mark Selby ist übrigens auch der erste Spieler, der in dieser Saison einen zweiten Titel geholt hat.
In York überzeugte Mark Selby wieder mit den Qualitäten, die er kurz zuvor beim Champion of Champions schon an den Tag gelegt hatte. Cleveres und präzises Safespiel mischte sich perfekt mit sicherem Breakbuilding. Es zeichnete sich schon die ganze Woche ab, dass der Weg zum Titel über ihn führen würde.

Lochquote ging nach unten

Bei der 7:2-Führung von Mark Selby schien im Endspiel sogar eine schnelle Entscheidung in der Luft zu liegen. Doch es kam anders. Plötzlich ging die Lochquote von Selby deutlich nach unten und auch seine Safeties waren nicht mehr so zwingend wie zuvor. So wurde es doch noch einmal spannend und eine ganz schön nervöse Angelegenheit am Ende.
Judd Trump hat da alles in die Waagschale geworfen, was er aufzubieten hatte. Aber die Hypothek des klaren Rückstands war einfach zu groß. Trotzdem bleibt festzuhalten: Das Jahr 2025 ist das erste Kalenderjahr seit 2013, in dem er keinen Titel geholt hat. Beim Shootout und bei den Scottish Open geht er ja nicht an den Start.
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Mark Selby -

Fotocredit: WorldSnooker

Keine Sorgen um Judd Trump

Trotzdem mache ich mir keine Sorgen um Trump. Der Erfolg wird bald zurückkehren. Er hat ja bei der UK Championship wie auch schon beim Champion of Champions starke Matches abgeliefert. Die Rückkehr zu seinem alten Queue hat sich bewährt. Es fehlt ganz einfach noch das letzte bisschen an Selbstbewusstsein.
Überzeugt haben mich in York aber auch Shaun Murphy und Neil Robertson. In dieser Form sind die beiden ganz heiße Anwärter auf weitere Titel.
Neben der Trophäe für den Gewinn der UK Championship hat Mark Selby in meinen Augen auch einen Fairnesspreis verdient. Im elften Frame hatte Schiedsrichter Olivier Marteel auf Freeball für Selby entschieden. Doch der überprüfte die Situation und war der Meinung, es sei kein Freeball. Marteel revidierte daraufhin seine Entscheidung. Prompt holte sich Trump mit einem Fluke noch den Frame. Das hätte locker das 8:3 für Selby sein können und damit eine Vorentscheidung.
Vor dem Fernseher hatte ich den Eindruck, dass es ein Freeball war, wenn auch nur knapp. Aber eine solche Entscheidung kann man nicht nach einem TV-Bild fällen. Da muss man schon am Tisch stehen. Trotzdem: Respekt für die Sportlichkeit von Mark Selby.
Weihnachtliche Ruhe kehrt auf der Snooker-Tour ja noch nicht ein. Vor dem Fest stehen mit dem Shootout und den Scottish Open ja noch zwei Ranglisten-Turniere an. Eurosport überträgt beide Events ausführlich im linearen TV und in den Streams auf discovery+. Der Advent ist ein Snooker-Advent.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Slessors Zauberball - die Top 5 der UK Championship

Quelle: Eurosport


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