Rolf-Kalb-Blog - Lei Peifan siegt überraschend bei den Scottish Open in Edinburgh: Sein Sieg ist kein Aprilscherz

Lei Peifan hat die Überraschung geschafft. Mit einem 9:5 über seinen Kumpel Wu Yize gewann der 21-Jährige die Scottish Open in Edinburgh. Zuvor war Lei bei einem Weltranglisten-Turnier noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen. Er ist der 78. Spieler, der eines der 435 Ranking Events gewonnen hat. Eurosport-Experte Rolf Kalb reibt sich auch am Tag nach dem Finale noch die Augen.

Lei Peifan posa con el trofeo de campeón del Abierto de Escocia de snooker 2024.

Fotocredit: Getty Images

Wenn ich die komplette letzte Woche verschlafen und nach dem Aufwachen ein Blick auf die Ergebnisse der Scottish Open geworfen hätte, dann würde ich mir jetzt die Augen reiben. Oder auf den Kalender schauen, ob wir schon den 1. April haben. Mit Lei Peifan als Sieger in Edinburgh konnte nun wirklich niemand rechnen.
Die Überraschung hat sich aber schon die Woche über angedeutet. Wer nacheinander Hossein Vafaei, Shaun Murphy, Stuart Bingham und Tom Ford schlägt, der muss schon vieles richtig gemacht haben. Besonders beeindruckend war sein 6:5 im Halbfinale über Mark Allen, wo er schon mit 2:5 am Rande der Niederlage stand.
Welches Geheimnis hinter dem Überraschungs-Erfolg steckte hat Lei Peifan selber im Gespräch mit der World Snooker Tour verraten. Er habe sich nämlich nur vorgenommen, sein bestes Ergebnis bei einem Ranglisten-Turnier zu erreichen. Als das geschafft war, fiel aller Druck von ihm ab und er spielte locker auf. Das war ein bisschen so, als stünde er am Trainingstisch.
Nun kann man leicht sagen: Geh da locker rein, genieße einfach das alles. Du hast nichts zu verlieren. Das ist sicher richtig. Aber das lässt sich eben nicht leicht umsetzen. Man kann den Kopf nicht abschalten. Wie oft haben wir Spieler erlebt, die in ihrem ersten Finale verkrampft agierten und mit der neuen Situation nicht zurechtkamen. Das scheint ja beinahe der Normalfall zu sein.

Wu Yize überzeugte - bis zum Finale

Wie Lei Peifan es geschafft hat, diese Falle zu vermeiden, weiß ich auch nicht. Aber dass er es geschafft hat, macht seinen Sieg umso beeindruckender.
Wu Yize kennt seinen Altersgenossen ja bestens. Er wird ihn also nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Aber er muss das Gefühl gehabt haben, dass dies nach seiner Final-Niederlage bei den English Open sein Tag werden würde. Prompt spielte er gehemmt auf.
In den Runden zuvor hat Wu Yize auf der ganzen Linie überzeugt. Ausgerechnet im Endspiel verließ ihn aber diese Qualität. Dass er dann sofort mal mit 0:4 in Rückstand geriet machte die Sache nicht einfacher.

Chinesische Spieler weiter auf Vormarsch

Der Vormarsch der chinesischen Spieler setzt sich damit auch bei den Scottish Open fort. Lei Pefan ist nach Xiao Guodong und Ding Junhui bereits der dritte chinesische Sieger in dieser Saison. Wu Yize und Si Jiahui standen zudem in Endspielen, weitere chinesische Spieler erreichten Halbfinals. Das wird weitere Spieler aus China motivieren und ihnen Auftrieb geben.
Talentiert und trainingsfleißig sind sie durch die Bank alle. Aber diese Positivbeispiele machen ihnen nun auch klar, dass alles möglich ist, wenn man nur die richtigen Sachen macht. Auch das war eine Erkenntnis von Lei Peifan nach seinem Triumph.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung