Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Barry Hawkins gewinnt die Welsh Open - Der ewig unterschätzte Allrounder belohnt sich
VonRolf Kalb
Update 02/03/2026 um 15:47 GMT+1 Uhr
Auch Rückenschmerzen konnten ihn nicht stoppen: Barry Hawkins sicherte sich in Llandudno seinen fünften Titel und gewann die Welsh Open mit 9:5 im Finale gegen Jack Lisowski. Es war ein typischer Hawkins-Sieg: Vorher hatte ihn niemand auf dem Schirm, aber am Ende triumphierte er. Für den Eurosport-Experten Rolf Kalb ist Hawkins einer der meisten unterschätzten Spieler auf der Tour.
"Die Geschichte des Turniers": Hawkins triumphiert im Finale
Quelle: Eurosport
Warum hat eigentlich niemand Barry Hawkins auf dem Schirm, wenn es um die Favoriten bei Turnieren geht. Okay, mit bisher fünf Titeln ist er nicht unbedingt ein Seriensieger. Aber immerhin hat er mehr Titel geholt als die meisten Spieler auf der Tour.
Die anderen Spieler wissen, wie gut Barry Hawkins sein kann. Das hat er ja auch wieder in Wales gezeigt. Deshalb genießt er auch größten Respekt bei den anderen Spielern.
Aber er ist eben kein Lautsprecher. Er ist damit zufrieden, wenn man ihn in Ruhe lässt und er einfach sein Ding machen kann.
Und dieses Ding hat Klasse. Die Woche in Wales hat einmal mehr gezeigt, dass Barry Hawkins ein klassischer Allrounder ist. Vor allem im Finale war das deutlich zu beobachten: Barry Hawkins setzte Jack Lisowski permanent mit seinem guten Safe-Spiel unter Druck. So verschaffte er sich Chancen. Und die nutzte er dann auch.
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Barry Hawkins hat die Welsh Open gewonnen
Fotocredit: Getty Images
Muskel gezerrt: Absage stand im Raum
Dabei sprach zu Beginn der Woche eigentlich noch nichts für einen Erfolg von Barry Hawkins. Wegen Rückenschmerzen hätte er beinahe sogar abgesagt. Er hatte sich wohl im Gym einen Muskel gezerrt. In der ersten Runde zitterte er sich dann auch zu einem knappen 4:3 gegen Dvid Lilley.
Danach aber wurde er kontinuierlich stärker und lieferte seine beste Leistung ausgerechnet im Finale ab. Barry Hawkins war der vierdiente Sieger, keine Frage. Auf dem Weg in das Endspiel hat er ja auch Mark Williams und Neil Robertson ausgeschaltet.
Schwarz zu verschießen war kostspielig
Aber er profitierte natürlich auch davon, dass sein Gegner Jack Lisowski zumindest in der ersten Session am Sonntag komplett neben sich stand. Das Match kippte schon im dritten Frame, als Lisowski Schwarz verschoss.
Für Jack Lisowski war der emotionale Höhepunkt sein 6:5 im Halbfinale über John Higgins. Dabei hatte er auch da keinen guten Start erwischt und war mit 1:3 in Rückstand geraten. Dann aber setzte er zu einem unwiderstehlichen Sturmlauf an. Da war gegen ihn kein Kraut gewachsen.
Es war ihm anzumerken, wie wichtig dieser Sieg für ihn war. Hinzu kam natürlich auch, dass dieser Erfolg Lisowski den Gesamtsieg in der Home Nations Serie brachte. Immerhin ging es da auch um die stolze Summe von 150.000 Pfund. Das ist der dickste Scheck, den Lisowski jemals in seiner Karriere geholt hat.
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Hawkins zieht im Finale davon: Klare Führung gegen Lisowski
Quelle: Eurosport
Lisoswki versucht nochmal alles
Danach war natürlich so viel Adrenalin im Blut, dass an Schlaf zunächst einmal nicht zu denken war. Dass er im Finale dann leer am Tisch stand kann da nicht verwundern. Und nach der ersten Session war die Entscheidung ja praktisch schon gefallen.
Es spricht für Jack Lisowski, dass er am Abend trotzdem noch mal einen Anlauf nahm. Und immerhin hat er es ja zumindest geschafft, dass das Ergebnis respektabler wurde. Aber eine echte Chance auf ein Comeback hatte er nicht mehr. Dazu war die Lücke schon viel zu groß.
Das Problem mit dem leeren Tank hatte in Llandudno übrigens auch Zhao Xintong. Nach seiner Siegesserie in den Wochen zuvor wirkte der Weltmeister einfach ein bisschen überspielt. Das trug mit Sicherheit auch zu seiner 2:4-Niederlage im Achtelfinale gegen Stuart Bingham bei.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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"Er hat mich verprügelt": Lisowski nach Final-Pleite selbstkritisch
Quelle: Eurosport
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