Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Zhao Xintong liefert wieder ein Offensiv-Spektakel ab - Knoten beim Weltmeister geplatzt?

Weltmeister Zhao Xintong hat in Hongkong den World Grand Prix gewonnen. Im Finale zeigte er bei seinem 10:6 über Zhang Anda wieder einmal seine Qualitäten, vor allem offensiv. Fünf Centuries schaffte er und vier weitere Breaks von mehr als 60 Punkten. Der langjährige Eurosport-Kommentator und -Experte Rolf Kalb fragt sich in seinem aktuellen Blog, ob damit bei Zhao der Knoten geplatzt ist.

Höchstes Break des Turniers: Zhao liefert im Finale ab

Quelle: Eurosport

Wohl zum ersten Mal in dieser Saison hat Zhao Xintong wieder das Spiel gezeigt, dass ihm im letzten Mai den WM-Titel gebracht hat. Ist damit beim Weltmeister der Knoten geplatzt?
Dass jemand, der zum ersten Mal Weltmeister geworden ist, in der folgenden Saison Probleme hat, ist ja eher normal.
Als Weltmeister steht man einfach besonders unter Druck. Immer als Weltmeister vorgestellt werden, damit muss man erst einmal umgehen können. Zwar hat er die Golden-Ball-Nummer in Riad gewonnen, aber ansonsten war seine Saison eher durchwachsen.
Umso befreiender muss es für Zhao gewesen sein, endlich mal wieder sein Offensiv-Spektakel zu zeigen. Das ist das Spiel, dass ihn zum WM-Titel getragen hat. Fünf Centuries und vier weitere Breaks von mehr als 60 Punkten im Finale von Hongkong sind ein Beleg dafür. Vor allem in der zweiten Session hat er seine Chancen konsequent zum Framegewinn genutzt.

Alle fünf Endspiele gewonnen

Gut zwei Monate dauert es noch, bis Zhao Xintong seinen WM-Titel verteidigen muss. Deshalb ist das jetzt kein schlechter Zeitpunkt, um die Form zu finden. Bemerkenswert ist auch, dass Zhao nun alle fünf Finals gewonnen hat, in denen er stand.
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Zhao Xintong befindet sich wieder in bestechender Verfassung.

Fotocredit: WorldSnooker

Zur Wahrheit gehört es allerdings auch, dass es in Hongkong für Zhao früh hätte schiefgehen können. Als er gegen Mark Selby mit 1:4 hinten lag, da war der World Grand Prix für ihn eigentlich schon beendet. Umso bemerkenswerter ist es, wie er sich im Lauf der Woche hat steigern können. Damit hat er sich nun auch für die Players Championship qualifiziert und dürfte auch bei der Tour Championship dabei sein.

Machtdemonstration der chinesischen Spieler

In Erinnerung bleiben wird der World Grand Prix auch wegen der Machtdemonstration der chinesischen Spieler. Neun standen im Achtelfinale, sechs im Viertelfinale und ab dem Halbfinale waren die Chinesen sogar unter sich. Das hatte es zuvor noch nie gegeben.
In Hongkong schienen sich die chinesischen Spieler gegenseitig zu pushen. Natürlich spielte auch die Unterstützung durch die Fans eine wichtige Rolle. Aber vor allem spielte die gegenseitige Unterstützung die entscheidende Rolle.
Die kennen sich ja alle bestens. In Großbritannien haben sich die meisten in Sheffield niedergelassen. Dort trainieren sie nicht nur regelmäßig gemeinsam, sondern verbringen auch ansonsten viel Zeit miteinander. Das muss nicht immer gut sein, wie der Wett- und Matchfixing-Skandal vor einigen Jahren gezeigt hat.
Aber wenn man im Training erlebt, dass ein anderer Spieler auf demselben Niveau unterwegs ist, und dann erlebt, dass dieser Spieler große Erfolge einfährt, dann weiß man natürlich: Das ist auch für mich drin. So machen sie sich gegenseitig stärker und selbstbewusster.
Natürlich werden wir jetzt nicht bei jedem Turnier eine solche Machtdemonstration der chinesischen Spieler erleben. Aber ich bin mir sicher, dass wir es immer öfter erleben werden. Der Wachwechsel ist in vollem Gang.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr / Euer Rolf Kalb
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"Was für ein Ball": Zhao locht mit viel Gefühl

Quelle: Eurosport


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