Snooker-WM: Zhao Xintong schreibt Geschichte und läutet eine neue Ära ein - Finalist Mark Williams sieht in ihm den "neuen Superstar des Sports"

Der WM-Titel von Zhao Xintong ist historisch - und womöglich der Auftakt einer neuen Zeitrechnung im Snooker. Der 28-Jährige, der sich durch die Qualifikation bis zum Titel spielen musste, ist nun der erste Weltmeister aus Asien. Nicht nur der im Finale unterlegene Mark Williams, sondern auch Eurosport-Experte Jimmy White sehen in ihm die Zukunft des Sports - einen neuen "Golden Boy".

Freude pur: Hier bekommt Zhao seinen Weltmeister-Pokal

Quelle: Eurosport

"Was für ein Spieler", sagte White bei Eurosport nach dem Titelgewinn des Chinesen. Für ihn geht es nur darum, Snooker zu spielen. Er hat dieses natürliche Talent und er hat fantastisch gespielt."
Und White wagte sogar einen Blick in die Zukunft: "Dieser Junge kann mehrere WM-Titel gewinnen. Wir alle wussten von seinem Talent, jetzt hat er es bewiesen."
Am Ende musste Zhao für seinen historischen Triumph noch ordentlich arbeiten. Nur ein Frame-Gewinn fehlte ihm vor der abschließenden Session. Ein kämpferischer Mark Williams stellte von 8:17 auf 12:17 und machte es noch einmal spannend, erst im 30. Frame machte der 28-Jährige alles klar.
Laut White habe Zhao dennoch mit dem Waliser gespielt. "Er hat diese WM mit Leichtigkeit gewonnen", sagte der sechsmalige WM-Finalist, "wahrscheinlich im dritten oder vierten Gang."

Ein langer Weg ins Finale

Zhaos Weg zum Titel war alles andere als einfach. Nachdem er in der Qualifikation vier Spiele gewonnen hatte, schlug er in der ersten Runde den 2024-Finalisten Jak Jones, bevor er nach Siegen über Lei Peifan und Chris Wakelin ins Halbfinale gegen Ronnie O'Sullivan einzog.
Er schlug "The Rocket" nach einem 8:0 in der zweiten Session und mit Williams im Finale ein weiteres Mitglied der "alten Garde".
Der Grund für seinen weiten (Um-)Weg über die Qualifikation liegt in einer 20-monatigen Match-Fixing-Sperre gegen Zhao begründet - ein Schatten über seinem Triumph? Experte Alan McManus sah das nach dem Finale anders. "Es gibt Kritiker, aber ich glaube nicht, dass es sie nach heute Abend noch geben wird, denn man spürt, dass er ein Mensch ist, ein wirklich netter Kerl, und das ist es, was man sehen will", sagte er am Eurosport-Mikrofon.
Auch der im Generationen-Duell unterlegene Williams hatte nur Superlative für den neuen Weltmeister übrig. Der Chinese sei "der neue Superstar des Sports", sagte der 50-Jährige: "Ich bin froh, dass ich zu alt bin, wenn er so richtig dominiert."

150 MIillionen verfolgen den Titelgewinn

Für das snookerverrückte China ist dieser Titel nur ein weiterer Popularitätsschub - Sperre hin oder her. Bis zu 150 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer hatten zur späten Stunde das Endspiel der WM live im TV verfolgt.
Auf "Weibo", dem chinesischen Pendant zu "X", zählte der Hashtag "Zhao Xintong gewinnt die Weltmeisterschaft" am Tag nach dem Triumph mit über 120 Millionen Sichtungen zu den meistbenutzen.
"Wir sprechen hier von einem Nationalhelden - er ist in die Geschichtsbücher dieses Sports eingegangen und in China wird er wahrscheinlich einer der größten Stars sein", erklärte Jake Ferguson, Vorsitzender der World Professional Billiards and Snooker Association, der "BBC".
Der Sport sei "so groß" in China, sagte der WPBSA-Chef, Zhaos Erfolg werde "Snooker auf ein neues Level bringen".
(mit SID)
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Williams als fairer Verlierer: "Die Nacht gehört ihm"

Quelle: Eurosport


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